Aktuelle Themen:

Drei Personen haben gegen Rebecca Ruiz Klage eingereicht. Bild: KEYSTONE

Urkundenfälschung und Vetternwirtschaft: Klage gegen SP-Nationalrätin Rebecca Ruiz

Publiziert: 12.03.19, 06:37

Knapp eine Woche vor der Ersatzwahl für die Waadtländer Regierung ist gegen SP-Kandidatin Rebecca Ruiz Klage von drei Bürgern eingereicht worden. Sie werfen der Nationalrätin Gesetzesverstösse wegen einer früheren Anstellung an einer Schule vor.

Die Strafklage wurde am Montagabend an die Staatsanwaltschaft geschickt, wie einer der drei Kläger, Anwalt Samuel Thétaz, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Er bestätigte Informationen der Westschweizer Zeitung «24 Heures».

Anne-Catherine Lyon Bild: KEYSTONE

Die Kläger beschuldigen Ruiz respektive die frühere Waadtländer Erziehungsdirektorin Anne-Catherine Lyon neben der Urkundenfälschung auch der ungetreuen Amtsführung und der Vetternwirtschaft. Demnach soll Ruiz von 2013 bis 2014 von einem ungewöhnlichen Arbeitsvertrag profitiert haben. Die Kriminologin war vom Kanton an einer Sekundarschule als Lehrerin angestellt, obwohl sie nie unterrichtet hat und über keine entsprechende Ausbildung verfügte. Die damals zuständige Departementsvorsteherin Lyon war eine Parteikollegin von Ruiz.

Medien berichteten bereits im Dezember über den umstrittenen Vertrag. Die Kläger reichten ihre Beschwerde laut Anwalt Thétaz erst jetzt ein, weil die Staatsanwaltschaft nicht von sich aus Ermittlungen aufgenommen habe. Der Anwalt dementierte ein politisches Interesse in dem Fall. Er stehe nicht der SVP nahe, deren Kandidat Pascal Dessauges als Hauptkonkurrent von Ruiz im Wahlkampf um den freiwerdenden Regierungssitz gilt.

Pascal Dessauges Bild: KEYSTONE

«Total unbegründet»

Ruiz und die Waadtländer SP wiesen in einer Stellungnahme die Vorwürfe als «total unbegründet» zurück. Sie bedauern die Klage und halten diese für einen «kleinlichen Versuch», die Justiz abzulenken durch Personen, «die offensichtlich keine substanzielle Debatte über die Zukunft des Kantons führen wollen».

Die SP-Politikerin hatte zuvor bereits mehrfach den Vertrag verteidigt. Bevor dieser besiegelt worden sei, habe sei mit einem befristeten Arbeitsvertrag mehrere Berichte zu Gewalt an Schulen für das Erziehungsdepartement verfasst. Weil solche Temporärverträge gemäss Reglement nicht unbegrenzt verlängert werden konnten, sei sie für das letzte Jahr einer Schule angegliedert worden, um die Arbeit zu Ende führen zu können. Ihr sei damals erklärt worden, dass es sich um eine Verwaltungspraxis handle, die auch bei anderen Mitarbeitern angewendet werde.

Die 36-jährige Ruiz sitzt seit 2014 im Nationalrat. Dort profilierte sie sich vor allem bei Gesundheitsthemen. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern:

Daniel Jositsch (SP/ZH). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Hans-Ueli Vogt, SVP-ZH. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Parteipräsident Albert Roesti, SVP-BE, (links) und Cedric Wermuth, SP-AG. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Hans Egloff, SVP-ZH, zeigt ein Shirt des Cupsiegers FC Zürich. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Andreas Glarner, SVP-AG. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Bergbauer Armin Capaul mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Bundesrat Ignazio Cassis. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Roger Köppel, SVP-ZH, (links) und Thomas Aeschi, SVP-ZG, KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Christine Häsler, GPS-BE, (rechts) und Evi Allemann, SP-BE. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Flavia Wasserfallen, SP-BE, Kathrin Bertschy, GLP-BE, Claudia Friedl, SP-SG, Martina Munz, SP-SH, und Min Li Marti, SP-ZH (von links nach rechts). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Fraktionschef Thomas Aeschi, SVP-ZG. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, Gregor Rutz, SVP-ZH, und Roger Köppel, SVP-ZH. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Celine Amaudruz, SVP-GE, (vorne), Walter Wobmann, SVP-SO, Albert Roesti, SVP-BE, Adrian Amstutz, SVP-BE, Gregor Rutz, SVP-ZH, und Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, (von links nach rechts). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Bundesraetin Simonetta Sommaruga und Ida Glanzmann-Hunkeler, CVP-LU. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Bundesrat Guy Parmelin und Thomas Hefti (FDP/GL). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Flavia Wasserfallen, SP-BE. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Nationalrat Juerg Stahl, SVP-ZH, Ständeraetin Pascale Bruderer, SP-AG und der Direktor des Bundesamtes für Sport, Matthias Remund. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Barbara Steinemann, SVP-ZH, (links) und Barbara Keller-Inhelder, SVP-SG. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Denis de la Reussille, PdA-NE mit Sibel Arslan, GP-BS. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Lisa Mazzone, GP-GE, Priska Seiler Graf, SP-ZH, und Maya Graf, GP-BL, (von links nach rechts). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Elisabeth Schneider-Schneiter, CVP-BL, und Beat Walti, FDP-ZH. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Aline Trede, GP-BE. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Elisabeth Schneider-Schneiter, CVP-BL, und Kathy Riklin, CVP-ZH. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Celine Amaudruz, SVP-GE. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Bundesrat Johann Schneider-Ammann. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE