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Adolf Hitler herrschte von 1933 bis 1945 in Deutschland. Bild: AP C.CAY WESNIGK FILM 2003.

Was Hitlers Neffe in den USA von Trump, Merkel und seinem berühmten Vorfahren hält

Publiziert: 09.10.18, 09:44 Aktualisiert: 09.10.18, 10:40

Es ist eine Verwandtschaft, auf die man wirklich nicht stolz sein kann. Und dennoch gibt es natürlich auch heute Menschen, die mit dem deutschen Nazi-Diktator Adolf Hitler (1889–1945), verwandt sind. 

Auch wenn Hitler selbst keine Kinder hatte, leben Bild-Zeitung zufolge mehrere Hitler-Nachkommen auf der Welt verteilt: 

  • Demnach gibt es zum einen die drei Grossneffen Alexander, Brian und Luis aus Hitlers letzter männlicher Linie. Und zudem noch zwei weiter entfernt verwandte Nachfahren, über die jedoch nur sehr wenig bekannt ist.
  • Die drei Grossneffen sind gemäss «Bild» wohl nicht besonders stolz auf das Erbe ihres Vorfahren: Sie haben sich englische Doppelnamen geben lassen.

Jahrelang wurde nur wenig über die Hitler-Nachfahren bekannt – nun sprach Alexander, 68-jähriger Grossneffe des deutschen Diktators, in seinem Haus im US-Bundesstaat New York mit einem Reporter der deutschen Boulevard-Zeitung.

In dem Gespräch entpuppt sich das Familien-Oberhaupt der Hitler-Nachfahren in den USA als Fan der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. «Ich mag sie. Sie ist gut. Sie scheint eine intelligente und schlaue Person zu sein.»

In Deutschland ist Merkel im Zuge der Flüchtlingskrise in einigen Teilen der Gesellschaft in Verruf geraten. Alexander, Nachfahre des Mannes, der einen Weltkrieg mit geschätzt 60 Millionen Toten und sechs Millionen Holocaust-Opfern auf dem Gewissen hat, unterstützt die deutsche Bundeskanzlerin: «Die Kanzlerin tut, was sie tun muss.» Und: Wäre Alexander nicht US-Bürger, würde der Hitler-Nachfahre Merkel sogar wählen. 

Ganz anders denkt er demnach über Trump:

Von US-Präsident Trump hält der Hitler-Nachfahre nicht viel: «Er gehört definitiv nicht zu meinen Favoriten.» Der überzeugte Republikaner kann die Politik des Parteigenossen Trump nicht unterstützen – das liegt wohl auch an dessen besonderem Verhältnis zur Wahrheit: «Es ist seine Art, die mich stört. Und: Ich mag einfach keine Lügner.»

Der Fluch des Nachnamens plagt Alexander und seine Brüder, die dem Reporter übrigens die Haustür vor der Nase zuschlugen und die Gartensprinkler aufdrehten.

In der «Bild» vom Dienstag heisst es, dass die Beziehung eines Bruders von Alexander mit einer Jüdin scheiterte. Wegen dessen Verwandtschaft zu Adolf Hitler. Die drei Brüder sind bis heute alleinstehend und kinderlos.

Bild: EPA

Über den früheren deutschen Diktator hat Alexander nichts Gutes zu sagen, schon sein Vater William hatte sich zu Lebzeiten mit Adolf Hitler angelegt. Der Nazi-Diktator soll William Patrick Hitler, der in die USA ausgewandert war und sich gegen Adolf Hitler gewandt hatte, als «widerlich» bezeichnet haben. Alexander sagt über seinen Vater, den Hitlerfeind: «Mein Vater war ein guter Mann.»

Mit Nationalsozialisten wollen die letzten Nachfahren von Adolf Hitler nichts mehr zu tun haben. Hört Hitlers Nachfahre von der rechtspopulistischen AfD, kann er nur die Augen verdrehen. 

(pb)

Das wurde aus der Führungsriege des «Dritten Reiches»

Vermutlich eine der letzten Aufnahmen des «Führers»: Adolf Hitler besichtigt im April 1945 die zerstörte Reichskanzlei. Am 29. April heiratete der Diktator im Bunker unter der Kanzlei seine Freundin Eva Braun.
Tags darauf erschoss er sich in diesem Raum. Auch Braun beging Selbstmord. Hitlers Leiche wurde verbrannt, sowjetische Soldaten verscharrten die Überreste. Teile davon wurden später exhumiert und nach einer Odyssee nach Moskau gebracht. Hulton Archive / Haacker
Propagandaminister Joseph Goebbels mit seiner Frau Magda und den sechs gemeinsamen Kindern. Magdas Sohn aus erster Ehe, Harald Quandt (hinten), wurde in das Bild hineinmontiert. Wikipedia/Bundesarchiv_Bild_146-1978-086-03
Der fanatische Nazi Goebbels war dem «Führer» bis zuletzt völlig ergeben und blieb mit Hitler im Bunker. Ende April 1945 brachte Magda die Kinder dorthin. Sie wurden alle vergiftet. Am 1. Mai beging das Ehepaar Goebbels mit Zyankali Selbstmord. Die Leichen wurden verbrannt.
Im Ersten Weltkrieg war Hermann Göring ein Fliegerass, im Zweiten Weltkrieg befehligte er die Luftwaffe. Der Nazi der ersten Stunde hatte schon am Hitlerputsch von 1923 teilgenommen und gehörte zum innersten Kreis der Nazi-Führung. 1945 wurde er von US-Soldaten gefangengenommen.
Im Nürnberger Prozess wurde er zum Tode verurteilt. Wenige Stunden vor der Hinrichtung beging er am 15. Oktober 1946 Selbstmord durch eine Zyankali-Kapsel. Seine Asche wurde – wie jene aller in Nürnberg exekutierten Nazi-Grössen – in einem Seitenarm der Isar verstreut.
Auch Heinrich Himmler war ein Veteran des Hitlerputschs. Vor allem während des Krieges verstand es der gefürchtete SS- und Gestapo-Chef, sich eine enorme Machtfülle zu verschaffen. AP / STR
Nach Kriegsende schlug sich Himmler als «Heinrich Hitzinger» durch Norddeutschland, bis er von britischen Soldaten gefangengenommen wurde. Als seine Tarnung am 23. Mai aufflog, zerbiss er eine Zyankalikapsel. Seine Leiche wurde an unbekannter Stelle in der Lüneburger Heide begraben.
Auch der «Stellvertreter des Führers» war schon 1923 in München dabei. Rudolf Hess, ein fanatischer Protagonist des Führerkults, wurde 1925 Hitlers Privatsekretär. Im Mai 1941 flog er überraschend mit einer Messerschmitt Bf 110 nach Grossbritannien, um einen Frieden auszuhandeln. EPA PA / STR
Die Engländer nahmen Hess gefangen, Hitler tobte und liess ihn für geisteskrank erklären. Nach dem Krieg wurde Hess, der keine Reue zeigte, in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt, die er im alliierten Militärgefängnis Berlin-Spandau verbüsste. Dort erhängte er sich 1987.
Joachim von Ribbentrop, Hitlers Botschafter in London, wurde 1938 Aussenminister, der unter anderem den Hitler-Stalin-Pakt aushandelte.
Bei Kriegsende tauchte Ribbentrop unter dem Pseudonym «Reiser» in Hamburg unter, wurde aber am 14. Juni verhaftet. In Nürnberg wurde er zum Tod verurteilt und starb am 16. Oktober 1946 als erster der Todeskandidaten am Galgen.
Der österreichische Jurist Ernst Kaltenbrunner war Nachfolger von Reinhard Heydrich als Chef der Sicherheitspolizei, des Sicherheitsdienstes und des SS-Reichssicherheitshauptamtes.
Im Nürnberger Prozess bestand seine Strategie darin, jede Beteiligung an Verbrechen zu leugnen – sogar dann, wenn seine Unterschrift auf belastenden Dokumenten stand. Dies fruchtete nichts; er wurde zum Tod verurteilt und starb am 16. Oktober 1946 durch den Strang.
1972 fanden Bauarbeiter in Berlin einen Schädel, der als jener von Martin Bormann identifiziert wurde. Der Chef der Parteikanzlei und Sekretär Hitlers, ein mächtiger Bürokrat, galt zuvor als verschollen. Man vermutete, er sei nach Argentinien geflohen. In Nürnberg wurde er in absentia zum Tod verurteilt. Tatsächlich hatte er am 2. Mai in Berlin Selbstmord begangen. AP
Nach Hitlers Suizid wurde der Admiral und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Karl Dönitz (M.) Reichspräsident. Die von ihm gebildete Reichsregierung wurde am 23. Mai 1945 von den Alliierten abgesetzt. Dönitz wurde verhaftet.
In Nürnberg wurde Dönitz angeklagt und zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er vollumfänglich verbüsste. Er starb 1980 in Aumühle bei Hamburg. AP ?
Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel (M.) unterzeichnet am 9. Mai 1945 im sowjetischen Hauptquartier die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht agierte im Krieg vor allem als Erfüllungsgehilfe Hitlers. In Nürnberg wurde Keitel zum Tode verurteilt und am 16. Oktober 1946 gehängt. KEYSTONE / STR
Alfred Jodl (M.), der Chef des Wehrmachtsführungsstabes, unterzeichnete am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation in Reims. Er war an der Abfassung des völkerrechtswidrigen Kommissarbefehls beteiligt, der die Exekution von Politoffizieren in der Roten Armee anordnete. In Nürnberg wurde er zum Tod verurteilt. Auch er starb am 16. Oktober 1946 am Galgen. Richard Ash
Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer und «Leiter des Judenreferates» im Reichssicherheitshauptamt, war Cheforganisator des Holocausts. Nach dem Krieg geriet er in US-Kriegsgefangenschaft, wurde aber nicht erkannt und konnte fliehen und untertauchen. 1950 gelangte er mithilfe der katholischen Kirche über eine «Rattenlinie» nach Argentinien.
Im Mai 1960 entführte der israelische Geheimdienst Mossad Eichmann in einer spektakulären Aktion nach Israel. 1961 wurde er zum Tod verurteilt und am 31. Mai 1962 gehängt. Die israelische Justiz hat seither niemanden mehr hingerichtet. Seine Leiche wurde verbrannt, die Asche im Mittelmeer verstreut. AP dapd / AP
Der Architekt Albert Speer (l.) sollte für Hitler die gigantomanischen Nazi-Bauten für «Germania» (Berlin) planen. 1942 übernahm er das Ministerium für Bewaffnung und Munition. Als Rüstungsminister war er mitverantwortlich für die Ausbeutung von Zwangsarbeitern. Wikipedia/Bundesarchiv, Bild 146-1971-016-31 / o.Ang.
Gegen Kriegsende wandte er sich gegen Hitlers Nero-Befehl, der eine Taktik der verbrannten Erde in Deutschland vorsah. Wie viele Zerstörungen er wirklich verhinderte, ist umstritten. In Nürnberg entkam er der Todesstrafe nur knapp, er wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 1966 wurde er entlassen, 1981 starb er in London. EPA
Wilhelm Frick, der 1923 am Hitlerputsch teilgenommen hatte, war bis 1943 Reichsinnenminister. Danach wurde er als «Reichsprotektor von Böhmen und Mähren» nach Prag abgeschoben. Als Innenminister setzte Frick die Nazi-Rassengesetze eifrig um. 1946 wurde er in Nürnberg zum Tode verurteilt und am 16. Oktober hingerichtet.
Hans Frank wurde schon 1919 Mitglied der DAP, der Vorläuferpartei der NSDAP. Frank war Hitlers Rechtsanwalt und «Reichsrechtsführer». Ab 1939 war der «Judenschlächter von Krakau» Generalgouverneur im besetzten Polen. Am 4. Mai 1945 verhafteten ihn US-Soldaten in Oberbayern. Das Todesurteil in Nürnberg quittierte der gläubig gewordene Frank mit den Worten: «Ich verdiene und erwarte es». Am 16. Oktober 1946 wurde er gehängt.
Der Deutschbalte Alfred Rosenberg (l.) galt als Chefideologe der Nazis. Ab 1941 war er Leiter des «Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete» und damit mitverantwortlich für die Vernichtung der osteuropäischen Juden. Zugleich nutzte er sein Amt, um Kunstschätze zu plündern. Getty Images
Rosenberg wurde am 18. Mai in Flensburg verhaftet. In Nürnberg, wo er wie viele Nazi-Grössen alle Schuld auf Hitler und Himmler schob, wurde er zum Tode verurteilt. Am 16. Oktober 1946 starb er durch den Strang.
Der Jurist Arthur Seyss-Inquart (M.) war 1938 für wenige Tage der letzte Bundeskanzler Österreichs vor dem Anschluss an das Deutsche Reich und danach Reichsstatthalter der «Ostmark». Nach dem Westfeldzug wurde er Reichskommissar für die besetzten Niederlande. Kanadische Soldaten nahmen ihn in Den Haag fest. 1946 wurde er in Nürnberg zum Tode verurteilt und am 16. Oktober gehängt. Historisches Archiv ORF / Historisches Archiv Orf/Heinrich
Der Finanzfachmann Hjalmar Schacht (M.) war 1924-1929 sowie 1933-1937 Reichsbankpräsident, 1934-1937 zudem Reichswirtschaftsminister. Nach dem Attentat auf Hitler 1944 kam er als Mitverschwörer ins KZ, bei Kriegsende wurde er von der SS ins Südtirol verschleppt und dort befreit.
Schacht wurde von den Alliierten verhaftet, aber in Nürnberg freigesprochen. In der Nachkriegszeit versuchte er, seine Mitgliedschaft in der NSDAP zu bestreiten, wurde aber Mitglied der rechtsextremen «Gesellschaft für freie Publizistik». Bis zu seinem Tod 1970 fungierte er als finanzpolitischer Berater mehrerer aussereuropäischer Länder. Wikipedia/Bundesarchiv_146-1984-040-26 / o.Ang.

So erklärt der Pro-Chemnitz-Organisator die Hitlergrüsse

Video: watson/watson.de

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