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Das Vertrauen in Pierre Maudet ist verblasst. Für viele ist er als Politiker untragbar.  Bild: KEYSTONE

«Wir vertrauen ihm nicht»: 4000 fordern Rücktritt von Pierre Maudet per Online-Petition

Publiziert: 27.11.18, 06:35 Aktualisiert: 27.11.18, 07:13

Eine Online-Petition hat den angeschlagenen Genfer Staatsrat Pierre Maudet zum Rücktritt aufgefordert. Der Politiker war wegen einer umstrittenen Reise nach Abu Dhabi bereits mehrfach von der Staatsanwaltschaft angehört worden.

Am Dienstagmorgen hatten bereits über 4000 Personen die Online-Petition unterzeichnet. «Wir glauben, dass Pierre Maudet nicht länger Staatsrat bleiben kann, weil wir ihm nicht mehr vertrauen. Dies gilt unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens», hiess es vom Initiator der Petition auf seiner Webseite.

Auch aus den eigenen Reihen kam am Dienstag eine Rücktrittsforderung. Der Genfer FDP-Nationalrat Benoît Genecand äusserte sich dementsprechend in Interviews mit den Zeitungen «Tribune de Genève» und «24heures». Die Situation sei nicht gut für Maudet, nicht gut für die Partei und nicht gut für den Kanton, sagte Genecand den Zeitungen.

Ohnehin muss Maudet am Mittwoch auf dem Generalsekretariat der FDP Schweiz in Bern antraben. Er hatte eine Vorladung erhalten. Die Parteispitze wolle nämlich von ihm selbst hören, was er zur Affäre zu sagen habe. (sda)

Loro & Nicos Spesen unter der Lupe:

Video: watson/nico franzoni, laurent äberli

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Diese Politiker scheitern am Feldstecher:

Besuche an der Grenze sind bei Politikern beliebt. Dabei können sie sich als wachsame, zupackende Landesväter inszenieren. Fast schon Pflicht ist dabei ein Blick durchs Fernglas. Nicht immer denken die Politiker daran, die Schutzklappen zu öffnen. Jüngstes Beispiel: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der am Grenzübergang Kirchdorf die neu gebildete bayrische Grenzpolizei besucht. (KEYSTONE/DPA/Lino Mirgeler) DPA / LINO MIRGELER
Das Missgeschick ist schon manchem unterlaufen. Im Bild der damalige israelische Verteidigungsminister Amir Peretz (rechts) mit Generalstabsschef Gabi Ashkenazi auf den Golan-Höhen. Der frühere Gewerkschafter Peretz wurde ohne nennenswerte militärische Erfahrung zum Verteidigungsminister ernannt und stand unter besonderer Beobachtung. Laut einem anwesenden Fotografen habe er beim Besuch der Golan-Höhen mehrmals in den «geschlossenen» Feldstecher gestarrt und dabei den Erläuterungen seines Generalstabschefs nickend zugehört. AP / EFFI SHARIR
In Israel gehört der Besuch bei militärischen Einheiten an der Grenze fast schon zum Alltag der Politiker. Hier der damalige Premier Ariel Scharon während der zweiten Intifada 2002. Als kampferprobter General in zahlreichen Kriegen dürfte dem 2014 verstorbenen Scharon die Funktionsweise von Ferngläsern aber grundsätzlich bekannt gewesen sein.
Davon darf auch beim jetzigen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu ausgegangen werden. Er war als junger Mann Mitglied der Eliteeinheit Sayeret Matkal. Bei einer Inspektion im Süden Israels während des Gaza-Kriegs 2015 unterlief ihm trotzdem das Missgeschick mit den Feldstecher-Verschlussklappen. screenshot youtube.com
Umstritten ist die Authentizität dieses Bild des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Ihm soll das Missgeschick bei einem Besuch der demilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea im Jahr 2001 unterlaufen sein. Laut der Fact-Checker-Website Snopes lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob das Bild echt ist. Falls Bush durch den «geschlossenen» Feldstecher geschaut haben sollte, bemerkte er seinen Fehler rasch. Andere Bilder vom selben Standort zeigen ihn mit geöffneten Verschlussklappen. snopes.com
Authentizität unklar: Zu diesem Schluss kommen die Faktenchecker von Snopes auch bei der Aufnahme des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton in der demilitarisierten Zone an der innerkoreanischen Grenze von 1993. Es ist möglich, dass Clinton durch ein Fernglas-Modell mit abgedunkelten Gläsern schaut. snopes.com
Dieses Bild hingegen ist echt: Der verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chávez formt mit seinen Händen ein Fernglas. Die Aufnahme entstand während einer Pressekonferenz in Caracas im Jahr 2004. AP / LESLIE MAZOCH