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Whistleblower-Plattform Swiss Leaks nimmt Betrieb auf



Swiss Leaks ist am Freitag offiziell gestartet. Die Whistleblowing-Plattform soll Leuten, die in der Schweizer Wirtschaft, Politik oder Verwaltung Missstände aufdecken wollen, eine Meldung unter Wahrung der Anonymität ermöglichen.

Das Team besteht aus rund 30 Freiwilligen, unter anderem auch dem Julius Bär-Whistleblower Rudolf Elmer, wie die Kampangenenorganisation Campax, die Gründerin von Swiss Leaks, am Freitag mitteilte.

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screenshot: swiss-leaks.net

Eingaben über die Website swiss-leaks.net sollen nach einer ersten Plausibilitätsprüfung einem pro Fall zusammengestellten Team übergeben werden, das die Eingabe fachtechnisch prüft und dem Tippgeber allenfalls Rückfragen stellt.

Das Experten-Team gibt anschliessend eine Empfehlung an ein Gremium zusammengesetzt aus einem Vorstandsmitglied, einem Anwalt und dem Geschäftsführer ab, das schliesslich über das weitere Vorgehen entscheidet.

Swiss Leaks ist dabei für alle Themen offen, die die Schweiz betreffen oder einen direkten Bezug dazu haben, wie Mitinitiator Andres Freimüller gegenüber watson erklärte.

Swiss Leaks wurde vor dem Hintergrund des Bündner Baukartell-Skandals initiiert. Der Whistleblower Adam Quadroni geriet deswegen in schwere berufliche und private Probleme.

Ein Hauptziel von Swiss Leaks sei auch, die öffentliche Meinungsbildung mit harten, sonst nicht zugänglichen Fakten zu unterstützen, wie es in der aktuellen Mitteilung heisst.

Campax ist ein Anfang 2017 gegründeter Verein, der sich nach eigenen Angaben für eine solidarische Gesellschaft, eine nachhaltige Wirtschaft und eine intakte Umwelt einsetzt. Präsident des Vereins ist der frühere Greenpeace-Kampagnenspezialist Andreas Freimüller. Bekanntestes Vorstandsmitglied ist der Nationalrat der Grünen, Balthasar Glättli.

Nach der Ankündigung von Swiss Leaks im Mai hatte der Chaos Computer Club (CCC) Schweiz auf Unstimmigkeiten hingewiesen. Sie sollen inzwischen beseitigt worden sein.

(dsc/awp/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • extrachrome 06.07.2018 13:15
    Highlight Highlight Grossartige sache! Vor allem weil die überzivilisierte und hochmoderne, reiche schweiz in sachen whistleblower-schutz einem viertwelt-land ähnelt. Ergo, menschen die in der vergangenheit gewerbsmässige betrügereien öffentlich gemacht haben, haben null schutz erhalten, im gegenteil!
    23 1 Melden
  • N. Y. P. D. 06.07.2018 10:22
    Highlight Highlight Eingaben über die Website swiss-leaks.net sollen nach einer ersten Plausibilitätsprüfung einem pro Fall zusammengestellten Team übergeben werden, das die Eingabe fachtechnisch prüft und dem Tippgeber allenfalls Rückfragen stellt.

    Und dem Tippgeber allenfalls Rückfragen stellt !

    Es sind also 30 Leute in der Firma, die Deine Identität kennen.

    Nein danke. Gut gemeint, aber zu unsicher bei hochbrisanten Informationen.

    Wieso sollte ich eigentlich hochbrisante Informationen über eine Website eingeben ? Zu unsicher.
    19 18 Melden
    • @schurt3r 06.07.2018 10:35
      Highlight Highlight Nein, das stimmt so nicht.

      Rückfragen finden meines Wissens auch nur über die sichere Plattform, also anonymisiert, statt.

      SwissLeaks basiert auf dem Open-Source-Softwareprojekt GlobaLeaks:
      https://www.globaleaks.org/de/
      34 1 Melden
    • N. Y. P. D. 06.07.2018 10:55
      Highlight Highlight Ah, ok.

      Danke für den Link.
      22 1 Melden
    • Ueli der Knecht 06.07.2018 11:17
      Highlight Highlight N.Y.P.: Es ist praktisch unmöglich für einen Tippgeber, inkognito zu bleiben, umsomehr die Informationen öffentlich werden. Das sollte sich jeder Tippgeber bewusst sein.

      Falls SwissLeaks halbwegs seriös ist, würden sie nichts öffentlich aufdecken, bevor nicht die Whistleblower über ihre Risiken (des Auffliegens) informiert wurden, und der Veröffentlichung im Bewusstsein ihrer Risiken zugestimmt haben.
      14 0 Melden
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