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Heute Abend werden hunderttausende patriotische Zürcher die Strassen säumen. Bild: Getty Images Europe

Der Enthüller

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ZÜGEDA trifft sich heute Abend zur ersten Demo vor dem Opernhaus 

Pavel Kulicka



Zürich (den). Regelmässig treffen sich in Dresden und anderen deutschen Städten die Anhänger der Anti-Islam-Gruppierung PEGIDA zum lebhaften Austausch und dem gelegentlichen Singen von alten Bob-Marley-Liedern. Nun ist die deutsche PEGIDA-Bewegung auch in der Schweiz angekommen. Am Sonntag Abend wurde in einer Beiz im Zürcher Niederdorf der Verein ZÜGEDA gegründet. Bereits für heute Abend ist ein erster Spaziergang angekündigt. Doch die Zürcher haben auf den zweiten Blick wenig mit ihren deutschen Namensvettern gemeinsam. «Unser Verein nennt sich ‹Zürcher gegen die Andern›», sagt der Sprecher der Organisation Ignaz Bertaz. «Da der Zürcher ja aus Prinzip gegen alles andere ist, war es relativ einfach, genügend Anhänger für unsere Sache zu finden

Doch so schnell die Gründung des Vereins gedauert hat, so schwierig sei es, die Anliegen der einzelnen Subgruppen unter einen Hut zu bringen. «Wir müssen unseren Abendspaziergang, ähnlich wie beim Sechseläuten, in verschiedene Gruppen unterteilen», so Bertaz. «Zuvorderst marschieren die ‹Zürcher gegen die schleichende Veraargauerung des Kantons›(ZÜGEDISVEKA). Auf diese folgen die Zürcher gegen ein Zürich ohne neues Fussballstadion (ZÜGEZÜOHNEFUSTA), gefolgt von den Zürchern gegen ein neues Fussballstadion (ZÜGENEFUSTA). Möglicherweise tauchen auch ein paar Anhänger von ‹Zürcher gegen die Europaallee› auf, aber diese werden vermutlich unter ihrem alten Namen RTS@ZH marschieren», sagt Bertaz. Damit die Europaallee trotzdem nicht zu Schaden kommt, habe man den Start des Umzugs deshalb bewusst am Bellevue gewählt und werde vermutlich Richtung Wollishofen spazieren.

(Jung-)Politiker sichern Teilnahme zu

Da im Kanton Zürich bald gewählt wird und auch der Wahlkampf für die nationalen Wahlen schon da und dort gestartet ist, werden auch einige Zürcher Parteien am Umzug erscheinen. «Wir wollen unsere äusserst erfolgreiche Plakatkampagne am Umzug noch bekannter machen und laufen deshalb als ‹Zürcher gegen eine einheitliche Rechtschreibung› (EffDP) mit den anderen Gruppierungen mit», sagt der Sprecher.

Doch die politische Konkurrenz lässt nicht auf sich warten. Auch die Zürcher DUSO kündigt ihr Kommen an. «Obwohl wir Worte wie Toleranz und Offenheit hochhalten, sind wir DUSOs doch auch sehr häufig gegen etwas. Zum Beispiel sind wir gegen Abzocker, Kapitalisten, Grossbanken, Fastfood, Autos, Latte Macchiatos, amerikanische Actionfilme, Volksmusik sowie alle Parteien, die Rechts von uns politisieren. Da ist es nur logisch, dass wir an diesem Anlass dabei sein werden», sagt DUSO Präsident Mobian Falina.

Eine Grosspartei wird jedoch fehlen. Die SVAUP. «Wir waren schon gegen alles andere, als es noch uncool war, gegen irgend etwas zu sein», sagt ein sichtlich gereizter Adolf Speer auf Anfrage des Enthüllers. «Wenn nun all diese Hipster auf den ‹Gegen›-Zug aufspringen, wird daraus eine Mainstreamveranstaltung. Und wenn wir von der SVAUP gegen etwas sind, dann ja wohl gegen den Mainstream. Deshalb machen wir diesen Schrott nicht mit.» Speer kündigt aber eine Gegen-Gegendemonstration an. «Alle aufrechten Schweizerinnen und Schweizer sind herzlich eingeladen an unserem ‹Marsch aufs Stöckli› teilzunehmen. Wäre schön, wenn sich da ein paar Leute beteiligen würden. Als wir vor vier Jahren schon einmal sowas durchgeführt haben, kam leider niemand.»

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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