Ferrari hat sein erstes E-Auto enthüllt – es ist, nun ja, gewöhnungsbedürftig
Ferrari hat sein erstes Elektroauto präsentiert. Das Design wurde gemeinsam mit Ex-Apple-Designguru Sir Jonathan Paul «Jony» Ive entwickelt.
Da kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? ODER?
Aber urteilen wir nicht über die Geschmacksfrage des Designs, sondern blicken auf die nüchternen Fakten: Der Ferrari Luce (Licht) ist knapp über fünf Meter lang, ohne Spiegel beinahe 2 Meter breit und 1,54 Meter hoch. Der Fünfsitzer bringt 2260 Kilogramm auf die Waage. Mit 597 Litern Stauraum ist der Kofferraum für einen Ferrari aussergewöhnlich gross.
Laut Hersteller werden alle Kernkomponenten – einschliesslich der E-Motoren und der Akkus – in Maranello gefertigt. Die Akkuzellen selbst werden vom koreanischen Anbieter SK On geliefert. Auf Antrieb, Akku und Ladesystem gibt Ferrari acht Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung.
Der Luce beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und absolviert den Sprint von 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden. Der vollelektrische Allradantrieb leistet maximal 772 kW (1050 PS) und der Elektro-Ferrari erreicht ein Spitzentempo von 310 km/h.
Ferrari verbaut einen grossen 122-kWh-Akku (brutto), der eine WLTP-Reichweite von gut 530 km ermöglichen soll. Schnellladen ist mit bis zu 350 kW möglich. Das 800-Volt-System nutzt offenbar sehr kompakte Inverter und einen DC/DC-Wandler mit über 98 Prozent Wirkungsgrad.
Im Innenraum setzt Ferrari im Gegensatz zu Herstellern wie Tesla nebst Tochscreens auch auf physische Bedienelemente.
Übrigens: Um an den Klang der alten Verbrenner-Modelle zu erinnern, soll der Luce den Schaltvorgang simulieren und den Sound des Elektromotors verstärken, um dem Fahrer Rückmeldung über die Fahrdynamik zu geben. «Das ist wie der Unterschied zwischen einem Segel- und einem Motorboot – beide sind aufregend, aber auf unterschiedliche Weise», sagte Produktdirektor Gianmaria Fulgenzi bereits im vergangenen Herbst.
Der Ferrari Luce wird bei 550'000 Euro starten, die Auslieferung soll im vierten Quartal 2026 beginnen. Zu den Konkurrenten zählen unter anderem der nicht halb so teure Porsche Taycan, der Mercedes-AMG GT sowie der kommende BMW M3.
(oli)
