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epa07452818 A security guard comforts a young girl during a vigil to remember the victims of last week's terrorist attack on Christchurch's Al Noor Mosque and Linwood Islamic Centre in Adelaide, South Australia, Australia, 21 March 2019. A gunman killed 50 worshippers at the Al Noor Masjid and Linwood Masjid in Christchurch, New Zealand on 15 March. A 28-year-old Australian suspect was charged with murder.  EPA/KELLY BARNES AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Die Bluttat hat bei vielen Neuseeländern Solidarität und Anteilnahme geweckt. Bild: EPA/AAP

Darum wurde das Christchurch-Video nicht von Facebook blockiert

Der amerikanische Social-Media-Konzern versucht sich wegen der ungewollten Verbreitung des Tätervideos zu rechtfertigen ...



Facebooks Software auf Basis künstlicher Intelligenz, die in Livestreams auf der Plattform unter anderem Gewalt erkennen soll, hat beim Video des Massakers von Christchurch nicht reagiert.

«Um das zu erreichen, müssen wir unsere Systeme erst mit grossen Mengen von Daten von genau solchen Inhalten versorgen – was schwierig ist, da solche Ereignisse dankenswerterweise selten sind», liess Facebook in einem am Mittwoch veröffentlichten Newsroom-Beitrag verlauten.

Allein in den ersten 24 Stunden nach der Tat gab es 1,2 Millionen Versuche, das Video erneut bei Facebook hochzuladen ...

Nippel ja, Anschläge nein

Der oben geschilderte Ansatz funktioniert laut den Facebook-Verantwortlichen sehr gut in Bereichen wie Nacktheit, terroristische Propaganda und auch grafische Gewalt. Also dann, wenn es eine Vielzahl von Beispiel-Videos gibt. Denn damit kann der Filter-Algorithmus trainiert werden.

Eine weitere Herausforderung für die Video-Erkennungs-Software sei, echte Gewalt von der Übertragung von Videospiel-Szenen zu unterscheiden. «Wenn unsere Systeme zum Beispiel bei tausenden Stunden von Livestreams aus Videospielen Alarm schlagen würden, könnten unsere Prüfer die wichtigen Videos aus der realen Welt verpassen», bei denen Facebook Helfer alarmieren könnte.

Späte Reaktionen

Der Attentäter, der am vergangenen Freitag 50 Menschen bei Angriffen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch tötete, übertrug die Attacke in Echtzeit beim Dienst Facebook Live.

Das Unternehmen bekräftigte frühere Angaben, wonach der 17-minütige Livestream von weniger als 200 Nutzern gesehen wurde und der erste Nutzerhinweis 12 Minuten nach dem Ende der Übertragung das Online-Netzwerk erreichte. Nach dem Ende eines Livestreams bleibt eine Aufzeichnung verfügbar.

Nach wie vor bleibt unklar, wie lange das ursprüngliche Video des Angreifers online war, bevor es von Facebook entfernt wurde. Das Online-Netzwerk erklärte, dass der Hinweis schneller bearbeitet worden wäre, wenn jemand das Video noch während des Livestreams gemeldet hätte.

watson-Kommentar zum fragwürdigen Facebook-Feature:

Das ursprüngliche Video sei rund 4000 Mal gesehen worden, lässt Facebook verlauten – zur späteren Verbreitung habe aber beigetragen, dass mehrere Nutzer Kopien bei anderen Diensten hochgeladen hätten.

Facebooks Software blockierte in den ersten 24 Stunden zwar 1.2 Millionen Versuche, das Video erneut hochzuladen – liess aber auch rund 300'000 Uploads durch. Das liege unter anderem daran, dass man es mit über 800 veränderten Varianten des Videos zu tun gehabt habe.

(dsc/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Le_Raclette 21.03.2019 20:53
    Highlight Highlight Würde mich freuen die ehrliche Reaktion von Journalisten dazu zu hören, dass liveleak von ISPs gesperrt wurde.
    Meiner Meinung nach ist das Erdogan-Niveau.
    • @schurt3r 22.03.2019 08:24
      Highlight Highlight Welche ISPs meinst du? Welche Sperre?

      «Das Portal Liveleak, das so ziemlich alles zeigt, was geschmacklos ist, stellte nur eine kurze Anfangssequenz ohne Opfer online.»

      Quelle: AZ Medien
      https://bit.ly/2Cvyg0o
    • Karl Marx 22.03.2019 09:29
      Highlight Highlight In NZ wurden einige Seiten gesperrt die das Video verbreitet haben, ausser der Ursprung Facebook. Die werden natürlich nicht gesperrt.
  • Mutbürgerin 21.03.2019 16:53
    Highlight Highlight Wenn jemand Spass daran hat, menschliche Gewaltdarstellungen zu sehen, könnte er ja auch Rettungssanitäter, Arzt oder Feuerwehrmann werden. Dort gibt's noch keine rosaroten Filter.
  • Mutbürgerin 21.03.2019 16:49
    Highlight Highlight Moral ist subjektiv. Wieso darf in einer freien Gesellschaft, eine Gruppe mit konservativen Moralvorstellungen, einer anderen Gruppe mit liberalen Moralvorstellungen, das Anschauen von real erfolgten Ereignissen verbieten?
    • Alpaka 8 21.03.2019 20:41
      Highlight Highlight Es geht doch primär gar nicht darum, dich zu hindern dieses Video anzuschauen.* Es geht doch primär darum, dass man solchen Gräueltätern nicht noch eine Propaganda-Plattform bieten darf!

      (*Obwohl in meinem Moralverständnis dein Wille, dieses Video anzuschauen, tatsächlich krankhaft scheint.)
    • Lamino 420 22.03.2019 07:59
      Highlight Highlight Führe doch bitte einmal deine "liberalen Moralvorstellungen" aus... Und was sagst du über Pietät?
  • IMaki 21.03.2019 16:44
    Highlight Highlight Jetzt heucheln sie wieder, die Milliardäre vom Silicon Valley. Dabei sind es gerade Live-Videos, die mit allen Mitteln auf Fakebook gelockt werden sollen. Ziel: Soviel wie möglich aus den Gesichtserkennungen herausholen, um daraus neue Produkte für die Werbeindustrie und für andere Nachfrager solcher Datenpakete zu generieren. Im Moment heuchelt man Betroffenheit - wie immer - und dann geht die Jagd nach persönlichen Daten (Gesichter und Stimmen) munter weiter. So arbeiten diese Ueberwachugnskapitalisten. Es gibt nur eins: Aufhören mit Fakebook, Youtube und alle dem Sch...
  • Do not lie to mE 21.03.2019 16:38
    Highlight Highlight Erdogan zeigt weiterhin Aufnahmen vom Massaker in Neuseeland bei seinen Wahlauftritten, worauf einige aus der Menge rufen „Lasst uns gehen und Europa zerstören“.
    Benutzer Bild
  • User_01 21.03.2019 15:57
    Highlight Highlight Eigentlich noch erstaunlich, dass jetzt eine riesen Debatte losgeht aufgrund des Videos. Wer sich dieses Video reinzieht, hat meiner Meinung nach sowieso nicht ganz alle Tassen im Schrank.

    Verhindern, dass man das Video findet, kann man sowieso nicht...

    Klar ist es Fakt, dass es in der Facebook-Timeline nichts zu suchen hat. Man muss aber auch sagen, dass die Zensur dieses Videos eigentlich nicht die Hauptdiskussion sein sollte, sondern wie man solche Taten unterbindet.
    • Magnum 21.03.2019 16:11
      Highlight Highlight Die Tatsache, dass allein über die Fratzenbuch-Dienste 1.5 Millionen mal versucht wurde, die Inszenierung eines Massenmordes zeitnah wieder online verfügbar zu machen, ist Teil der Frage, wie man solche Untaten künftig vermeiden kann.

      Es gibt einem eine Ahnung von der Grösse der Rechtsaussen-Hass-Filterblase, in welcher auch der Schütze von Christchurch radikalisiert wurde. Die Rolle von Facebook bei der Online-Radikalisierung muss zwingend diskutiert werden. Ich verweise auf die aktuellen Meldungen zu Antisemitismus auf FB und TW. Hetze ist keine Meinung und nicht als solche zu schützen!

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