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Bund startet Pilotversuch mit Informationen auf Mastodon

Teaserbild: Bundesverwaltung lanciert Mastodon-Instanz.
Die Bundesverwaltung hat eine eigene Instanz für den unabhängigen Social-Media-Dienst Mastodon erhalten.Bild: watson / Unsplash

Bund startet Pilotversuch auf Mastodon – auch, um staatliche Zensur auszutricksen

Erste Schritte im Fediverse sind bereits zu beobachten.
12.09.2023, 13:3012.09.2023, 15:12
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Die Bundeskanzlei verbreitet für die Öffentlichkeit relevante Informationen neu auch über den unabhängigen Social-Media-Dienst Mastodon. Der Bund will Erfahrungen sammeln mit der Kommunikation auf einem dezentral organisierten und datenschutzfreundlichen Kurznachrichtendienst.

Der Pilotversuch soll laut Ankündigung ein Jahr lang laufen. Dann werde, «unter Berücksichtigung der gemachten Erfahrungen», über das weitere Vorgehen entschieden.

Wer macht mit?

Bundesrat und Bundesverwaltung nutzen seit vielen Jahren Social-Media-Plattformen. Wie die Bundeskanzlei am Dienstag mitteilte, lassen sich so Teile der Bevölkerung erreichen, die auf anderen Kanälen schwer zu erreichen sind.

Die «Instanz» der Bundeskanzlei auf Mastodon –, damit ist ein eigener Server gemeint –, heisst «social.admin.ch». Dort können der Bundesrat und die Departemente offizielle Accounts registrieren. Alle Mastodon-Nutzerinnen und Nutzer mit einem eigenen Account bei einer anderen Instanz können dann den Profilen auf social.admin.ch folgen.

Die Eidgenössischen Departemente für auswärtige Angelegenheiten (EDA), des Innern (EDI) sowie für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) planen nach Angaben der Bundeskanzlei einen oder mehrere Accounts.

Die Bundeskanzlei selbst betreibt bereits einen Account für den Bundesratssprecher und Vizekanzler André Simonazzi.

Mastodon-Profil des Bundesratssprechers André Simonazzi. Quelle: https://social.tchncs.de/@gov@social.admin.ch
Noch ist die Follower-Zahl des Bundesratssprechers bei Mastodon überschaubar.Screenshot: watson

Datenschutzfreundlich und dezentral, aber...

Mastodon weise Eigenschaften auf, welche es für die Regierungskommunikation attraktiv machten, teilte die Bundeskanzlei mit. So sei die Plattform dezentral organisiert und laufe nicht über einen zentralen Server. Das entziehe den Kurznachrichtendienst der Kontrolle eines einzelnen Unternehmens (wie X, früher Twitter genannt ) und staatlicher Zensurbehörden.

Zudem sei der Dienst datenschutzfreundlich, denn die Betreiber der Instanzen würden über die Verwendung der Userdaten entscheiden. Viele Betreiber seien dabei den Angaben zufolge transparent, beschränkten die Datenerhebung auf das zum Betrieb Notwendige und würden den Verkauf von Daten ausschliessen. Auch der Bund werde seine Instanz «datenschutzfreundlich betreiben», heisst es weiter.

Der Bund will aber offenbar auch an bisherigen Social-Media-Aktivitäten auf grossen Plattformen wie X festhalten, die wegen der Datensammelwut der Betreiber und mangelnder Inhalte-Regulierung problematisch sind.

Die Bundesverwaltung verfolge die Entwicklungen in dem Bereich ständig und auch im Hinblick darauf, ob neue oder bis jetzt noch nicht verwendete Plattformen für die öffentliche Kommunikation infrage kommen könnten.

«Der Pilotversuch mit Mastodon ist in diesem Rahmen zu sehen. Er hat keine Auswirkungen auf die Nutzung anderer Soziale-Medien-Plattformen durch den Bundesrat oder die Bundesverwaltung.»
quelle: admin.ch

PS: Übrigens ist auch watson seit geraumer Zeit bei Mastodon zu finden, und zwar unter:
@watson_news@mstdn.social.

Quellen

(dsc/sda)

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Die wichtigsten Begriffe zu Mastodon und dem Fediverse
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Vergiss Twitter! Diese Begriffe zur europäischen Social-Media-Alternative Mastodon bringen nicht nur Elon Musk ins Schwitzen ...
quelle: keystone / gregory bull
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Wärst du gerne Bundesrat? Wenn du von diesen Privilegien gehört hast, vermutlich schon
Video: watson
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2 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Robi Roborock
12.09.2023 16:11registriert Januar 2018
Gratulation zum mutigen Schritt in Richtung digitaler Souveränität. Ich hoffe, dass damit Mastodon bzw. das Fediverse langsam Fahrt aufnimmt in der Schweiz.
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Jedes einzelne dieser Videos ist KI-generiert, und wenn dich das nicht zumindest ein wenig beunruhigt, bringt dich wohl gar nichts aus der Fassung.

«Sora» klingt harmlos, ist aber der aktuell fortschrittlichste Video-Generator. Er kann aus simplen Textanweisungen nahezu fotorealistische Videos von Menschen, Tieren oder Landschaften mit komplexen Kamerabewegungen erstellen.

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