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Zuckerberg entschuldigt sich für das Leid, das sein Konzern anrichtet

TikTok CEO Shou Zi Chew, second from left, is followed by Meta CEO Mark Zuckerberg and X CEO Linda Yaccarino, as they leave the Senate Judiciary Committee hearing on child safety online, Wednesday, Ja ...
Sind für den Tod junger Menschen mitverantwortlich: TikTok-Chef Shou Zi Chew (Mitte), gefolgt von Meta-Chef Mark Zuckerberg und X-Chefin Linda Yaccarino. Bild: keystone

Hier entschuldigt sich Mark Zuckerberg für das Leid, das sein Konzern anrichtet

Der US-Senat hat die Chefs der weltgrössten Social-Media-Konzerne wegen der sexuellen Ausbeutung junger Nutzerinnen und Nutzer zu einer öffentlichen Anhörung aufgeboten. Dabei kam es zu einer emotionalen Szene.
01.02.2024, 15:5701.02.2024, 17:03
Julian Seiferth / t-online
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Ein Artikel von
t-online

Die Vorstandsvorsitzenden von Techkonzernen wie Meta (Facebook), TikTok, Discord und Snapchat sind von US-Senatoren zu den Gefahren für Kinder und Teenager auf Social-Media-Plattformen befragt worden.

Der Justizausschuss des US-Senats berief die Konzernchefs am Mittwoch zu der Sitzung mit der Überschrift «Internetriesen und die Krise der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet» ein.

Wie lief es für den Chef des Facebook-Konzerns?

«Herr Zuckerberg, Sie und die anderen Unternehmen (...) haben Blut an Ihren Händen», sagte der republikanische Senator Lindsey Graham während der Anhörung in Richtung von Meta-Chef Mark Zuckerberg.

Opfer, denen durch die Nutzung der Social-Media-Plattformen Leid widerfahren ist, und ihre Familien waren bei der Befragung im US-Senat anwesend.

«Die Familien und Freunde sitzen hinter Ihnen. Wollen Sie sich bei ihnen entschuldigen?», fragte der republikanische Senator Josh Hawley Zuckerberg.

Hier wird Zuckerberg «gegrillt»:

Im Laufe der Anhörung entschuldigte sich Zuckerberg bei Angehörigen von Kindern, die im Zusammenhang mit Social Media ihr Leben verloren hatten.Video: YouTube/ABC News

Zuckerberg stand daraufhin von seinem Stuhl auf und wandte sich direkt an das Publikum. «Ich entschuldige mich für alles, was Sie durchgemacht haben. Es ist furchtbar. Niemand sollte erleiden müssen, was Ihre Familien durchlitten haben.» Deshalb investiere sein Konzern viel, um sicherzustellen, dass Ähnliches nicht mehr passieren könne.

Wo ist das Problem?

Den Social-Media-Konzernchefs wird vorgeworfen, nicht genug gegen die Gefahren zu tun, die Kindern bei der Nutzung von Online-Plattformen drohen, wie etwa durch Sexualstraftäter oder im Zusammenhang mit Suiziden.

Zuckerberg sagte in seiner einleitenden Aussage: «Wir arbeiten hart daran, Eltern und Teenagern Unterstützung und Kontrollmechanismen zu bieten, um mögliche Schäden zu verringern.» Die Sicherheit junger Leute sei seit «Beginn des Internets» eine Herausforderung gewesen, fügte er hinzu. Kriminelle würden ihre Strategien ständig weiterentwickeln.

Warum bekommen Instagram und Co. das Pädo-Problem nicht in den Griff?

Weil die Verantwortlichen in den Konzernleitungen nicht bereit sind, viel mehr Geld in die User-Sicherheit und den Jugendschutz auf ihren Social-Media-Plattformen zu investieren.

Meta hatte vergangenen Donnerstag angekündigt, den Schutz von Minderjährigen in seinen Online-Netzwerken zu verstärken. Zum Meta-Konzern gehören unter anderem Facebook, Instagram und WhatsApp.

Kritiker werfen Meta seit Jahren vor, dass insbesondere pädophile Nutzer seine Online-Netzwerke und Messengerdienste zu einfach für die Verbreitung kinderpornografischen Materials nutzen können.

  • Mehr als 40 US-Bundesstaaten haben Meta bereits wegen des aus ihrer Sicht unzureichenden Schutzes insbesondere von Kindern durch den Konzern verklagt.
  • Auch die EU-Kommission hat eine Untersuchung zu den Kinderschutzmassnahmen von Meta und anderen Digitalkonzernen eröffnet.

Und Tiktok? Der Chef der chinesischen Social-Media-Plattform, Shou Zi Chew, kündigte während der Anhörung an, mehr als zwei Milliarden Dollar in «Vertrauen und Sicherheit» investieren zu wollen.

Auch die Social-Media-Plattform X (Twitter) kündigte ein eigenes Büro an, um Inhalte zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und andere Verstösse gegen die Regeln der Plattform zu bekämpfen.

X-Geschäftsführerin Linda Yaccarino sagte am Mittwoch, ihr Unternehmen glaube, «dass Meinungsfreiheit und Sicherheit nebeneinander existieren können und müssen».

Zuvor hatte das US-Unternehmen unter Elon Musk allerdings sehr viele Angestellte entlassen, die unter anderem für die User-Sicherheit verantwortlich waren.

Quellen

(t-online/dsc)

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Leckerbissen
01.02.2024 17:00registriert März 2018
Ein Republikaner beschuldigt die sozialen Medien, dass sie Blut an den Händen hätten, befürwortet aber die NRA.
623
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Jigefe
01.02.2024 16:20registriert Juni 2023
Haben die Zuck's KI immer noch nicht im Griff? Er spricht immer noch wie ein Roboter.
476
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Jesses Maria
01.02.2024 17:33registriert Januar 2024
Ich fasse das Hearing kurz zusammen:

Senator: bla bla wrong, bla bad, bla ugly bla shame on you!
Zucki: ahh. we... ⚡(Interruption)
Senator: bla bla wrong, bla bad, bla ugly bla shame on you!
Zucki: ahh. we... ⚡(Interruption)
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Zucki: ahh. we... ⚡(Interruption)

🤔⁉
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