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Die Tracing-App bietet keinerlei Schutz für unvorsichtige Partygänger und ist keine Lösung für Clubbetreiber. bild: unsplash

Analyse

Was Schweizer und Ausländer unbedingt über die SwissCovid-App wissen sollten

Das sind die neusten Fakten zur Schweizer Corona-Warn-App.



Die letzte Woche lancierte SwissCovid-App ist erfolgreich gestartet, nun geht es in die entscheidende Phase. Dieser Beitrag dreht sich um die wichtigsten (neuen) Fragen.

Bald geht's an die zweite Million

Die SwissCovid-App steuert auf 1 Million aktive User zu. Oder hat sie die Marke bereits überschritten? Wir wissen vorläufig nur, dass es am Sonntag 860'000 aktive User waren.

Die Anzahl aktiver Apps kann laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) rückblickend auf den vergangenen Tag ungefähr geschätzt werden. Dies, weil Smartphones mit installierter App täglich rund viermal die aktuelle technische Konfiguration abfragen (sofern eine Internetverbindung besteht).

Zu erklären ist das mit der Update-Funktion, die die Entwickler implementiert haben. Damit kann das BAG als Herausgeberin der App gewisse Parameter ändern, ohne dass jedes Mal ein Update über die App-Stores verbreitet werden muss. Dazu gehört die für das Bestimmen des Infektionsrisikos wichtige Vorgabe der Mindestdistanz zwischen Mobilgeräten. Aktuell sind das 1,5 Meter, wobei das BAG den Wert aufgrund von neuen epidemiologischen Erkenntnissen ändern kann.

860'000 aktive User, vier Tage nach der offiziellen Lancierung. Ist das viel oder eher enttäuschend?

Geglückter Start, aber ...

Wie beurteilt das BAG die Startphase? watson hat bei Kommunikationschef Gregor Lüthy nachgefragt. Er schreibt:

«Wir sind mit dem Start der App sehr zufrieden. Wir beobachten, dass sowohl die Downloads als auch die Anzahl aktiver Apps zunehmen – das ist erfreulich. Dies ist ein grosser Vertrauensbeweis der Bevölkerung in den dezentralen Ansatz des Systems. Zudem sind die Rückmeldungen und Beurteilungen in den App-Stores grösstenteils sehr positiv. [...] Damit die Wirksamkeit der App sich voll entfalten kann, ist es wichtig, dass möglichst viele Personen die SwissCovid-App aktiv nutzen.»

Zum Vergleich: Die deutsche Corona-Warn-App ist bereits 14 Millionen Mal heruntergeladen worden. Dies über einen Zeitraum von genau zwei Wochen (im Zeitraum vom 16. bis 29. Juni). Das Robert-Koch-Institut verrät allerdings nicht die Zahl der tatsächlich aktiven Nutzerinnen und Nutzer, sondern nur die App-Downloads (iOS und Android). Zudem wurde die App-Lancierung bei unseren nördlichen Nachbarn von einer deutlich stärkeren Informationskampagne begleitet.

Schliesslich gilt es die App-Zahlen ins Verhältnis zu setzen zur Bevölkerungszahl: Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, die Schweiz 8,8 Millionen. Daraus ergibt sich für die deutsche Corona-Warn-App ein Anteil von über 15 Prozent, hingegen liegt die Schweiz derzeit noch knapp unter 10 Prozent. Dies kann sehr viel ausmachen, wie wir gleich sehen.

Wie viele «Ernstfälle» gab es schon?

Bekanntlich erhält man nach Vorliegen eines positiven Covid-19-Tests einen Bestätigungscode (Covidcode), den man anschliessend in der App eingeben kann, um Mitmenschen (die ebenfalls die App nutzen) anonym zu warnen.

Auf die Frage, wie viele Covidcodes bereits ausgestellt worden seien, antwortete das BAG am Montag:

«Seit dem Launch wurden zwei Covidcodes von infizierten Personen eingelöst, in welchen Kantonen dies geschehen ist, wissen wir nicht. Es wurden jedoch mehr als zwei Covidcodes ausgestellt. Es besteht die Vermutung, dass diese von Kantonsärzten zu Demozwecken erstellt wurden.»

Zum Vergleich: Die deutsche Corona-Warn-App hat nach über einer Woche erstmals Nutzer alarmiert, die sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten haben. Bis dato teilten rund 100 Betroffene ihre Bluetooth-Kontaktdaten (Diagnoseschlüssel) über die App, um andere zu warnen.

«Fangfrage» ans BAG

Es haben bislang zwei Personen einen Covidcode in der SwissCovid-App eingegeben. Da fragt man sich natürlich, wie viele Warnhinweise anschliessend verbreitet wurden.

Das BAG antwortet kurz und bündig:

«Diese Frage können wir aufgrund des dezentralen Ansatzes des Systems nicht beantworten. Der Hinweis wird ja nicht verschickt, der Abgleich findet vielmehr auf dem Mobiltelefon jeder einzelnen Person statt.»

Warum du die Kollegen überzeugen solltest

Die deutsche Forscherin Lucie Abeler-Dörner hat an der renommierten Universität Oxford simuliert, wie Tracing-Apps gegen das Coronavirus helfen können. Die daraus hervorgegangene Studie dürfte die meistzitierte zum Thema sein. Allerdings wurde sie von vielen Medien verkürzt wiedergegeben. Daraus resultierte die Irrmeinung, dass die App erst etwas bringe, wenn sie von 60 Prozent genutzt werde.

Dass die deutsche App bereits wirkt, erklären Experten damit, dass sie mehr als 15 Prozent der Bevölkerung nutzen. Ein Schwellenwert, wie andere Forscher versichern.

Fakt ist aus Sicht der Smartphone-User, dass es vor allem auf die Leute im eigenen Umfeld ankommt.

«Wenn Leute ihre Familie, Freunde und Arbeitskollegen von der App überzeugen, kann bereits eine kleine Gruppe einen wirksamen Schutz für alle Mitglieder aufbauen, auch wenn nicht alle ein Smartphone haben. Wer ein Smartphone besitzt und die App nutzt, schützt alle in seiner Umgebung.»

Lucie Abeler-Dörner quelle: sueddeutsche.de

Die deutsche Wissenschaftlerin weist im Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» auf einen weiteren wesentlichen Vorteil hin.

«Wir müssen die App als Chance sehen, die Bekämpfung der Epidemie in die eigene Hand zu nehmen. Je mehr Leute mitmachen, desto wahrscheinlicher ist es, dass keine zweite Welle kommt.»

Funktioniert das überhaupt?

Ja, versichert das BAG, die SwissCovid-App laufe gut.

«In der vorgehenden Pilot- und Testphase wurde dies ausgiebig geprüft und für funktionstüchtig befunden.»

Gregor Lüthy, Kommunikationschef

Die Verantwortlichen betonen zudem, dass bislang nur wenige Fehlermeldungen zur Installation eingegangen seien über die entsprechenden Support-Funktionen.

Gibt's jetzt doch eine App-Pflicht?

Nein, ganz sicher nicht. Auch wenn sich dies einzelne Clubbetreiber durchaus wünschen würden. Die SwissCovid-App kann das von den Behörden verlangte Registrieren der Gäste nicht ersetzen. Das ist technisch und rechtlich unmöglich.

Fakt ist: Eine App-Pflicht, respektive ein App-Zwang für Schweizer Clubbesucher, kommt aus juristischen Gründen nicht infrage. Es gibt ein vom Parlament genehmigtes, gesetzlich festgeschriebenes Diskriminierungs-Verbot. Das heisst, die Nutzung von SwissCovid ist absolut freiwillig und wird es definitiv bleiben. Wer dagegen verstösst, muss laut Epidemiengesetz mit einer Geldstrafe rechnen. Abgesehen davon ist es über die SwissCovid-App technisch unmöglich, den Standort oder andere persönliche Informationen der Smartphone-User herauszufinden oder gar an Dritte weiterzugeben. Die App taugt nicht als Hilfsmittel für das klassische Contact Tracing wegen ihrer dezentralen Architektur (keine Erhebung sensitiver Daten) und wurde auch nie dafür konzipiert.

Und im Ausland?

Was sollen SwissCovid-Nutzer tun, wenn sie ins Ausland reisen? Der BAG-Kommunikationschef erklärt:

«Wenn Schweizer im Ausland unterwegs sind, ist das Tracing mit der SwissCovid-App eher nutzlos, da sie derzeit nur Daten mit anderen SwissCovid-Apps austauschen kann. Die Wahrscheinlichkeit, im Ausland viele aktive SwissCovid-App-User zu treffen, dürfte gering sein.»

Wie watson schon früher vom Entwicklerteam (DP-3T) erfahren hat, kann das Installieren von anderen nationalen Warn-Apps Sinn machen. Dazu erklärt Gregor Lüthy:

«Eine ausländische App, z. B. Immuni aus Italien, zu installieren und zu aktivieren kann durchaus Sinn machen, aber man muss dabei wissen, dass die Apple/Google API zu einem Zeitpunkt immer nur eine solche App zulässt, also müsste man dann in Italien die Immuni-App aktivieren und somit die SwissCovid-App deaktivieren (macht man in den Einstellungen des Betriebssystems).»

Man könne allerdings nur gewarnt werden, wenn man die jeweilige App auch aktiviert hat. D. h. man müsste die Immuni-App nach der Rückkehr für einige Zeit mindestens einmal pro Tag aktiviert und am Internet haben. Für Grenzgänger möge das weniger ein Problem sein. «Sie müssten immer an der Grenze die Aktivierung umschalten.» Ein anderes Problem sei das Geo-Blocking. Tatsächlich ist die deutsche Corona-Warn-App bislang nur in den App-Stores weniger Länder verfügbar – aus juristischen Gründen.

Die SwissCovid-App hat kein solches GeoBlocking mehr. Das heisst, man findet sie nicht nur im Schweizer App Store.

SwissCovid und Ausländer

SwissCovid ist nun auch für ausländische Besucher verfügbar, respektive in ausländischen App Stores. Gregor Lüthy vom BAG erklärt die entsprechenden Überlegungen:

«Es gibt viele Personen in der Schweiz, die aus einem anderen Herkunftsland kommen oder einen anderen Telecom-Anbieter haben. Diesen Personen möchte man die App ebenfalls zugänglich machen. Die Installation ist für Berufspendler, Touristen, welche längere Zeit in der Schweiz verweilen, und Wochenaufenthalter sinnvoll, da sie im Krankheitsfall eventuell vom Schweizerischen Gesundheitssystem versorgt werden.»

Die SwissCovid-App ist auf 11 Sprachen verfügbar, allen voran die vier offiziellen Sprachen der Schweiz: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Darüber hinaus wurden vor allem die grössten Migrationssprachen berücksichtigt: Serbisch/Kroatisch/Bosnisch, Albanisch, Portugiesisch und Spanisch. Und natürlich die Weltsprache Englisch.

Interoperabilität: Wann sind die Apps kompatibel?

Nationale Tracing-Apps sind nicht wirklich sinnvoll, wenn die Landesgrenzen wieder offen stehen und Leute wieder vermehrt reisen. Wie weit sind die Vorbereitungen für das grenzüberschreitende Funktionieren fortgeschritten?

Dazu teilt uns der BAG-Mann mit:

«Die EU hat sich letzte Woche auf eine regulatorische Basis geeinigt, sie werden im Rahmen der ‹Cross Border Initiative› eine Erweiterung machen. Dies wird ihre rechtliche Basis für den Datenaustausch zwischen den EU-Ländern sein, die auf das dezentrale Modell setzen und die Apple/Google API nutzen. Die Schweiz möchte sich daran beteiligen. Die entsprechenden Gespräche sind lanciert.»

Soll heissen: Die SwissCovid-App wird in Zukunft auch in den Nachbarländern funktionieren, so dass man bei Auslandaufenthalten nicht die jeweilige App installieren muss. Allerdings dürfte dies noch einige Zeit, wohl Wochen, oder gar Monate, dauern. Abschliessend gilt es darum in Erinnerung zu rufen, dass wir weiterhin vorsichtig sein sollten. Wir alle, ob mit oder ohne SwissCovid-App auf dem Handy.

BAG äussert sich zu Interoperabilität

Rein technisch könnte die Swiss-Covid-App bereits im August auch in Deutschland, Österreich und Italien eingesetzt werden – wenn rechtzeitig eine Einigung mit der EU zustande kommt. Das sagte der Leiter Abteilung Digitale Transformation im BAG, Sang-Il Kim.
Geplant sei das grössere Update der App für August, sagte Kim vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dann könnten die Userinnen und User im Ausland wählen, in welchem der drei Länder sie bei Kontakten mit Covid-19-Infizierten gewarnt werden wollten. Mit Frankreich werde der Austausch nicht funktionieren, weil das Land eine andere Schnittstelle benutze.
Ein «Stolperstein» im Zeitplan könnte sein, dass die Schweiz noch kein ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU hat und damit bei rechtlichen Übereinkommen der EU aussen vor gelassen werde. Doch der Bundesrat – unter anderem Innenminister Alain Berset – setze sich auf den diplomatischen Kanälen für eine schnelle Lösung ein.
(sda)

Läuft die SwissCovid-App auf deinem Handy?

Quellen

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68
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    Alle Leser-Kommentare
  • Madison Pierce 30.06.2020 16:13
    Highlight Highlight Ich kann die Einwände bezüglich nicht quelloffener API nicht nachvollziehen. Dem Hersteller des Smartphone-OS sollte man schon vertrauen, denn überwachen kann einem dieser auch ohne API. Wenn man Apple oder Google nicht vertraut, verwendet man deren Software nicht.

    Wenn schon ein Einwand, dann dieser (welcher komischerweise nie erwähnt wird): zumindest Apple-Benutzer können nicht feststellen, ob die App, die sie installieren, wirklich aus den veröffentlichten Sourcen kompiliert wurde. Von daher ist es sogar egal, ob die App Open Source ist oder nicht.
  • FrauMirach 30.06.2020 14:17
    Highlight Highlight Bei der Umfrage fehlt die Antwort: Ich würde gerne, ich kann mein Handy aber nicht auf das geforderte Betriebssystem aufrüsten. Die paar hundert Stutz für ein neues Phone kann ich aber nicht einfach so aufbringen.
    • Dude 01.07.2020 06:31
      Highlight Highlight Ich kann dir LineageOS empfehlen. Habe so mein 7 Jahre altes Note 3 auf Android 9 gebracht. Läuft super stabil!
  • El Estupidoburro 30.06.2020 13:36
    Highlight Highlight Frage: wird bei einem Neustart des Handys die App im Hintergrund automatisch auch gestartet oder muss man das manuell tun? Android 10.
    • Pedro Salami 30.06.2020 14:21
      Highlight Highlight Du musst die nicht manuell starten. Nur darauf achten, dass Bluetooth aktiviert ist. Und falls nicht, bekommst du eh einen Hinweis.
  • Eskimo 30.06.2020 12:29
    Highlight Highlight Wenn ca. 10 Prozent der Bevölkerung die App installiert haben und täglich zwischen 30 und 60 neue Fälle bekanntgegeben werden, müssten doch deutlich mehr als 2 Covidcodes eingegeben worden sein..?
    • goschi 30.06.2020 14:04
      Highlight Highlight Nein, weil die Verteilung von beidem nicht homogen ist.
  • Noblesse 30.06.2020 12:23
    Highlight Highlight Super Artikel! Danke für Recherche. Huärä Arbeit!
  • homo sapiens melior 30.06.2020 11:56
    Highlight Highlight Ich sehe soziale Parallelen zum Impfthema.

    App-Anwender schützen auch Nichtanwender.
    App-Verweigerer gefährden alle in ihrem Umfeld und unterstützen die Ausbreitung der Krankheit.

    Ich hab die App natürlich seit Tag 1 drauf und hab auch mein komplettes Umfeld dazu überschnurret. Ein Senior kaufte deswegen sogar extra ein neues Handy.
    • @schurt3r 30.06.2020 12:48
      Highlight Highlight 👍 Ja, gewisse Parallelen zu den Impfgegnern sind nicht von der Hand zu weisen. 😌

      Es braucht wohl einfach eine gewisse Zeit, bis die (unberechtigten) Zweifel und Bedenken in den Hintergrund treten und die Erkenntnis durchsickert, dass die App keine schlimmen Nebenwirkungen hat, sondern Leben retten kann.
  • philly wonka 30.06.2020 11:12
    Highlight Highlight Für mich gibts keinen Grund für das Nichtinstallieren der App (ausser halt das veraltete Betriebssystem). Wer ein Smartphone nutzt, gibt seine Daten mit dem Kauf und der Betriebnahme schon her. Unnachvollziehbar diese Aluhut-Mentalität.
  • MacB 30.06.2020 11:04
    Highlight Highlight Ich hab mir die App installiert und danach saugte sie mir den Akku leer. Nach zwei Tagen hab ich sie halt wieder deinstalliert. Liegt das an mir oder an der App?
    • @schurt3r 30.06.2020 12:51
      Highlight Highlight Vermutlich an deinem Handy. Was für eins hast du denn? Welche System-Version ist installiert? Hast du vielleicht gar einen Screenshot, der den massiven Akkuverbrauch belegt?
    • IpohLung 30.06.2020 13:33
      Highlight Highlight Ich verspüre keinen Impact auf meinem iPhone X.
    • Pedro Salami 30.06.2020 14:25
      Highlight Highlight Auf meinem Droiden 3% Akkuverbrauch. Das max. was ich gesehen habe war 3.3%.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DrDeath 30.06.2020 10:58
    Highlight Highlight Die Umfrage zeigt einen interessanten Punkt: Offenbar werden Artikel zum Thema Covid-App von Leuten, die die App nicht nutzen, grösstenteils gar nicht erst gelesen. @watson-Team: könnt ihr die Umfrage zum Vergleich noch mal prominent auf der Startseite platzieren?
    • @schurt3r 30.06.2020 13:23
      Highlight Highlight Es ist an uns allen, die SwissCovid als sinnvoll erachten, schlecht informierte Bekannte und Freunde zu überzeugen. Nur schon um zu beweisen, dass wir eine moderne, fortschrittlich und solidarisch handelnde Gesellschaft sind.

      Repräsentative Studien zu SwissCovid sind viel aufschlussreicher. Da gibts hoffentlich in Kürze mehr 👍🏻
    • DrDeath 30.06.2020 16:15
      Highlight Highlight Trotzdem würde es mich interessieren, wie das Ergebnis aussieht, wenn man nicht auf "Was Schweizer und Ausländer unbedingt über die SwissCovid-App wissen sollten" klicken muss, sondern auf "Nutzt du die SwissCovid App? Stimme hier ab!" Rein aus wissenschaftlicher Neugierde wie sich die Leserschaft dieses Artikels zur Gesamtleserschaft von watson.ch verhält.
  • Dave1974 30.06.2020 10:57
    Highlight Highlight Die Zahl 860'000 ist also hinfällig, wenn man die App auf der ganzen Welt herunterladen, resp. nutzen kann.

    Wenn jemand mehrere Geräte hat und die App gleich auf allen aktiviert, wäre er auch gleich mehrmals Nutzer.

    So oder so ist die Rechnerei ziemlich fraglich.
    Was aber nicht bedeuten soll, dass die App nicht so zugänglich sein sollte. Man darf aber gewisse mögliche Aspekte auch berücksichtigen.
    • @schurt3r 30.06.2020 12:18
      Highlight Highlight Nein, die Zahl ist nicht hinfällig.

      Es handelt sich um eine Schätzung der täglich aktiven User, nicht der App-Downloads.

      Wer ein Geschäfts-Handy und ein privates nutzt, sollte SwissCovid auf beiden aktivieren. Das wird dann als zwei Aktivierungen gezählt, da ja seitens des Tracing-System-Betreibers (BAG) keine Rückschlüsse auf die Identität möglich sind.
  • niklausb 30.06.2020 10:53
    Highlight Highlight Ich arbeite in Basel mit Elsässern und Badensern zusammen, das scheint bei diesen Apps nicht berücksichtigt worden zu sein. Ich meine Grenzregionen, wo ein reger Personenverkehr/ Grenzgängerverkehr stattfindet.
    Eine imho nicht unerhebliche Schwachstelle gerade weil jeweils nur eine App aktiv sein kann.
    • @schurt3r 30.06.2020 11:46
      Highlight Highlight Die Verantwortung (für die Tracing-Apps) liegt bei den nationalen Gesundheitsbehörden, das ist schon richtig so. Und nun wird mit Vollgas an der Interoperabilität gearbeitet. Allerdings gilt dies nur für die dezentralen Tracing-Apps (Schweiz, Deutschland, Italien).

      Die französische App ist zentralisiert, und damit nicht kompatibel, was den direkten Datenaustausch betrifft. Leider hat sich die französische Regierung so entschieden, obwohl die App dadurch weniger zuverlässig funktioniert (sie kann nicht auf die Apple-Google-Schnittstelle zugreifen).
    • niklausb 30.06.2020 12:35
      Highlight Highlight @Schurt3r
      Das hätte man vor dem Rollout machen sollen, weil gerade wir Schweizer ja viel auf Grenzgänger setzen. So bringts für sehr viele Leute nix. Frankreichs Alleingang hin oder her.
    • Varanasi 30.06.2020 12:59
      Highlight Highlight Du könntest wohl bald zusätzlich die Deutsche App herunterladen.

      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • smoking gun 30.06.2020 10:46
    Highlight Highlight „Ein grosser Teil des Kontakt­verfolgungs­protokolls wird von Apple-Google in einem Teil des Systems namens GAEN implementiert. Dieser Teil hat keinen verfügbaren Quellcode, obwohl das Gesetz die Offenlegung des Quellcodes aller Komponenten des Systems verlangt“.

    Hier einer der Gründe, warum ich SwissCovid noch nicht installieren werde. (Quelle: swprs.org)
    • @schurt3r 30.06.2020 11:02
      Highlight Highlight Die SwissCovid-App setzt ein für jegliche Smartphone-Nutzung erforderliches Grundvertrauen in den Plattformanbieter (Apple oder Google) voraus. Wenn dieser „Trust“ bei dir fehlt, solltest du ganz aufs Handy verzichten.

      Siehe auch:
      https://www.zuehlke.com/blog/swisscovid_de/
    • smoking gun 30.06.2020 11:15
      Highlight Highlight Ja dieser „Trust“ fehlt, aber aufs Handy verzichten kann ich nicht. Wenn SwissCovid 100 % Open Source ist und allen gesetzlichen Anforderungen genügt, werd ich mir das nochmals überlegen.

      Der auch von dir geschätzte Edward Snowden erklärt hier eindrücklich was die Probleme sind:

      Play Icon


    • @schurt3r 30.06.2020 12:21
      Highlight Highlight Snowden warn völlig zurecht vor weitreichenden Überwachungsmassnahmen, die unter Notrecht erlassen werden. Swisscovid ist hingegen eine vom parlament gutgeheissene Lösung, die den Datenschutz gewährleistet. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat sein Ok gegeben, auch zur Implementierung der Apple-Google-Schnittstellen.

      Snwoden selbst hat eine absolut vergleichbare App vorgeschlagen. Ich erlaube mir, auf den entsprechenden (eigenen) Artikel zu verlinken :)

      https://www.watson.ch/!220825497
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 30.06.2020 10:46
    Highlight Highlight Das mit dem Vergleich zu Deutschland liegt wohl daran, dass sie 10 x mehr Einwohner haben. Obwohl ich keine Volksaufläufe schätze, habe ich die App montiert. Sie schadet nicht und wenn sie nützen sollte, gut.
    • sikki_nix 30.06.2020 11:03
      Highlight Highlight Wenn Sie damit das Verhältnis Installation zu Gesamtbevölkerung meinen, dann spielt die Einwohnerzahl keine Rolle, da diese in die Berechnung mit einfliesst.
    • @schurt3r 30.06.2020 11:03
      Highlight Highlight Ja, sollte im Artikel erwähnt sein. Deutschland ist bei bald 20 Prozent 👍🏻
  • LarsBoom 30.06.2020 10:38
    Highlight Highlight Über 6.5 Millionen aktive WhatsApp Nutzer in der Schweiz und ca. 3.8 Millionen schauen regelmässig bei Facebook vorbei. Aber bei einer sehr nützlich und Datenschutzmässig vermutlich sehr sichern App zögern viele 🙄
    • SJ_California 30.06.2020 11:06
      Highlight Highlight Ich sehe bei meinem Haushalt folgendes „Problem“: Die meisten Kontakte mit Drittpersonen finden bei der Arbeit statt, und dort ist das Handy weit weg (es muss im Personalspind versorgt sein).
      Arbeitsweg mit Velo = unproblematisch. Kein Clubbing und dergleichen.

      Wieso also die App herunterladen und nutzen?
    • K1aerer 30.06.2020 11:31
      Highlight Highlight Ist wie mit Masken tragen. Entweder macht man es oder man hält sich einfach an die Abstandsvorgaben.
    • @schurt3r 30.06.2020 12:24
      Highlight Highlight Die App zu nutzen, schadet ganz bestimmt nicht. Das bisschen Akku-Mehrverbrauch solltest du hoffentlich verkraften können.

      Und stell dir vor, du rettest damit vielleicht Leben. Es gab in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche unbemerkte Infektionen, die später viel Leid (bei Dritten) anrichteten. Da hätte man auch dank Warn-App einiges vermeiden können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 30.06.2020 10:26
    Highlight Highlight Hallo Schurter

    Finde die Covid App eigentlich eine tolle Sache! 👍

    Nun lese ich aber auf der Netzwoche folgendes:

    https://www.netzwoche.ch/news/2020-06-16/das-sind-die-schwachstellen-der-swiss-covid-app

    Genau der wichtigste und zentralste Teil der App sei nicht quelloffen und liegt bei Google und Apple.
    Dies obwohl das Schweizer Gesetz eigentlich vorschreibt, dass sämtlicher Quellcode offengelegt sein müsse.

    Da die Netzwoche ein seriöses IT-Fachblatt ist, und weit entfernt davon VT-Medium zu sein, bin ich nun doch etwas verunsichert.

    Wäre toll, wenn Du hier Klarheit schaffen könntest.
    Benutzer Bild
    • @schurt3r 30.06.2020 10:47
      Highlight Highlight Hey Snowy, es ist ein Abwägen der Vor- und Nachteile.

      Ich halte es mit den IT-Experten, die für SwissCovid argumentieren.

      Bin grad im Wald unterwegs, darum in aller Kürze 😄

      Siehe z.B. hier:

      https://www.zuehlke.com/blog/swisscovid_de/

      Zitat:
      „As certain functions of the smartphone operating systems are essential in order for the app to work, and the operating system itself is not open-source, it is fair to say that Apple and Google are already considered trusted parties and the trust in the new functions does not exceed the trust already placed in the operating system.“
    • Snowy 30.06.2020 11:07
      Highlight Highlight Soweit so klar.

      Freue mich auf Deine ausführliche Antwort, Schurter.

      Viel Spass im Wald!
    • one0one 30.06.2020 11:08
      Highlight Highlight Apple und vorallem Google als vertrauenswürdige Partner im Bereich Daten zu deklarieren, macht mir Bauchschmerzen.
      Wäre schön wenn auf berechtigte Zweifel etwas fundiertere Antworten kommen würden... Ueber die positiven Aspekte wird ellenlang berichtet. Dass ein zentraler Punkt der Anforderungen an die App einfach geknickt wurde, wird nicht erwähnt. Auf Nachfrage kommt, dass man Google und Apple vertrauen soll. Das ist einfach nicht objektiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bunix 30.06.2020 10:16
    Highlight Highlight Leider ist die APP nur mit dem neusten iOS installierbar. Ältere Gerät wie zum Beispiel iPhone 6 nicht verwendbar.
    • @schurt3r 30.06.2020 10:52
      Highlight Highlight Ja, das ist so, aus technischen Gründen, wobei dies meines Wissens bislang nicht näher erläutert wurde von Apple.

      Es war wohl ein Abwägen, ob man die Technik auf mehr als vier Jahre alten iPhones implementiert und damit andere Probleme in Kauf nimmt (Akkuverbrauch, Zuverlässigkeit der Distanzschätzungen über BLE). Dies hätte der Akzeptanz vermutlich massiv geschadet...
    • saukaibli 30.06.2020 11:18
      Highlight Highlight Und genau aus dem gleichen Grund, wieso du nicht mehr mit Windows XP und Internet Explorer unterwegs sein solltest, solltest du auch nicht mit veralteten Mobile-Betriebssystemen unterwegs sein. Auch wenn das bedeutet, dass man alle paar Jahre ein neues Gerät anschaffen muss.
    • @schurt3r 30.06.2020 12:35
      Highlight Highlight @saukaibli

      Spätestens wenn ein (mobiles) Betriebssystem keine Sicherheits-Updates mehr erhält, sollte man auf ein neueres Gerät wechseln, ja.

      iOS 12 wird meines Wissens noch mit Updates versorgt. Hier waren laut Apple technische Gründe ausschlaggebend, dass die Exposure-Notification-Schnittstelle nicht implementiert wurde.

      https://support.apple.com/de-de/HT201222

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