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Western Digital und Seagate bestätigen: Festplatten für 2026 ausverkauft

Festplatten werden zur Mangelware und somit teurer.
Festplatten werden zur Mangelware und somit teurer.Bild: Shutterstock

Western Digital und Seagate bestätigen: Festplatten für das Jahr 2026 ausverkauft

Grosse Cloud-Anbieter sichern sich Festplatten-Kontingente bis 2028. Die beiden grössten Hersteller sind nahezu ausverkauft. Für Privatkäufer könnte es bald eng und teuer werden.
18.02.2026, 09:2818.02.2026, 09:28
Marcel Horzenek / t-online
Ein Artikel von
t-online

Western Digital hat seine Produktionskapazitäten für mechanische Festplatten im Jahr 2026 nahezu komplett verkauft. Das gab Irving Tan, Chef des Unternehmens, im Rahmen der jüngsten Quartalskonferenz bekannt. Gleiches trifft auf Seagate zu, den aktuell grössten Festplattenhersteller. Bei Toshiba dürfte die Situation ähnlich aussehen. Die Nachfrage von Rechenzentrumsanbietern für Künstliche Intelligenz fege den Markt leer, berichtete das Fachmagazin «Wccftech».

Die Nachfrage stammt also «grösstenteils von Hyperscalern, die Festplatten für ihre KI-Rechenzentren wollen, etwa um darauf Trainingsdaten zu speichern. Dazu zählen etwa Amazon (AWS), Google, Microsoft (Azure), Meta und OpenAI», schreibt das Techportal Heise.

Zum Hintergrund:
Western Digital (WD) ist mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent einer der beiden grössten Festplattenhersteller weltweit, knapp hinter Seagate. Zum US-Konzern mit Sitz in Kalifornien gehören auch die Marken SanDisk (Flash-Speicherprodukte wie SSDs und USB-Sticks) sowie HGST (Enterprise-Festplatten).
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Eine externe Festplatte an einem Laptop.Bild: Shutterstock

Privatkunden nicht mehr zentral

«Wir sind für das Kalenderjahr 2026 so gut wie ausverkauft», sagte Tan dem Bericht zufolge. Die sieben grössten Kunden hätten bereits feste Bestellungen aufgegeben. Mit zwei dieser Grosskunden seien zudem langfristige Liefervereinbarungen für 2027 geschlossen worden, mit einem weiteren sogar bis ins Jahr 2028. Diese Verträge legten sowohl Volumina als auch Preise fest, so der Unternehmenschef.

Die Zahlen verdeutlichen eine massive Verschiebung im Geschäft des Speicherherstellers. Nach Angaben des Vizepräsidenten für Investor Relations bei Western Digital entfallen mittlerweile 89 Prozent des Gesamtumsatzes auf das Cloud-Geschäft, heisst es weiter. Der Anteil von Privatkunden und kleineren Unternehmen sei auf nur noch fünf Prozent geschrumpft.

Im Handel sind die Festplatten- bzw. HDD-Preise verglichen mit Mitte 2025 um etwa 20 bis 50 Prozent gestiegen. Da Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Google als Alternative zu klassischen HDDs (Hard Disk Drive) vermehrt auf SSDs (Solid State Drive) mit hoher Kapazität ausweichen müssen, steigen auch dort die Preise.

Warum KI auf klassische Festplatten setzt

Für die enormen Datenmengen, die KI-Modelle benötigen, bleiben mechanische Festplatten (HDD) das wirtschaftlichste Speichermedium. Es geht um Datenvolumen im Exabyte-Bereich – ein Exabyte entspricht einer Million Terabyte. Dabei spielen die Gesamtkosten eine entscheidende Rolle, und hier sind herkömmliche Festplatten Flash-Speichern nach wie vor überlegen.

Ein herkömmliches Festplattenlaufwerk (links) und eine SSD (rechts).
Ein herkömmliches Festplattenlaufwerk (links) und eine SSD (rechts).bild: wikimedia / Rochellesinger

Bei bestimmten Datenarten wie Trainingsdaten, Archiven oder Protokollen sei die Geschwindigkeit zudem oft zweitrangig gegenüber der reinen Speicherkapazität. Hinzu komme, dass grosse Rechenzentren vermehrt auf spezielle SMR-Technologie setzten, die eigene Software erfordere und für klassische Desktop-PCs oder Standard-Netzwerkspeicher im Privatbereich oft ungeeignet sei.

Für Konsumenten könnte die angespannte Marktlage weitere spürbare Folgen haben. Wenn die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, drohen bei normalen Festplatten nochmals massive Preissteigerungen. Bei Speicherchips bzw. RAM (Arbeitsspeicher) gibt es diese Entwicklung bereits seit Längerem. In beiden Fällen ist der Ausbau von KI-Rechenzentren für die Engpässe verantwortlich.

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7immi
18.02.2026 10:03registriert April 2014
Man kauft also Festplatten mit Geld, das man noch nicht hat für Rechenzentren, die es noch nicht gibt, welche Infrastruktur (Strom) brauchen, die man noch nicht hat? Wenn das keine Blase ist...
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creep
18.02.2026 11:13registriert Mai 2025
viele Hersteller, wie NVIDIA haben ihre Existenz den PC-Freaks und Gamer zu verdanken, und genau auf die "Fäkalwort" sie jetzt.
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John M
18.02.2026 11:01registriert Januar 2016
In letzter Zeit sind praktisch alle Komponenten im Preis gestiegen, nicht nur RAM oder HDD/SSD.

Ich habe mir im August 24 einen Desktop zusammen gebaut. Um nicht direkt so viel Geld auf einmal auszugeben und weil das System an sich schon genug Power hatte, wollte ich RAM und Grafikkarte später aufrüsten, so wie ich es mit meinem alten System jahrelang gemacht habe. Der Gedanke war, dass die GPU Preise in den kommenden Monaten sicher fallen würden…

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