6 Tipps von den wahren Profis (aka Frugis), um Geld zu sparen
Immer heisst es: Wer sparen will, soll weniger Geld ausgeben! Und ich denke: Cool, danke für nichts. Denn tatsächlich fällt genau das den meisten Menschen schwerer als man meinen möchte. Wer hat schon den Überblick über seine Ausgaben oder setzt sich bewusst damit auseinander?
Wenn uns da wirklich jemand weiterhelfen kann, dann sind das die Frugalistinnen und Frugalisten der FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early). Die wollen am liebsten mit 40 aufhören zu arbeiten und haben das sparen deshalb perfektioniert. Das Verrückte an der Sache: So schwierig scheint es gar nicht zu sein. Aber am Anfang, so wird Neulingen gesagt, braucht es Zeit und Arbeit. Und damit sind wir auch schon beim ersten und wohl grundlegendsten Tipp:
Budgets für alles Mögliche festlegen
Zuerst solltest du eine Aufstellung der monatlichen Ausgaben machen. Grob wird da eingeteilt in Miete, Strom, Abos, Lebensmittel, Shopping, Restaurants, Freizeit, Ferien. Nun siehst du vielleicht bereits, wo du dein Geld besonders schnell verpulverst. In einem nächsten Schritt setzt du für all diese Posten ein Budget. Die Idee ist, dass du mit dieser Methode einen fixen Betrag deines Gehalts jeden Monat zurücklegen kannst. Dafür gibt’s übrigens im Netz zig Videos, Blogs und Vorlagen. Besonders praktisch finde ich dafür auch die 50-30-20-Regel.
Die Vice-Versa-Version, kurz VVV: Kehre das ganze um und leg jeden Monat oder jede Woche einen fixen Betrag zurück. Mit dem restlichen Cash machst du, was du willst.
Die 4-Prozent-Regel als heiliger Gral
Wer Geld anhäufen will, um später davon zu leben, muss natürlich erstmal wissen, wie viel’s denn sein soll. Im Frugalismus – das Wort stammt übrigens aus dem Englischen «frugal» für «sparsam» – hat sich dafür die 4-Prozent-Regel etabliert. Auch die FIRE-Bewegung kennt die 4-Prozent-Regel bestens. Du solltest pro Jahr nicht mehr als 4 Prozent deines angesparten Vermögens ausgeben. Wer jährlich 60'000 Franken zum Leben braucht, muss also 1,5 Millionen Franken anhäufen. (kurzer innerlicher Lacher oder Seufzer).
Wir sind ja glücklicherweise keine Frugis und müssen keine 1,5 Mille oder mehr zusammensparen. Aber dir ein konkretes Ziel zu überlegen, damit du beispielsweise mit 40 Jahren auf ein 60-Prozent-Pensum reduzieren kannst oder irgendwann ein Eigenheim möglich wird, ist schliesslich nie verkehrt.
Viel schlafen und dann nochmals schlafen
Das wäre tatsächlich ein super Tipp, denn beim Schlafen kannst du kaum Geld ausgeben (Fixkosten ausgenommen). Tatsächlich ist eine der wichtigsten Regeln bei den Frugis, dass du dir vor jeder Anschaffung überlegst, ob du sie wirklich brauchst. Bei grösseren Dingen schlafen gewisse Sparfüxe bis zu 30-mal über die Entscheidung. Für kleinere Dinge oder irrelevante Sachen erledigt sich das oft nach 24 Stunden.
Aber immer geht es um die Fragen: Brauche ich das wirklich (oder will ich damit etwas kompensieren)? Gibt es das auch günstiger oder in besserer Qualität, damit es möglichst lange hält? Kann ich es auch ausleihen oder reparieren? Damit sind wir auch beim nächsten Tipp.
Leihen und reparieren
Bohrmaschine, Raclette-Ofen, Zelt oder Abendkleid. All diese Dinge brauchen wir so selten, dass wir massiv Geld sparen, wenn wir sie auf Leihplattformen oder von den Nachbaren ausleihen. Sharely.ch und Pumpipumpe.ch sind dafür gute Adressen und wie eine Bibliothek funktioniert, wissen wir auch alle. Gleiches gilt fürs Reparieren: Echte Frugis prüfen immer, ob sie die Dinge reparieren können. Dafür gibt es auch Repair Cafés, wo das kostenlos möglich ist.
Selber kochen
Hier will ich gar nicht zu weit ausholen. Es liegt schlicht auf der Hand, dass wir bei Mahlzeiten am meisten Geld sparen, wenn wir selbst kochen. Dazu habe ich auch schon ausführlich geschrieben. Zum Beispiel in meinem ersten Smart-Gespart-Beitrag (mit ganz vielen easy Tipps fürs Geldsparen im Alltag) und später im Beitrag, wie du mit feinem Essen Geld UND Zeit sparst.
Spare in der Zeit so hast du in der Not
Der Spruch meiner Oma klingt richtig, richtig altbacken. Aber er über all die Jahre ist er mir geblieben. Allerdings geht es bei mir längst darum, mein Geld zu investieren statt nur zu sparen. So bin ich im Alter versorgt und was mir besonders wichtig ist: Dass ich im Alter möglichst unabhängig bleibe. Die Säule 3a ist dabei eine Möglichkeit. Aber mit etwas Vorwissen kann man auch selbst Geld investieren.
Fazit: Auch wenn ihr nicht in eine 30-Quadratmeter-Wohnung zieht, euer Auto verkauft und nur noch Dosenravioli esst, vom Frugalismus lässt sich doch das ein oder andere abschauen für den eigenen Alltag.
Alle weiteren Spartipps findet ihr übrigens wie immer hier.
Happy frugal living!
