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Yonnihof

7 potentielle Lieblingsserien für den Herbst

Bild: shutterstock



Noch hält sich der Sommer wacker, aber es wird nicht zu verhindern sein, dass bald Wind und Regen ins Land schleichen, und die Zeit, die man heute noch draussen in der Abendsonne verbringt, wird in Bälde nach drinnen verlegt werden müssen.  

Ich mag den Herbst (habe gar einmal darüber geschrieben, warum ich ihn eigentlich besser finde als den Sommer). Und dazu gehören auch Abende auf der Couch, im Pischi in eine Decke eingewickelt, während der Regen gegen das Fenster peitscht. Also von aussen. Hoffentlich.

Wirklich perfekt machen solche Sofa-Sessions entweder richtig gute Gesellschaft, ein feines Buch oder eine richtig gute Serie.  

Da ich selber immer wieder Freude an Empfehlungen habe, dachte ich mir, ich könnte hier zum Herbst hin meine Lieblingsshows aufführen.

«Stranger Things» (2016 –)

Ich bin ja eigentlich üüüüüberhaupt nicht der Science-Fiction-Typ, aber bei «Stranger Things» konnte ich bereits nach der ersten (von acht bisherigen) Folgen nicht mehr aufhören. Wenn Stephen King ein Baby mit HR Giger hätte; «Stranger Things» wäre seine absolute Lieblingsserie.

1983 verschwindet der circa 11-jährige Will Byers eines Nachts spurlos. Nur der Zuschauer weiss, dass bei seinem Verschwinden nicht nur Kräfte aus dieser Welt mithalfen.

Man begleitet in der Folge drei seiner Freunde, seine Familie und den Sheriff bei der Suche nach dem vermissten Buben und es wird immer klarer: Er ist weg, aber doch noch irgendwie da.

Trailer: «Stranger Things»

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Video: YouTube/KinoCheck

«The Newsroom» (2012–2014)

Ich glaube, «The Newsroom» ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Ever. Das hat einerseits mit dem brillanten Jeff Daniels zu tun (ja, das ist tatsächlich der aus «Dumm und Dümmer», der ist jetzt 61 Jahre alt), andererseits mit den grossartig-lustig geschriebenen Dialogen und drittens mit dem Thema: Wie macht man in Amerika News?

Im Zentrum der Serie steht Will McAvoy, Nachrichtensprecher bei einem amerikanischen Kabelsender, der seit geraumer Zeit jeglichem schwierigen Thema aus dem Weg geht, um gute Quoten zu erzielen. In der allerersten Folge wird er an ein Podiumsgespräch an einem College eingeladen, wo es ihm vor den Augen der Welt den Nuggi raushaut, als man ihn fragt, warum die USA die grösste Nation der Welt seien. Sein Ausraster schlägt Wellen, was dazu führt, dass Will mit seinem Team beginnt, «richtige» News zu produzieren, ohne Rücksicht auf Quoten und die Gefühle von Politikern und sonstigen grossen Tieren.

Spannend am Aufbau der Serie ist, dass man wahren Begebenheiten folgt, angefangen bei der «Deepwater Horizon»-Katastrophe über die Ermordung Bin Ladens bis zum Boston Marathon-Attentat.

Trailer «The Newsroom»

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Video: YouTube/HBO

«The Killing» (2010–2014)

«The Killing» ist die amerikanische Adaptation des dänischen Originals «Forbrydelsen» (übrigens auch sehr sehenswert). 

Wer auf realistische Hauptrollen in Krimiserien steht, kommt hier auf seine Kosten: Die beiden Menschen, die durch die Serie führen, sind keine strahlenden Superhelden in Jack-Bauer-Manier, sondern mehr oder weniger kaputte, überforderte Durchschnittstypen, die sich immer wieder (und weiter) selber in die Scheisse reiten. 

Sarah Linden (Mireille Enos) und Stephen Holder (Joel Kinnaman) beginnen nur durch Zufall, am selben Fall zu arbeiten. Vor der grauen Kulisse Seattles (es schifft praktisch nonstop) klären sie während der ersten zwei Staffeln den Fall Rosie Larsen auf. Die dritte und vierte Staffel beschäftigen sich jeweils mit einem eigenen Fall.

Die Serie hat eine Atmosphäre, wie ich sie sonst nur in «True Detective» (weiter unten) erlebt habe. Düster, packend, echt.

Trailer «The Killing»

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Video: YouTube/Netflix US & Canada

«Wolf Hall» (2015 –)

Hier kommt etwas für Geschichtsinteressierte.

Vielleicht kennt der eine oder die andere von Ihnen «The Tudors», welches das Leben von Heinrich VIII. von England – und vor allem die Beziehungen zu seinen sechs Frauen – in vier Staffeln aufarbeitet. Und wo ich auch diese Serie sehr mag, weil Drama, Sex und grosse Storys ja wunderbar unterhalten, ist sie doch geschichtlich an vielen Ecken denkbar unakkurat. 

Nicht so «Wolf Hall», das auf den preisgekrönten Geschichtsromanen von Hillary Mantel beruht (Hillary Mantel ist erst die dritte Person, die zweimal den «Man Booker Prize», den renommiertesten britischen Buchpreis, gewinnen konnte). Die Bücher beschreiben, gestützt auf jahrelange geschichtliche Forschung, das Leben des Thomas Cromwell, seines Zeichens Berater und (zeitweise) engster Vertrauter von Heinrich VIII. Durch seine Augen verfolgt man in «Wolf Hall» den Aufstieg und den tiefen Fall von Anne Boleyn, Heinrichs zweiter Frau, deren berühmtes Schicksal hier zu Nicht-Spoiler-Zwecken nicht näher beschrieben werden soll.

Nebst der Tatsache, dass die BBC-Produktion Geschichte akkurat und spannend wiedergibt (das muss man erst mal schaffen), brillieren der unübertroffene Mark Rylance (Thomas Cromwell), Damian Lewis (Heinrich VIII.) und Claire Foy (Anne Boleyn) dermassen in ihren Rollen, dass man sich nach jeder der sechs Folgen verneigen will.

Trailer «Wolf Hall»

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Video: YouTube/BBC First Australia

«The West Wing» (1999–2006)

«The West Wing» hat so viele Auszeichnungen gewonnen, dass es dafür eine eigene Wikipedia-Seite gibt. Ende der 90er war es undenkbar, mit einer Serie mit Politinhalt grosse Erfolge zu erzielen. «The West Wing» bewies das Gegenteil. Und wie.

Mit dem «West Wing» ist der Westflügel des Weissen Hauses gemeint. Dort sind die Berater und Presseleute des Präsidenten untergebracht. 

Im Mittelpunkt der Serie steht, wie könnte es auch anders sein, Mr. President himself. Grossartig portraitiert von Martin Sheen (Vater von Charlie, jedoch circa 76-mal begabter und 128-mal sympathischer). Daneben begleitet man seinen Stabschef, die Pressechefin und eine ganze Reihe an Beratern, die täglich mit dem Präsidenten zusammenarbeiten und Strategien entwerfen. 

Gemäss ehemaligen Mitarbeitern im Weissen Haus sei die Darstellung der Abläufe in der Serie erstaunlich akkurat. Unter anderem deshalb ist «The West Wing» nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr informativ.

Sieben Staffeln à 22 Folgen warten. Da nimmt man sich am besten Ferien für.

«The West Wing»: first speech of the President

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Video: YouTube/christopher90

«The Night Manager» (2016)

Nicht ganz so realistisch wie andere Serien, dafür umso spannender, ist die BBC-Produktion «The Night Manager». Die Story basiert auf einem Roman von John le Carré.

Die Story startet mitten im arabischen Frühling in Kairo, wo der Nachtmanager eines Nobelhotels, Jonathan Pine (Tom Hiddleston), unfreiwillig in Geheimgeschäfte von Waffenhändlern involviert wird. Im Rahmen dessen wird auch seine Geliebte ermordet. Jahre später arbeitet er in Zermatt (oh ja, Tom Hiddleston am Fusse des Matterhorns), als er auf den Mann trifft, der für die ganze Misere verantwortlich ist: Richard Roper (Hugh Laurie).

Richtig unrealistisch wird's dann, als ihn der britische Geheimdienst in Ropers engsten Kreis einschleust, wo ein ultraspannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Und natürlich fehlen auch dort Sex und Emotionen nicht. 

«The Night Manager» bietet spektakuläre Bilder, mischt James Bond mit einem Polit-Thriller und bringt uns grosse Schauspielkunst seitens Hiddleston und Laurie.

Trailer «The Night Manager»

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Video: YouTube/BBC

«Making a Murderer» (2015)

Was dem «Night Manager» an Realismus fehlt, bringt «Making a Murderer» doppelt und dreifach: Es handelt sich um eine 10-teilige Dokuserie aus dem Hause Netflix.

Man begleitet Steven Avery. Avery war 1985 wegen Vergewaltigung verurteilt und eingesperrt worden. 18 Jahre später bewies DNA, dass er unschuldig war. Ganz offensichtlich war seitens der Polizei gepfuscht worden, und zwar absichtlich. Avery geht in die Offensive und verlangt eine Abfindung in Höhe von 36 Millionen Dollar. Gerade, als darüber verhandelt wird, wird eine junge Frau im selben Bezirk ermordet. Die Hauptverdächtigen: Steven Avery und sein Neffe.

Man begleitet die Prozesse der beiden. Ein Portrait des amerikanischen Justizsystems, das einem durch Mark und Bein geht.

Mittlerweile gibt's im Fall des Neffen eine erstaunliche Neuentwicklung – es sei Ihnen jedoch geraten, diese erst zu googlen, nachdem Sie sich «Making a Murderer» angeschaut haben.

«Making a Murderer»

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Video: YouTube/Netflix US & Canada

Yonnihof Yonni Meyer

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Yonni Meyer

Yonni Meyer (34) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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