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Hat Putin die gefährliche Lösegeld-Hackergruppe REvil gestoppt? Das sind die Fakten

15.07.2021, 07:2715.07.2021, 12:58

Die Hackergruppe REvil, die jüngst mit zwei grossen Lösegeld-Angriffen für Schlagzeilen sorgte, ist schlagartig aus dem Netz verschwunden. Unter anderem die Website, über die REvil Kontakt zu den Opfern ihrer Attacken hielt, ging am Dienstag offline, wie IT-Sicherheitsexperten berichteten.

Die Gründe dafür blieben zunächst unklar. Die Gruppe wird von Experten in Russland verortet. US-Präsident Joe Biden hatte vergangene Woche nach Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Konsequenzen gedroht, falls die Regierung in Moskau nicht gegen kriminelle Hacker auf ihrem Boden vorgeht.

Ein früheres Treffen von Biden und Putin in Genf.
Ein früheres Treffen von Biden und Putin in Genf.
Bild: keystone

Bei Angriffen mit Erpressungs-Software – auch Ransomware genannt – werden die Daten auf Computern verschlüsselt, und die Hacker verlangen Geld für die Freigabe. REvil steckte zuletzt nach Einschätzung von Experten hinter der Attacke auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya, bei der Computer bei Dutzenden Kunden betroffen waren.

Ob der Schweizer Internet-Vergleichsdienst ebenfalls zu den Opfern der REvil-Gruppe gehört, ist nicht bekannt.

Wenige Wochen zuvor legte REvil-Software mehrere Werke des weltgrössten Fleischkonzerns JBS lahm – und kassierte vom Unternehmen elf Millionen Dollar (umgerechnet 9.3 Millionen Euro) Lösegeld in Kryptowährungen. Beim Kaseya-Angriff verlangten die Hacker auf ihrer Website im Darknet 70 Millionen Dollar für einen Generalschlüssel zu allen betroffenen Computern.

«Ransomware as a Service»

Nun sei die REvil-Website nicht mehr erreichbar und der Server dahinter scheine vom Netz zu sein, sagte unter anderem Sean Gallagher von der IT-Sicherheitsfirma Sophos dem Branchendienst «The Register». Sicherheitsforscher Allan Liska von der Firma Recorded Future sagte dem Finanznachrichtendienst Bloomberg, die gesamte Infrastruktur von REvil sei offline. Dazu muss man wissen, dass die kriminellen Hintermänner ihre Software Dritten zur Verfügung gestellt hatten gegen Bezahlung – «Ransomware as a Service» (RaaS).

Vor kurzem war auch die Online-Präsenz der ebenfalls in Russland vermuteten Hackergruppe Darkside verschwunden. Die Hacker hatten mit einer Cyberattacke auf eine wichtige amerikanische Benzinpipeline rund 4.4 Millionen Dollar in Kryptowährungen erpresst. Gut die Hälfte davon wurde allerdings wenig später von der US-Bundespolizei FBI beschlagnahmt.

(dsc/sda/awp/dpa)

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