DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Dieser Elektro-Audi geht neu auf Patrouillenfahrt im Kanton Zürich.
Dieser Elektro-Audi geht neu auf Patrouillenfahrt im Kanton Zürich.
Bild: Kantonspolizei Zürich

Nimm das, Basler Polizei-Tesla! Zürcher Polizei testet Audi e-tron 55 Quattro

Die Kantonspolizei Zürich kämpft gegen Verbrecher – und gegen den Klimawandel. Neu im Stall: Ein Elektrobolide, der auch auf der Autobahn eingesetzt wird.
16.01.2020, 14:5617.01.2020, 06:12

Die Kantonspolizei Zürich startet im Februar eine Testphase mit einem vollelektrischen, allradbetriebenen Patrouillenfahrzeug: Im Gegensatz zu den Basler Kollegen setzen die Zürcher nicht auf Tesla, sondern auf Audi. Der Audi e-tron 55 Quattro sei auch für den Einsatz auf Autobahnen geeignet, heisst es in der Medienmitteilung vom Donnerstag.

Es sei das erste vollelektrische und allradbetriebene Fahrzeug, das die grundlegenden Anforderungen für ein Einsatzfahrzeug der Verkehrspolizei im Kanton Zürich erfülle, heisst es.

Was kostet das Zürcher E-Polizeiauto?

Knapp 100'000 Franken koste der Audi e-tron 55 Quattro ab Werk und sei damit deutlich teurer als der Standard-Streifenwagen, der BMW 5, schreibt die Zürichsee-Zeitung.

In Winterthur werde man den Elektro-SUV selten sehen. Er komme am Verkehrsstützpunkt Urdorf zum Einsatz, weil es dort viel Autobahn abzudecken gelte und die Polizei möglichst viele Fahrkilometer abspulen könne.

Die Reichweite gebe Audi mit etwas über 400 Kilometer an; ein voller Ladezyklus dauere 4 bis 5 Stunden.

Im Praxistest bis zum Erreichen von 400‘000 Kilometern sollen die genauen Betriebskosten ermittelt sowie die Einsatztauglichkeit im Polizeialltag und die Lebensdauer der Batterie in Erfahrung gebracht werden. Besondere Herausforderung seien die vielen Autobahnkilometer im vergleichsweise grossen Kanton, sagt Polizeikommandant Thomas Würgler.

Im Interview spricht der Kapo-Chef über die «Reichweitenangst»:

Was den Zürcher Polizisten nicht passieren sollte:

Auszuschliessen ist ein Beschaffungs-Debakel wie bei der Polizei Basel-Stadt: Das erste Schweizer Elektro-Polizeiauto, ein Tesla Model X, wurde 2018 präsentiert, musste aber wegen Datenschutz-Bedenken in der Garage bleiben. Erst im April 2019 gab der kantonale Datenschützer grünes Licht.

Korrektur: In einer früheren Artikel-Version hiess es fälschlicherweise, der Tesla habe keinen CAN-Bus. So schrieb etwa der Tages-Anzeiger, ein Polizeiauto müsse über eine Can-Bus-Datenschnittstelle für polizeispezifische Anforderungen verfügen. Dazu gehörten Unfalldatenspeicher, Dachbalken, Funk oder Nachfahrmessung. Der Tesla habe keine solche Schnittstelle.

Zürcher Polizei kämpft gegen den Klimawandel

In ihrer Medienmitteilung streicht die Kantonspolizei Zürich ihre Pionierrolle hervor, was die Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik betrifft:

«Als kantonaler Lead Buyer für Personenwagen bis 3.5 Tonnen und mit einer Personenwagenflotte von über 650 Fahrzeugen hat die Kantonspolizei Zürich eine Verantwortung wahrzunehmen. So nahm sie 2003 das erste Gasfahrzeug für die Verkehrs- und Jugendinstruktoren in Betrieb. 2004 wurden die ersten Hybrid-Fahrzeuge in Betrieb genommen. 2015 wurde das erste vollelektrische Fahrzeug bestellt. Per Ende 2019 hat der Anteil an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb 13.1% betragen. Dazu im Vergleich: 2018 waren in der Schweiz 2.4% aller eingelösten Personenwagen bis 3.5 Tonnen mit alternativem Antrieb ausgerüstet.»

Die Kantonspolizei sei mit diesen langfristigen Massnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und damit des CO2-Ausstosses auf dem richtigen Weg ist, heisst es weiter. Dies habe eine unabhängige ISO-Zertifizierung gezeigt.

Von den rund 650 Autos der Kantonspolizei seien aktuell bereits über 80 mit alternativen Antrieben unterwegs, darunter viele Hybrid-Fahrzeuge und rund 23 mit Erdgas, heisst es. Bis Ende Jahr soll der Anteil alternativer Antriebe bis auf 18 Prozent steigen, wird der Chef der Logistikabteilung der Kantonspolizei Zürich, Roger Büherer, zitiert.

Die Zürcher Polizei schreibt, man wolle sich bei der Auto-Beschaffungsstrategie aber auch weiterhin nicht auf ein einziges Antriebssystem festlegen: Ob Benzin, Diesel, Gas, Hybrid (kleine Batterie, Elektro- und Benzinmotor), Plug-In (grössere Batterie, Elektro- und Benzinmotor), Elektro oder Wasserstoff: «Je nach Einsatz und Anforderungen ist ein anderes Antriebskonzept passend und wird entsprechend beschafft.»

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

E-Autos im Crashtest

1 / 11
E-Autos im Crashtest
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Basler Polizei-Tesla im Einsatz:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

VW-Chef erklärt in 2 Minuten, warum Wasserstoff-Autos keine Chance gegen E-Autos haben

Wer tritt das Erbe der klimaschädlichen Benzin- und Dieselautos an? Elektroautos mit Akkus oder Autos mit Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff betrieben werden? Diese Frage bewegte gestern auch die Studiogäste der deutschen Talkshow «Markus Lanz». Und wie so oft wurde der an sich saubere, aber mit anderen Nachteilen behaftete Wasserstoff-Antrieb als Wundermittel angepriesen.Dann bekam VW-Chef Herbert Diess, selbst als Elektroturbo bekannt, das Wort und erklärte in 120 Sekunden, warum …

Artikel lesen
Link zum Artikel