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Im Kartoffel-Vollernter werden die Kartoffeln während der Fahrt über den Acker von Steinen und Erdklumpen getrennt, danach sortiert und gesammelt.

Kartoffel-Ernte mit dem Kartoffel-Vollernter: Im Mai werden die ersten Schweizer Kartoffeln geerntet. Der Kartoffelanbau ist gleichzeitig Risiko-Geschäft und Wissenschaft. Pia Neuenschwander

Smart Farming

Haben die dümmsten Bauern die grössten Kartoffeln? Die Antwort: Ein klares Nein!

Im Mai werden die ersten Schweizer Kartoffeln geerntet. Zwar werden wegen den Restaurant-Schliessungen im Corona-Lockdown 75 Prozent weniger Pommes frites verkauft, dafür 25 Prozent mehr Pommes Chips und sogar 40 Prozent mehr Speisekartoffeln. Der Kartoffelanbau ist gleichzeitig Risiko-Geschäft und Wissenschaft.

Jürg Vollmer



Was ist Smart Farming?

Smart Farming ist der neue Blog von watson. Und alles dreht sich um die Landwirtschaft. Denn wir Schweizer glauben vielleicht, die moderne Landwirtschaft zu kennen, haben aber ehrlicherweise keine Ahnung mehr davon. Wir wollen deshalb das Thema auch den «Städtern» wieder näher bringen, ohne dabei zu Schulmeistern. Und möglichst am Beispiel von jungen Landwirten, die mit ihrem «Smart Farming» bereits ihren Beitrag für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Landwirtschaft leisten.

Mehr über Autor und Blog am Ende des Artikels.

Haben die dümmsten Bauern wirklich die grössten Kartoffeln? Die Antwort ist ein klares Nein! Denn eine Kartoffel der Sorte «Charlotte» – unsere klassische Speisekartoffel – darf zum Beispiel höchstens 60 Millimeter Durchmesser und 120 Millimeter Länge haben.

Grössere – oder je nach Sorte und Verwendungszweck auch kleinere – Speisekartoffeln weisen die Verarbeiter und Grossverteiler zurück. Ebenso Speisekartoffeln mit Verfärbungen oder Druckstellen auf der Schale. Und natürlich alle Speisekartoffeln, die von Schädlingen befallen oder faul sind.

Bereits eine einzige faule Kartoffel reicht aus, dass die Annahme der ganzen Lieferung eines Landwirtes verweigert wird. Der Ertrag von 1 Hektare sind ungefähr 40 Tonnen oder 500'000 Kartoffeln. Es genügt also, wenn eine einzige von 500'000 Kartoffeln oder 0,0002 Prozent der Ernte faul ist.

Solche Speisekartoffeln werden selbstverständlich nicht untergepflügt oder auf dem Kompost abgeladen, es gibt also kein Food waste.

Diese Kartoffeln werden denaturiert. Das heisst, sie werden an Kühe und Schweine verfüttert. Jährlich landen so rund 30 Prozent der Kartoffel-Ernte oder 100'000 Tonnen in den Futtertrögen.

Kartoffeln landen auf Deinem Teller, aber auch im Tierfutter und in Textilien

Für jeden Zweck gibt es eigene Kartoffelsorten. McDonalds möchte zum Beispiel für seine Pommes frites möglichst grosse und lange Kartoffeln. Während Zweifel Pommes-Chips für seine knusprigen Kartoffelscheiben nicht zu grosse und ovale Kartoffeln braucht.

Für die Kartoffelstock-Produktion möchte die Industrie wiederum möglichst grosse Kartoffeln. Da könnten die Landwirte auch Kartoffeln in Fussball-Grösse liefern, wenn es denn unter den weltweit 7000 Kartoffelsorten solche geben würde.

Abgesehen von den Sorten werden die Kartoffeln je nach Verwendungszweck in sechs «Arten» unterschieden:

Landwirt Daniel Peter: «Die Kartoffel verzeiht keine Fehler»

«Trotz jahrzehntelanger Erfahrung als Kartoffelproduzent arbeite immer wieder daran, den Anbau zu optimieren» erklärte Landwirt Daniel Peter aus Rickenbach ZH, «denn die Kartoffel verzeiht keine Fehler».

«Trotz jahrzehntelanger Erfahrung als Kartoffelproduzent arbeite ich immer wieder daran, den Anbau zu optimieren», erklärt Landwirt Daniel Peter, «denn die Kartoffel verzeiht keine Fehler». Sebastian Hagenbuch / «die grüne»

Bevor sie diese Kartoffeln ernten können, investieren unsere Landwirte viel Zeit und Know-how, aber auch viel Mechanisierung, Infrastruktur (Lagerhallen) und Geld.

«Trotz jahrzehntelanger Erfahrung als Kartoffelproduzent lerne ich jedes Jahr dazu und arbeite immer wieder daran, den Anbau zu optimieren», erklärte mir Landwirt Daniel Peter aus Rickenbach ZH, «denn die Kartoffel verzeiht keine Fehler».

Wir machen dich in fünf Minuten zum Kartoffelbauern – na ja, fast ...

Du glaubst nicht, dass der Kartoffelanbau so komplex ist? OK, dann machen wir mit Daniel Peter zusammen eine Schnellbleiche im Kartoffelanbau:

Kartoffeln sind die kapitalintensivste Ackerkultur in der Schweizer Landwirtschaft

Alleine diese drei Anbaugeräte kosten zusammen gut 75’000 Franken. Ohne den Traktor notabene, der rund 100’000 Franken kostet – und der natürlich auch für viele andere Arbeiten eingesetzt wird, wie ich hier im Smart Farming-Blog schon mal beschrieben habe.

Für den eigentlichen Kartoffelanbau investiert Daniel Peter noch einmal 6000 Franken pro Hektare – also 30’000 Franken alleine für Pflanzkartoffeln, Dünger und Pflanzenschutzmittel, nämlich:

Für 5 Hektaren Acker braucht es 12 Tonnen Pflanzkartoffeln

«Mit den heutigen Möglichkeiten ist es extrem schwierig, Kartoffeln ohne Pflanzenschutzmittel anzubauen. Dafür braucht es zuerst resistentere Kartoffelsorten und schonendere Herbizide, denn ein Ausschuss von nur schon 30 Prozent wäre ein brutalen Verlustgeschäft», erklärte Landwirt Daniel Peter aus Rickenbach ZH.

Landwirt Daniel Peter lässt die Pflanzkartoffeln vor dem Setzen in einem eigenen Lagerhaus in Plastikkisten vorgekeimen. Sebastian Hagenbuch / «die grüne»

Ohne Maschinen läuft gar nichts im Kartoffelanbau

Die Pflanzkartoffeln lässt Daniel Peter vor dem Setzen in einem eigenen Lagerhaus in Plastikkisten vorkeimen. Für seine 5 Hektaren Acker braucht der Landwirt 12 Tonnen vorgekeimte Pflanzkartoffeln, die er mit einer Kartoffel-Legemaschine in die Erde bringt.

Diese Kartoffel-Legemaschine zieht auf dem lockeren Acker eine Furche und legt in diese in regelmässigen Abständen von 23 Zentimetern die Pflanzkartoffeln. Anschliessend formt die Maschine zum Schutz über den Pflanzkartoffeln mit lockerer Erde einen Damm.

Die Arbeitsschritte beim Kartoffeln pflanzen

abspielen

Zuerst wird der Boden gepflügt, entsteint und «gekrümelt», dann werden die Pflanzkartoffeln gelegt und die Reihen gehäufelt. Video: YouTube/AgrarBlick

Das Wachstum der Kartoffeln hängt von der Sorte und natürlich vom Boden und den klimatischen Bedingungen ab:

Die ersten Schweizer Kartoffeln werden schon im Mai geerntet

Der sogenannte Kartoffel-Vollernter hebt einen ganzen Kartoffel-Damm komplett auf ein Sieb, wo dann die Erde abgesiebt wird.

Der sogenannte Kartoffel-Vollernter hebt einen ganzen Kartoffel-Damm komplett auf ein Sieb, wo dann die Erde abgesiebt wird. Pia Neuenschwander / «die grüne»

Für die Kartoffel-Ernte fahren die grossen Maschinen auf

Geerntet werden die Knollen mit einem Kartoffel-Vollernter. Dieser hebt einen Kartoffel-Damm komplett auf ein Sieb, in dem zuerst die Erde abgesiebt wird. Die Kartoffeln werden dann während der Fahrt über den Acker von Steinen und Erdklumpen getrennt, danach sortiert und gesammelt.

Nur schon die Kartoffel-Legemaschine, die Pflanzenschutz-Spritze und der Kartoffel-Vollernter kosten über 250’000 Franken. Deshalb engagieren viele Landwirte für diese Arbeiten einen Lohnunternehmer, der mit seinen Maschinen bei Dutzenden von Kartoffelbauern die Ernte einfährt.

All das investieren die Kartoffel-Bauern, bevor auch nur ein Franken hereinkommt. Spätestens jetzt verstehst du, wieso der Kartoffelanbau gleichzeitig Risiko-Geschäft und Wissenschaft ist. Über das abgedroschene Sprichwort vom dümmsten Bauern und den grössten Kartoffeln können unsere Landwirte nur schmunzeln.

Bild

Jürg Vollmer

Jürg Vollmer (58) schreibt als Chefredaktor des Fachmagazins «die grüne» pointiert über die Schweizer Landwirtschaft. Dabei recherchiert er im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Der kantige Bündner schaut Politikern, Chemie-Konzernen, Wissenschaftlern und Landwirten genauso kritisch auf die Finger wie den Konsumenten.

Im watson-Blog gibt Jürg einen Einblick in die moderne Landwirtschaft, die wir Schweizer zu kennen glauben – von der wir aber ehrlicherweise keine Ahnung (mehr) haben.

Sein Fachmagazin «die grüne» ist seit 1864 eine der ältesten Zeitschriften Europas und heisst so, weil ihr Titelblatt früher aus grünem Karton war.

Du findest «die grüne» online hier:
www.diegruene.ch
www.facebook.com/diegruene
www.twitter.diegruene_agrar
www.instagram.com/diegruene_agrar

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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 14.05.2020 10:20
    Highlight Highlight Sehr spannende Serie und eine nette Abwechslung zu irgendwelchen Büroartikeln. Viele sind sich nicht bewusst, was Landwirte so leisten und motzen nur immer über Subventionen, dabei gehen sie einem Beruf nach, der sie 5 Tage die Woche zu 42 bis 43 Stunden beansprucht, in einem klimatisierten und regenfesten Büro stattfindet und mit einem festen Lohn entschädigt wird ohne Risiko...
  • MitchBitch 14.05.2020 03:05
    Highlight Highlight Die morphologische Dimension sub-terraler Agrarprodukte variiert in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität des Kultivators....
  • Satan Claws 14.05.2020 02:42
    Highlight Highlight Was meint Agroscope eigentlich zur Kupferthematik die hier oft angesprochen wird?

    https://www.agrarforschungschweiz.ch/artikel/2018_02_2362.pdf

    "Die heutige Situation ist geprägt von der intensiven konventionellen Landwirtschaft, die 87% der pflanzenbaulich genutzten Flächen bewirtschaftet."

    "Wir schätzen, dass derzeit etwa 94% des verwendeten Kupfers im konventionellen Bereich eingesetzt wird."

    Konventionelle Bauern benutzen auf 87% Fläche ca. 94% des Kupfers. Jetzt noch so, dass es die mit grossen Kartoffeln verstehen:

    Bio-Bauern verwenden weniger Kupfer als ihre Giftsprühkollegen.
  • Seuli 13.05.2020 17:10
    Highlight Highlight Und naechste Woche bei Watson:

    ...der Fischereiverband erklaert uns, dass Sie natuerlich nicht im "Im Trüben fischen"...
    ... Die Jaeger "Die Flinte" nicht "ins Korn werfen"

    Im Ernst, der Inhalt des Artikels ist interessant und aufschlussreich, den Aufhaenger am Sprichwort, dass jetzt echt niemand woertlich interpretiert, finde ich zu konstruiert.
  • bbelser 13.05.2020 17:05
    Highlight Highlight Danke für die interessanten Infos zum Kartoffelbau.
    Mal ne Frage: an wen muss ich mich wenden, wenn ich gerne mehr Kartoffel-Vielfalt hätte?
    Wieso diese geschmacksverarmte Sorten-Einfalt?
    Die Bauern sagen mir, die Verarbeiter und Distributoren wollen das so. Die Verarbeiter und Distributoren sagen mir, die Kunden wollen das so. Wenn man aber Kunden fragt, dann sagen die meistens: wo ist die Sortenvielfalt von früher? Und nicht: ich hätte gerne langweilige, fade, geschmacklose Einheits-Norm-Kartoffeln, weil sie so toll gleich gross und geformt sind.
    Ob da wohl die Maschine das Sagen hat?
    • Skip Bo 13.05.2020 17:58
      Highlight Highlight Industriesorten (Chips, Frites) müssen mehrere Kriterien erfüllen: der Stärkegehalt, der Backtest (bei diesem Test werden Scheiben frittiert, diese dürfen danach nicht braun verfärbt sein) und das Lagerverhalten (Keimverhalten, Änderung des Backtestes am Lager).
      Solche Sorten werden speziell für diese Verwendung gezüchtet.
      Speisesorten werden nach anderen Kriterien ausgesucht. Die Verarbeiter sind an möglichst einheitlichen Sorten interessiert, um möglichst keine Ladenhüter im Sortiment zu haben.
    • bbelser 13.05.2020 18:14
      Highlight Highlight @Skip Bo: merci für deine Ergänzungen zum Artikel.
      Wäre eigentlich Sorten-Vielfalt im Anbau nicht auch eine Risikominderung, verschiedene Sorten haben ja unterschiedliche Anfälligkeiten für Krankheiten? Oder überwiegen da schlicht die Anforderungen industrieller Massenfertigung?
    • Nelson Muntz 13.05.2020 19:36
      Highlight Highlight du kaufst wo m Kiosk oder der Autobahnraststätte ein. Sogar Supermärkte haben meist eine Auswahl an verschieden Sorten (nein, meine nicht fest-, mehligkochend etc.) Oder bequem dich mal auf einen Wochenmarkt, da gibts diverse Sorten auch Bio.

      ...oder aber du hast einfach Pech und wohnst irgendwo total langweilg, wo Quantiät vor Qualität kommt? 🤷🏻‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • bokl 13.05.2020 16:56
    Highlight Highlight - Welcher Bauer hat den nun die grössten Kartoffeln?
    - Wo liegt dieser Bauer im bäuerlichen Inteligenzranking?
    - Wer ist der dümmste Bauer der Schweiz und wie viel kleiner als der Schnitt sind dessen Kartoffeln?

    Viele wichtige Fragen werden nicht beantwortet :)
    • bbelser 13.05.2020 18:49
      Highlight Highlight In mir wächst die bange Frage:
      geht es hier wirklich noch um Feldfrüchte? Oder reden wir schon längst über Emma-Amour-Kartoffeln?
      Ja, so vieles bleibt offen... 😉
  • Vintage 13.05.2020 16:03
    Highlight Highlight Hier in Frankreich haben wir die Ratte, die Grenaille und sie sagenhafte Kartoffel von der Île de Noirmoutier. Und viele andere Sorten. 😍🇫🇷
    • Skip Bo 13.05.2020 17:35
      Highlight Highlight Ratte (sprich ratt, sollte französisch ausgesprochen werden) gibt's auch in der Schweiz. Aber mit diesem Namen für eine Kartoffelsorte findet man im deutschsprachigen Raum kaum Abnehmer.
      Viele Sortennamen sind Frauennamen, oft mit dem Zusatz Lady, z.B. Lady Christel.
      Da hat Ratte keine Chance
  • Vecchia 13.05.2020 15:50
    Highlight Highlight tja, und den Bedingungen der Kartoffelverarbeiter und den Vorstellungen heikler Kunden fiel leider auch das Aroma der Kartoffel zum Opfer. Wie bei sovielen anderen Gemüsen.

    Die neueren Sorten schmecken nach nichts und oekologisch vorteilhafte Kartoffeln (Granola) sind Ladenhüter geworden bis man sie aufgegeben hat.

    Ich vermisse Sirtema, Stella, Desiree etc. und Granola sowieso.

    • bbelser 13.05.2020 18:02
      Highlight Highlight Die vermisse ich mit dir. Manchmal gibt's bei uns in einer eher kleinen Landi noch etwas grössere Vielfalt bei Kartoffeln und v. a. Äpfeln. Aber man muss schon recht suchen...
  • DemonCore 13.05.2020 14:51
    Highlight Highlight Wie gross ist der Ertrag pro Hektare noch wenn auf jegliche Pestizide verzichtet wird? Wieviele Prozent weniger auf einem durchschnittlichen CH Acker?
    • trudi 13.05.2020 16:14
      Highlight Highlight @DemonCore
      Da gibt es verschiedene Angaben zwischen 20-30% oder mehr je nach Quelle.. z.B. FiBL etc.. Kartoffeln sind leider sehr sensibel.. Zum einen sehr anfällig auf einen Pilz (Kraut- und Knollenfäule) deshalb wird ab Erreichen einer Schadschwelle, Funghizid eingesetzt. (im Biolandbau leider Kupfer) Insektizid wird gegen den Kartoffelkäfer auch erst bei Erreichen einer Schadschwelle eingesetzt. Herbizid kann, ohne grosse Ertragseinbussen zu befürchten, durch mechanische Unkrautbekämpfung ersetzt werden.
    • Skip Bo 13.05.2020 17:42
      Highlight Highlight Im Biolandbau werden ebenfalls Pestizide verwendet, um einen Totalausfall zu verhindern.
      Es werden Kupfersalze gegen die Kraut- und Knollenfäule eingesetzt.
      In einem feuchtwarmen Jahr kann die Fäule ohne Behandlung 100% Verlust bedeuten.
      In einem trockenen Jahr verursacht die Fäule wenig Verlust, dafür sinkt der Ertrag ohne Bewässerung z.T. unter 50%.
    • Satan Claws 14.05.2020 02:45
      Highlight Highlight @Skip Bo

      https://www.agrarforschungschweiz.ch/artikel/2018_02_2362.pdf

      "Die heutige Situation ist geprägt von der intensiven konventionellen Landwirtschaft, die 87% der pflanzenbaulich genutzten Flächen bewirtschaftet."

      "Wir schätzen, dass derzeit etwa 94% des verwendeten Kupfers im konventionellen Bereich eingesetzt wird."

      Konventionelle Bauern benutzen auf 87% Fläche ca. 94% des Kupfers. Jetzt noch so, dass es die mit grissen Kartoffeln verstehen:

      Bio-Bauern verwenden weniger Kupfer als ihre Giftsprühkollegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 13.05.2020 14:51
    Highlight Highlight Ach, die Schweizer Kartoffeln werden also nicht von süssen 6-Jährigen Mädchen in einem Kleidchen aus den 50-Jahren geerntet und mit einem Holz-Leiterwagen auf den Hof gefahren? Im Hintergrund rennt der Sennenhund herum und eine Ziege meckert auch noch? Migros sieht das aber anders...
  • Opa 13.05.2020 14:36
    Highlight Highlight ok, 1250.- für gift und nochmals soviel für dünger, welche zu grossen teilen im grundwasser landen.
    pro hektare - 100x100m. ?!
    • DemonCore 13.05.2020 15:43
      Highlight Highlight Wieviel weniger Schweizer Kartoffeln pro Jahr würdest du essen? Weniger Getreide? Äpfel? Würdest du dafür Giftäpfel aus D,F,NZ essen? Wir reden hier von einer im Wesentlichen erstmal behaupteten Gefährdung durch ein Abbauprodukt in einer Menge, die gerade mal über der Messgrenze liegt.
    • Herr J. 13.05.2020 15:49
      Highlight Highlight Wenn du keine Pflanzenschutzmittel spritzt, wirst du gerade in nassen Jahren Fäule haben im Acker. Dann ist alles im Eimer, das ist nicht mal mehr Tierfutter.
      Die romantische Vorstellung, dass bio so toll ist und überall funktioniert, ist eben: eine romantische Vorstellung.
    • blueberry muffin 13.05.2020 16:31
      Highlight Highlight Witzig das die Wahrheit heruntergevoted wird.

      Tonnen davon enden dann auch als Foodwaste im Abfall. Fritieröl gehört ja nicht in den Kompost, vermutlich aber noch das am wenigsten Chemische an Industrie Food.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Anna Lyse 13.05.2020 14:16
    Highlight Highlight Was verdient er denn, der Bauer? Bis jetzt sehe ich nur die Ausgaben.
    • Hans Jürg 13.05.2020 14:31
      Highlight Highlight Wenn weinigstens noch der zu erwartende Erntemenge pro Hektar angegeben würde, könnten wir das sogar selber ausrechnen.

      Aber diese Informationen fehlen. Liegt das daran, dass - schon wieder - hervorgehoben werden muss, wie arm unsere Bauern sind? Da passt es natürlich nicht, dass Kartoffel-Anbau ein lukratives Geschäft ist. Das ist ja auch nicht verwerflich, gute Geschäfte zu machen. Aber müsste es auch erwähnt werden.
    • VollmerJürg 13.05.2020 15:27
      Highlight Highlight Die Ernte beginnt erst. Ein zweiter Teil über die Ernte und die Verarbeitung wird diese Frage beantworten. Versprochen!
    • busdriver 13.05.2020 15:44
      Highlight Highlight Zum selber ausrechnen:
      - Durchschnittsertrag 43 t/ha
      - 20% Ausfall
      - Produzentenpreis CHF 500/100 kg (Bio x 2)
      - Abzüglich Anbaukosten CHF 6000/ha
      - Abzüglich Lohnkosten für polnische Gastarbeiter
      - Abzüglich Fahrzeugkosten (intern/extern)
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