Digital
Apple

«Fortnite»-Streit um Apples App Store kommt nicht vor Geschworene

Im «Fortnite»-Streit um Apples App Store sollen doch keine Geschworenen entscheiden

Die zuständige US-Richterin rechnet mit einem Prozess erst im Juli 2021.
29.09.2020, 06:4530.09.2020, 11:10
Mehr «Digital»

Im Streit zwischen den Machern des populären Smartphone-Spiels «Fortnite» und dem App-Store-Betreiber Apple stellt sich die zuständige Richterin auf einen Prozess im Juli 2021 ein. Sie halte es für angemessen, einen Entscheid den Geschworenen zu überlassen, sagte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers in einer Online-Anhörung am Montag.

Apple und die Spielefirma Epic Games müssten diesem Vorschlag aber noch zustimmen, hiess es weiter.

Update 30. September: Apple und Epic haben sich darauf geeinigt, dass der kommende Gerichtskampf in einem Gerichtsverfahren von einem Richter und nicht von einer Jury entschieden werden sollte, berichtet Apple Insider.

In einem am Dienstag eingereichten Gerichtsantrag erklärten die Unternehmen, dass nach der Beratung sowohl die Ansprüche von Epic als auch die Gegenansprüche von Apple vom Gericht entschieden werden sollten. Apple hatte zuvor auf einen Geschworenenprozess gedrängt, aber den Antrag zur Straffung des Verfahrens zurückgezogen.

Um was gehts?

Der Streit könnte am Ende beeinflussen, wie Apps auf Smartphones vertrieben werden – und wie viel Geld die Plattformen, wie der App Store von Apple oder Googles Play Store, vom Kaufpreis einbehalten dürfen.

epa08623375 The 'launch screen' of the video game Fortnite, seen on an Apple iPhone X in Billerica, Massachusetts, USA, 24 August 2020. Epic Games Inc., the maker of the popular game Fortnit ...
«Fortnite» auf einem iPhone.Bild: keystone

Der Streit entbrannte, nachdem sich Epic nicht mehr an die seit mehr als einem Jahrzehnt geltende Vorgabe halten wollte, dass virtuelle Artikel in dem Spiel auf iPhones und iPads nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können. Dabei behält Apple jeweils 30 Prozent des Kaufpreises ein.

Warum 30 Prozent?

Nachdem der iPhone-Konzern entsprechende Änderungen an den Geschäftsbedingungen ablehnte, bauten die Epic-Entwickler in der App die vertraglich verbotene Möglichkeit ein, die Artikel auch direkt bei Epic kaufen zu können. Dafür wurde im August eine versteckte Funktion in der Anwendung aktiviert, die Epic an den App-Prüfern von Apple offenbar vorbeigeschmuggelt hatte.

Noch am selben Tag warf Apple «Fortnite» unter Verweis auf den Regelverstoss aus dem App Store. Epic zog umgehend vor Gericht und warf Apple unfairen Wettbewerb vor. Apple verlangt in einer Gegenklage entsprechend Schadenersatz. Epic versucht weiterhin, über eine einstweilige Verfügung in den App Store zurückzukehren.

Rogers brachte nunmehr als Kompromissvorschlag ins Gespräch, dass die Kommission von 30 Prozent bis zu einem Entscheid nicht an Apple, sondern auf ein Treuhandkonto gehen sollten.

Die Epic-Anwälte zeigten sich demgegenüber aber skeptisch, weil sich dadurch nichts an der Wettbewerbsposition von Apple ändere. Die Richterin kritisierte Epic zudem für die heimliche Einführung des eigenen Bezahlsystems. Zugleich stellte sie Apple die Frage, warum die Abgabe bei 30 Prozent liegen müsse – und nicht auch zehn, 15 oder 20 Prozent betragen könne.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Apple und sein Logo
1 / 14
Apple und sein Logo
Der angebissene Apfel provoziert ... (Screenshot: androidfiguren.de)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
SwissCovid-App noch nicht installiert? Wir helfen dir
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Erotikseite richtet Miss-Wahl aus – und landet einen riesigen PR-Coup

Miss-Wahlen sind nicht mehr so angesagt wie früher – könnte man meinen! Das ist zumindest hierzulande so, wo die schönste Schweizerin schon lange nicht mehr gekürt wird.

Zur Story