DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Download mit über 1000 Mbit/Sekunde: Das Huawei Mate 20 X gehört zu den ersten 5G-Handys in der Schweiz.
Download mit über 1000 Mbit/Sekunde: Das Huawei Mate 20 X gehört zu den ersten 5G-Handys in der Schweiz.bild: watson

Das sind die ersten, ultraschnellen 5G-Handys: Und so viel kosten die passenden Handy-Abos

Swisscom und Sunrise überziehen die Schweiz mit Werbung für 5G-Smartphones und das neue 5G-Netz. Doch was kosten die notwendigen Geräte und Abos überhaupt? Der Überblick zeigt's.
31.05.2019, 08:4731.05.2019, 20:08

Swisscom und Sunrise rühmen sich, eines der weltweit ersten 5G-Netze zu haben. Salt, die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt, will in der zweiten Jahreshälfte nachziehen.

Das 5G-Netz ergänzt die bisherigen Netze, die primär wegen Videostreams (YouTube, Netflix etc.) an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. 3G und 4G werden deshalb in den nächsten Jahren nicht verschwinden, sondern parallel genutzt werden. 5G hat aber gegenüber den älteren Mobilfunktechnologien gewichtige Vorteile:

  • weniger anfällig auf Störungen
  • schnellere Reaktionszeiten
  • geringerer Energieverbrauch
  • schnellere Downloads
  • höhere Kapazität (mehr Nutzer bzw. Geräte pro Antenne)
  • Network Slicing (jede Anwendung nutzt nur den Teil des 5G-Netzes, den sie braucht, zum Beispiel Geschwindigkeit, Reaktionszeit oder Kapazität)

Bei der Diskussion um 5G geht es meist um die höhere Geschwindigkeit. Theoretisch sind aktuell bis 2 Gbit pro Sekunde möglich, also 2000 Mbit/s. Zum Vergleich: Viele Schweizer surfen zu Hause im WLAN mit 30 bis 100 Mbit/s. In unserem Alltagstest erreichten wir im 5G-Netz Downloads mit maximal etwas über 600 Mbit/s (siehe Video am Ende des Artikels). Privatkunden profitieren aber vor allem davon, dass sich mit 5G pro Mobilfunk-Antenne weit mehr Geräte gleichzeitig mit dem Mobilfunknetz verbinden können. Höhere Kapazität heisst also, viel mehr Menschen können an einem Standort gleichzeitig das Mobilfunknetz nutzen.

Zunächst ist der Hauptnutzen von 5G somit nicht, dass man mit 1000 Mbit/s surfen kann, sondern dass die grössere Kapazität effizient auf mehr Nutzer und Geräte verteilt wird.

Was brauche ich für 5G?

Wer die Vorteile des 5G-Netzes nutzen möchte, braucht ein neues, 5G-fähiges Smartphone und ein Mobilfunk-Abo, bei dem die Geschwindigkeit nicht gedrosselt wird.

Das Problem: «Noch gibt es erst wenige Smartphones und Abos, die 5G unterstützen. Und diese sind leider teuer», sagt Ralf Beyeler, Telekom-Experte bei Moneyland. Er hat das 5G-Angebot von Swisscom und Sunrise unter die Lupe genommen.

Die Geräte sind im Online-Handel teils günstiger.

Die bisherigen 5G-Modelle sind allesamt Premium-Geräte aus Asien mit den allerneusten Prozessoren sowie hochwertigen Displays und Kameras. Entsprechend gesalzen sind die Preise: Das günstigste 5G-Handy, das Mi Mix 3 5G von Xiaomi, kostet 847 Franken. Das Samsung Galaxy S10 5G schlägt gar mit 1297 Franken zu Buche. Auch Huawei und Oppo verlangen rund 1000 Franken für ihre ersten 5G-Phones.

Gründe für die hohen Preise gibt es mehrere: Die 5G-Technologie ist noch teuer und die Hersteller wissen, dass Early Adopter (frühzeitige Anwender wie Technik-Enthusiasten und Geschäftskunden) für ein 5G-Handy tief in die Tasche greifen.

Die ersten 5G-Smartphones im Überblick

1 / 15
Die fünf ersten 5G-Smartphones im Überblick
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Bei den ersten 5G-Handys fällt zunächst die Grösse auf. Die Displays erreichen teils Diagonalen von über 7 Zoll. Dies verdeutlicht, dass sich die Geräte an sehr anspruchsvolle User richten, die ihr Smartphone produktiv nutzen, oft spielen oder via 5G gestreamte Filme und Serien auf einem grossen Handy-Display konsumieren möchten.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die aktuellen 5G-Abos in der Schweiz:

Bei Swisscom ist 5G derzeit ausschliesslich mit folgenden Abos (und den entsprechenden Jugendabos) enthalten:

  • inOne mobile go
  • inOne mobile premium
  • inOne mobile data XL
  • Swiss mobile flat

Es gibt allerdings Einschränkungen: Bei den Swisscom-Abos inOne mobile go und Swiss mobile flat nutzt man zwar das 5G-Netz, die maximale Geschwindigkeit ist jedoch auf 100 bzw. 50 Mbit/s. gedrosselt. Wer die maximal mögliche Geschwindigkeit möchte, muss sich die Option «Premium Speed» für zehn Franken pro Monat hinzukaufen.

Swisscom-Kunden mit den Abos inOne mobile basic, Swiss Mobile light sowie älteren Abos bleibt der Zugang zum 5G-Netz vorerst verwehrt.

Bei Sunrise ist 5G derzeit mit den folgenden Freedom-Abos (und den entsprechenden Young-Abos) enthalten:

  • swiss unlimited
  • swiss neighbors
  • europe & US

Bei Sunrise ist für den maximalen Speed eine 5G-Option notwendig, die monatlich zehn Franken kostet. Kunden zahlen so mindestens 75 Franken pro Monat (Abo plus 5G-Option).

Wer ein anderes Abo von Sunrise hat, surft vorerst nicht auf dem 5G-Netz.

Kunden aller anderen Mobilfunk-Anbieter, sprich Salt, Yallo, Wingo etc., können 5G derzeit noch nicht nutzen.

Aber auch Sunrise und Swisscom «offerieren 5G bislang erst im Rahmen von teureren Abos. Wer ein günstiges Abo hat, geht vorläufig noch leer raus», sagt Telekom-Experte Beyeler. Kundenunfreundlich sei auch der 5G-Aufpreis, den Sunrise-Kunden bezahlen müssen.

Lohnt sich 5G bereits?

Aktuell eher nicht. Davon abgesehen, dass die meisten Nutzer derzeit wohl kaum 5G-Speed im Alltag brauchen, ist das 5G-Netz bei Sunrise und Swisscom nur sporadisch und bei Salt sowie den übrigen Handyabo-Anbietern überhaupt nicht verfügbar. Ob sich die Extrakosten für die 5G-Option im Moment lohnen, ist äusserst zweifelhaft, zumal die verfügbare Kapazität auch im 5G-Netz auf alle Nutzer in einer Funkzelle verteilt werden muss. Kommt hinzu, dass das Angebot an 5G-fähigen Smartphones nett gesagt überschaubar ist und die ersten Modelle noch sehr teuer sind. «Für die Mehrheit der Kunden hat 5G bislang noch keine grossen Vorteile. Die meisten Kunden können also mit dem Kauf eines 5G-Smartphones getrost noch zuwarten», so auch die Bilanz von Beyeler.

In einem Jahr wird dies allerdings ganz anders aussehen: Sunrise und Swisscom wollen bereits bis Ende 2019 rund 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G erreichen und bis in zwölf Monaten wird es auch günstigere 5G-Handys geben. Spätestens dann sollte man ein 5G-fähiges Gerät in Erwägung ziehen, da man in zwei, drei Jahren vielleicht doch froh ist, das neuere und stabilere 5G-Netz nutzen zu können.

Bei 5G geht es eben nicht nur um mehr Tempo. Wie erwähnt, bietet es auch schnellere Reaktionszeiten (z.B. für Online-Games, Video-Anrufe) und weit mehr Menschen (und vor allem Maschinen, Roboter, Geräte etc.) können gleichzeitig das Mobilfunknetz nutzen. Das dürfte beispielsweise für Pendler in vollen Zügen interessant sein.

Lohnenswert kann 5G auch für all jene sein, die zu Hause keinen schnellen Glasfaser-Anschluss haben. In ländlichen Gebieten könnte ein 5G-Router eine sinnvolle Alternative zu einem langsamen Internet-Anschluss darstellen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So schnell ist das 5G-Netz wirklich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Scaros_2
31.05.2019 08:54registriert Juni 2015
Wie immer bei solchen _Neuartigen_ Technologien etc. Egal ob ein Smartphone, Funktechnologie, TV, Stereoanlage oder was auch immer es ist.

Als 0815 Mensch mit einem 0815 Leben braucht man diese Technologie nicht von Tag 0 an. Es reicht vollkommen, wenn man es dann nutzt wenn es Massentauglich wird weil man ausser hohen Anschaffungskosten und mangelden Nutzen kaum einen Vorteil hat.

Aber wer will - feel free.
1589
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ihre Dudeigkeit
31.05.2019 09:53registriert März 2014
kauft bitte die überteuerten Abos für etwas das ihr nicht braucht. Die 'early Adoptors' sind wichtig um die Entwicklungen voranzutreiben und das auch die Preise erschwinglich werden für jene, welche nicht bereit sind soviel auszugeben... anstatt zu bashen, sollten wir lieber dankbar sein, dass es Nerds gibt welche bereit sind jetzt schon auf den 5G Zug aufzuspringen.
10015
Melden
Zum Kommentar
avatar
azoui
31.05.2019 10:18registriert Oktober 2015
Ich zahl doch keine Tonne für ein Smartphone :)
897
Melden
Zum Kommentar
24
Maurer, Keller-Sutter und Amherd: Gleich drei Bundesräte ringen um ein neues Bundesamt
Cyber betrifft alle, der Bund will dazu 25 neue Stellen schaffen – aber wer trägt künftig die Verantwortung für das jüngste Bundesamt? Drei Bundesräte melden Interesse an.

Ein bisschen vereine Florian Schütz alles in seiner Position. Als Leiter des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) sei er «Nachrichtendienst und IT, Militär und Polizei, Politik, Wirtschaft und Infrastruktur» in Personalunion, schrieb die «Handelszeitung» kürzlich in einem Porträt. Damit ist auch schon klar, weshalb sich aktuell drei Bundesrätinnen und -räte darum streiten, wer dereinst Schütz vorstehen soll. Ein Mann mit einem solch breit gefächerten Aufgabenportfolio kommt für verschiedene Departemente infrage.

Zur Story