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Darum hält ein Journalistik-Professor nichts vom «neuen» Facebook

Facebook rückt Beiträge von Unternehmen und Medien absichtlich in den Hintergrund. Das stösst bei Jeff Jarvis auf Kritik.



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Schon gehört? Facebook-Nutzer werden künftig prominenter Beiträge von Freunden und Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen.

Zuckerbergs Pläne stiessen schnell auf Kritik. Facebook habe sich zu einem wichtigen Lieferanten von Nachrichten und Informationen entwickelt, schreibt der bekannte US-Journalistik-Professor Jeff Jarvis in einem Beitrag bei medium.com.

Facebook könne seine Verantwortung nicht einfach aufkündigen, die die Plattform als wichtiger Lieferant von Nachrichten und Informationen in der Gesellschaft inzwischen eingenommen habe. Es sei zu befürchten, dass die ursprünglichen Sorgen von Medien-Unternehmen wahr würden, dass ihnen der Teppich unter den Füssen weggezogen werde.

Jeff Jarvis, US-amerikanischer Journalist, Netzeuphoriker, Buchautor und Blogger von Buzzmachine, spricht waehrend dem Schweizer Medienkongress im Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken, am Freitag, 11. September 2015. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Jeff Jarvis. Bild: KEYSTONE

Er sei zuversichtlich, dass Facebooks Bemühungen, sinnvolle Interaktionen fördern zu wollen, letztlich «zu mehr Höflichkeit in unseren Gesprächen führen könnte, die die Gesellschaft dringend braucht», schreibt Jarvis. Die Frage sei: 

«Wird Facebook Höflichkeit, Intelligenz und Glaubwürdigkeit oder blosse Konversation schätzen und messen?»

Es sei bekannt, was allein das Gespräch bringe: «Kommentare und Trolle». Er würde sich wünschen, dass Facebook die Qualität von Nachrichten befördern werde. Facebook dürfe das «journalistische Baby» nicht mit dem Badewasser ausschütten, sondern müsse hochwertige Inhalte erkennen und wertschätzen.

Jeff Jarvis ist Journalist und Buchautor («What would Google do?») und unterrichtet an der Graduate School of Journalism an der City University of New York.

Was ist der Newsfeed und wie setzt er sich zusammen?

Wenn sich ein Facebook-Nutzer mit seinen Zugangsdaten bei dem sozialen Netzwerk angemeldet hat, erscheint in der Regel der Newsfeed. Angezeigt werden Beiträge von befreundeten Mitgliedern, aber auch aus Unternehmen, Medien oder politischen Quellen, denen der Nutzer folgt.

In welcher Reihenfolge Inhalte dabei zu sehen sind, hängt von einem Algorithmus ab. Dieser analysiert Profilangaben, Verhalten und Aktivität des jeweiligen Nutzers. Danach werden automatisiert Beiträge ausgewählt, von denen Facebook glaubt, dass der Nutzer am wahrscheinlichsten mit ihnen interagiert. Die genaue Funktionsweise wird zwar geheim gehalten, doch einiges ist bekannt.

So kommen im Newsfeed häufiger Beiträge von Freunden vor, deren Inhalte man in der Vergangenheit bereits kommentiert, geteilt oder mit «Gefällt mir» markiert hat. Prominent platziert sind Themen, die heiss diskutiert werden und viele Likes erhalten. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung eines Posts gilt als relevant. Der Nutzer hat über die Einstellungen zum Teil Einfluss auf die Auswahl und Reihenfolge der Inhalte.

(dsc/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • mbr72 14.01.2018 19:25
    Highlight Highlight Geld (zahlende Unternehmen) und die Dämlichkeit der Leute (FB Nutzer) als Totengräber von Facebook... ich schmeiss mich weg!
  • Statler 14.01.2018 03:41
    Highlight Highlight Ach wie süss - erst regen sich die Medien auf, dass FB und Google deren Nachrichten (gratis) verbreiten und wenn die dann entscheiden, das künftig nicht mehr zu tun, herrscht allgemeines Wehklagen. Waddenu?
  • Walti Rüdisüli 12.01.2018 18:20
    Highlight Highlight Als ich 2009 Facebook beitrat, gab es noch keine "News" auf Facebook, man postete auf die "Wall" von Freunden. Diesen familiären Aspekt von Facebook habe ich in den letzten Jahren immer mehr vermisst. Ich bin froh, dass Facebook wieder einen Schritt zurück in Richtung der ursprünglichen Idee des Social Media-Dienstes macht.
  • Tilman Fliegel 12.01.2018 15:55
    Highlight Highlight Also ganz ehrlich: ich sehe Facebook nicht als Nachrichtenquelle und will das auch garnicht. Das ein Journalistik Professor da eine andere Sicht hat, erstaunt nicht so sehr, läuft aber eher unter deformation profesionelle. Ich habe schon viel Unternehmensseiten stumm geschaltet, weil ich zwar ok finde, dass sie ein "gefällt mir" von mir kriegen, aber ich will deshalb nicht von ihnen mit Information bombardiert werden.
    In diesem Fall bin ich also ganz bei Zucki.

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