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Der Playoff-Start ist Qualisieger Bern gründlich missglückt. Bild: KEYSTONE

(K)ein Grund zur Panik – muss der SCB nach dem Playoff-Fehlstart bereits zittern?

Nach der Niederlage im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Servette steht der Qualisieger Bern heute bereits mächtig unter Druck. Beruhigen dürfte den SCB die bisherige Playoff-Bilanz gegen Servette.

Publiziert: 12.03.19, 16:06
Marcel Kuchta / ch media

Das nennt man dann wohl einen klassischen Fehlstart. Der hoch favorisierte SC Bern unterlag in seinem ersten Playoff-Viertelfinal auf eigenem Eis dem klaren Aussenseiter Servette Genf mit 0:2. Stellt sich die Frage: Ist diese Niederlage für die Berner ein blosser Betriebsunfall oder muss man sich beim Titelfavoriten Nummer eins bereits ein wenig Sorgen machen?

SCB-Trainer Kari Jalonen durfte auch schon entspannter dreinblicken. Bild: KEYSTONE

Der historische Blick zurück zeigt, dass derartige Fehlstarts keine Seltenheit sind. Seit der Einführung des Bestof-7-Formats in der Saison 1997/1998 ging der Qualifikationssieger im ersten Playoff-Duell gegen den Achten sechsmal als Verlierer vom Eis. Ernsthafte Konsequenzen in Form des Ausscheidens hatte das aber nur in zwei Fällen:

  • 2015/16 unterlagen die ZSC Lions dem mit Ach und Krach für die Playoffs qualifizierten SC Bern mit 3:4 nach Penaltyschiessen. Die Berner gewannen auch die nächsten drei Duelle gegen die Zürcher und wurden am Ende sogar Meister.
  • Auch im zweiten Fall waren die Berner involviert. In der Saison 2004/2005 gewannen sie das erste Spiel in Lugano mit ... 2:0 und schalteten den Qualisieger mit 4:1 Siegen aus.

Kurioserweise schieden die Berner auch selber zweimal als Tabellenerster in den Viertelfinals aus, obwohl sie das erste Spiel der jeweiligen Serien gewannen. 2005/2006 zog man gegen Kloten den Kürzeren (Serien-Endstand: 2:4), 2007/2008 gegen Fribourg-Gottéron (2:4).

Enttäuschte Berner nach dem Playoff-Out 2008. Bild: PHOTOPRESS

Diese Fehlstarts machen Mut

Dann gibt es auch noch die Fehlstart-Fälle, die den Bernern im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Playoffs durchaus Mut machen dürfen. Viermal setzte sich nämlich am Ende doch der Favorit durch, wenn auch jedes Mal erst im siebten Spiel. In drei Fällen wurde der Qualisieger dann auch gleich Meister.

  • 1997/1998 musste der EV Zug im ersten Playoff-Spiel eine 4:6Niederlage gegen Rapperswil verdauen und kämpfte sich nach einem 1:3-Rückstand zurück. 2006/2007 unterlag der HC Davos im ersten Duell den ZSC Lions mit 2:3 nach Verlängerung und holte in der Serie ebenfalls einen 1:3Rückstand auf.
  • 2013/2014 verloren die ZSC Lions auf eigenem Eis gegen Lausanne 1:4, feierten dann drei Siege in Folge, ehe Lausanne wieder zurückkam. Im siebten Spiel kamen die Zürcher dank einem 1:0 weiter.
  • 2014/15 verloren die Lions in einer denkwürdigen Partie gegen den EHC Biel mit 0:5. Zürichs Trainer Marc Crawford lieferte sich mit Biels Headcoach Kevin Schläpfer ein heftiges Wortgefecht – Stichwort «Hollywood». Auch hier entschied der ZSC die Serie im siebten und letzten Spiel. Im Final scheiterte man dann allerdings am HC Davos

Die Fluchtirade von Crawford gegen Schläpfer. Video: YouTube/Hans Heureka

Sechs Serien, sechs Siege

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für den SC Bern durchaus Gründe gibt, sich Sorgen zu machen. Eine neuerliche Niederlage in Genf kann dazu führen, dass die personell arg angeschlagenen Servettiens plötzlich ungeahnte Kräfte freisetzen.

Auf der anderen Seite ist aber auch Panik völlig fehl am Platz. Zumal der SCB aus sämtlichen der sechs bisherigen Playoff-Serien gegen Servette als Sieger hervorgegangen sind. Ein Auswärtserfolg am heutigen Abend könnte also bereits wieder Zweifel beim Gegner streuen.

Die grossen Playoff-Wenden im Schweizer Eishockey

«Chered die Serie!», fordern die Fans immer wieder, wenn ihr Klub im Playoff hoffnungslos zurückliegt. Doch erst elfmal hat das in der National League seit Einführung des Best-of-Seven-Modus nach mindestens einem 1:3-Rückstand auch geklappt. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
2013: Bern – Servette im Viertelfinal. Vom 1:3 zum 4:3. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
2013: ZSC Lions – Davos im Viertelfinal. Vom 1:3 zum 4:3. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
2012: Bern – ZSC Lions im Final. Vom 3:1 zum 3:4. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
2010: Servette – Fribourg im Viertelfinal. Vom 1:3 zum 4:3. PHOTOPRESS / SALVATORE DI NOLFI
2009: Davos – Fribourg im Halbfinal. Vom 1:3 zum 4:3. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
2008: Zug – Davos im Viertelfinal. Vom 3:0 zum 3:4. KEYSTONE / URS FLUEELER
2007: Davos – ZSC Lions im Viertelfinal. Vom 1:3 zum 4:3. PHOTOPRESS / STEFFEN SCHMIDT
2007: Zug – Rapperswil-Jona im Viertelfinal. Vom 0:3 zum 4:3. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
2006: Lugano – Ambri im Viertelfinal. Vom 0:3 zum 4:3. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
2004: Lugano – ZSC Lions im Halbfinal. Vom 1:3 zum 4:3. KEYSTONE / KARL MATHIS
2001: HC Lugano – ZSC Lions im Final. Vom 3:1 zum 3:4. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT

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