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«An der Ticketbörse abgezockt» – Viagogo droht Klage

Die Online-Plattform solle Ticket-Preise transparent darstellen und die Werbung mit der «Viagogo-Garantie» unterlassen: Dies fordern deutsche Konsumentenschützer per Abmahnungsschreiben und kündigen weitere rechtliche Schritte an.



Das ZDF-Nachrichtenmagazin Frontal 21 hat am Dienstagabend über die Online-Ticketbörse Viagogo berichtet. Der Titel des über die Mediathek abrufbaren Beitrags lautet: «An der Ticketbörse abgezockt – Überhöhte Preise, unzufriedene Kunden».

Deutsche Konsumentenschützer wollen gemäss dem Bericht Klarheit schaffen und bereiteten darum eine Klage vor. Der deutsche Verbraucherschutzminister habe allerdings die Erwartungen gedämpft – offenbar sind noch Abklärungen in Gang. 

«Die Vorgänge rund um den Ticket-Schwarzmarkthandel beobachten wir sehr genau. Eine Bewertung, inwiefern dieser unter Strafe gestellt werden kann, ist bisher noch nicht abgeschlossen.»

Schriftliche Stellungnahme des deutschen Verbraucherschutzministers Heiko Maas quelle: zdf frontal 21

Pikant aus Schweizer Sicht: Die Plattform-Betreiberfirma, die Viagogo AG, hat ihren Geschäftssitz in Genf. Ein Geschäftsführer wird im Impressum auf der Website nicht aufgeführt.

watson hat Viagogo um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Bislang hat das Unternehmen nicht reagiert. Auch gegenüber Frontal 21 wollte sich Viagogo nicht äussern.

Von Fans für Fans?

Bei der Internet-Ticketbörse würden Fans für normale Plätze auch schon mal «Mondpreise» bezahlen, heisst es im Bericht des zweiten deutschen Fernsehens. Doch womöglich komme die teure Karte gar nicht an. Wenn man sich dann zu Recht beschweren wolle, stosse man auf ein Problem. Die Verkäufer blieben anonym und deshalb auch häufig unbehelligt.

In der TV-Sendung kritisiert ein Ticketing-Experte:

«Es ist den Kunden bei den angezeigten Preisen nicht ersichtlich, ob es sich dabei um den Endpreis handelt. Denn am Ende kommt noch eine Gebühr dazu, deren Höhe man im vornherein überhaupt nicht bestimmen kann. Die kann teilweise sehr, sehr hoch ausfallen.»

Nicolaus Pham, Ticketing-Experte quelle: zdf

Viagogo wolle nur eine Plattform sein – von Fans für Fans, heisst es in Frontal 21. Veranstalter und Experten hätten da ihre Zweifel. Anonymität und Intransparenz würden Geschäftemacher schützen.

Mangelnde Transparenz sei der Hauptgrund, dafür, dass die Marktwächter der deutschen Verbraucherzentrale das Internetportal abgemahnt hätten. Auch die sogenannte Viagogo-Garantie würden die staatlichen Konsumentenschützer infrage stellen.

Auf der Website der Marktwächter heisst es:

Bild

screenshot: marktwaechter.de

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So berichtete Spiegel Online über Viagogo

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kevin Häfeli 23.03.2017 11:23
    Highlight Highlight Als Verkäufer wird man bei grossen Events gezielt betrogen. Ich hatte zur EM Halbfinal Tickets auf der Plattform verkauft. Diese wurden angeblich nicht mehr rechtzeitig abgesetzt.

    Somit hatte ich die Möglichkeit diese für den last-minute-service an viagogo einzusenden, damit sie am Tag vor Ort verkauft werden können. (klingt vorerst gut..)

    Scheinbar sind die Tickets dann aber nicht mehr pünktlich eingetroffen. (wie bei vielen anderen Verkäufern)

    Dabei wurden die Tickets von Viagogo vor Ort (bzw. bereits vorher via anderen Kanälen oder Viagogo selbst) für massiv höhere Preise verkauft.

  • meliert 16.03.2017 13:03
    Highlight Highlight Ich habe mich furchtbar geärgert über Viagogo: Tickets für die Mailänder Scala zum 8-fachen Preis. Ich habe geschrieben an die CH Adresse von Viagogo in Lausanne aber nie eine Antwort erhalten. Einmal haben die mich erwischt - nie wieder Viagogo!
  • exeswiss 16.03.2017 01:17
    Highlight Highlight uff, frontal 21, damit verbinde ich keine guten erinnerungen...
  • Avenger1893 16.03.2017 01:05
    Highlight Highlight Also ich habe letztens Karten für ein NHL Spiel gekauft. NYI-NYR Derby, ziemlich gute Plätze für USD 30 und der Endpreis war ersichtlich vor Kaufabschluss. Tickets waren downloadbar. Ich würds wieder tun.
  • das Otzelot 15.03.2017 15:24
    Highlight Highlight Habe schon einige Male Tickets bestellt und auch immer problemlos erhalten.
    Ist halt einfach schweineteuer. Muss halt jeder für sich wissen, ob er bereit ist, den Preis zu bezahlen.
    Aber von Fans für Fans ist Schwachsinn. Das sind einfach Zwischenhändler, die so Kohle ohne Ende kassieren. Oder welcher richtige Fan würde Karten für den Super Bowl oder das WM-Finale im Fussball abgeben?
    • Fabio74 15.03.2017 15:47
      Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist das Betrug. Die kaufen Tickets im grossen Stil und verschachern Sie zu Horror-Preisen.
      Somit lügen sie, indem aie anderes behaupten. Zudem gehören offenbar mehrere Firmen in dieses Konstrukt, was den Kreislauf des Betrugs perfekt macht.
      Und keine Antwort ist auch eine
    • Alan Smithee 15.03.2017 17:25
      Highlight Highlight Ist doch bei uns auch ohne Viagogo
      genau das selbe.

      Bsp.
      Vorverkaufsbeginn um 8.00 Uhr

      Um 8.01 Uhr Server überlastet.

      8.30 Uhr Server läuft wieder stabil,aber das Konzert ist bereits ausverkauft.

      9.00 Auf "Ü Bay"und"Richardo" werden bereits von selbst ernannten Ticketanbietern und Heuschern komischerweise noch zahlreich vorhandene Tickets zu einem Wucherpreis
      angeboten.





  • Chääschueche 15.03.2017 15:02
    Highlight Highlight benutzt Ticketswap. Super Plattform. :)

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