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FILE - In this May 7, 2018, file photo, Elon Musk attends The Metropolitan Museum of Art's Costume Institute benefit gala celebrating the opening of the Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination exhibition in New York. Tesla CEO  Musk is apparently taunting the government agency that accused him of duping investors just days after negotiating a settlement to keep his job. (Photo by Charles Sykes/Invision/AP, File)

Bei Multimilliardär Elon Musk liegen die Nerven (mal wieder) blank. Bild: Charles Sykes/Invision/AP/Invision

Elon Musk macht auf Twitter den Trump: «FREE AMERICA NOW» +++ Lockdown ist «faschistisch»



Tesla-Chef Elon Musk hat sein Unternehmen mit sonderbaren Tweets an der Börse unter Druck gebracht. Musk schrieb am Freitag, dass er den Aktienkurs des Elektroautobauers für zu hoch halte. Ausserdem twitterte der Tech-Milliardär unter anderem: «Ich verkaufe fast allen physischen Besitz» und dass er kein Haus mehr besitzen werde. Teslas Aktie geriet dadurch weiter ins Minus und fiel im New Yorker Börsenhandel zeitweise um rund zwölf Prozent.

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Musk ausser Rand und Band

Musk ist bekannt dafür, mit skurrilen Auftritten bei Twitter für Aufsehen zu sorgen. Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte der Multimilliardär die kalifornischen Ausgehbeschränkungen in der Coronakrise öffentlich als «faschistisch» beschimpft. Dem Tesla-Chef brannten in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des Elektroauto-Herstellers die Sicherungen durch. Die Menschen würden durch die Massnahmen «in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt», wetterte Musk. Die Menschen sind angewiesen, wie in vielen anderen Ländern auch, weitgehend zuhause zu bleiben. Sport und Bewegung im Freien mit Abstand voneinander sind aber noch erlaubt.

Als Auslöser für den Ausbruch samt des für Analystenkonferenzen unüblichen Kraftausdrucks «What the fuck?» diente eine Analystenfrage nach der aktuellen finanziellen Situation von Tesla. Die Tesla-Fabriken sind oder waren während der Coronakrise, wie die Autowerke anderer Hersteller, mehrere Wochen geschlossen.

Zum Abschluss seiner Tirade forderte der Tesla-Chef den Menschen «ihre gottverdammte Freiheit» wiederzugeben. Die Übertragung brach danach ab und die Konferenz wurde erst einige Minuten später fortgesetzt.

Gehackt oder beknackt?

Auf Twitter schrieb er in Anlehnung an Donald Trump: «FREE AMERICA NOW».

Musk macht auf Twitter den Trump und bekommt dafür von seinen Fans über 300'000 Herzchen.

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Musk hatte die Coronakrise, wie der US-Präsident, lange unterschätzt und spielte die Bedrohung durch das Virus wiederholt herunter. Er wehrte sich auch bis zuletzt gegen die Schliessung seiner Hauptfabrik im kalifornischen Fremont, obwohl auch dort das Virus längst wütete.

Musks Vorhersage:

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Mitte März twitterte Musk, dass es bis Ende April in den USA wahrscheinlich fast keine neuen Covid19-Fälle geben werde.

Die Realität:

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Die USA ist weltweit das Land mit den höchsten Infektionszahlen.

Mitte März schrieb Musk in einer E-Mail an die Belegschaft: «Meine ehrliche Meinung ist, dass die Panik mehr Schaden anrichtet als das Virus selbst.» Und weiter: «Es gibt etwa 36'000 tödliche Autounfälle im Vergleich zu bislang 36 tödlichen Covid19-Fällen.» Rund sechs Wochen später zählen die USA über 60'000 Covid19-Tote.

Bereits bei der Einführung der Ausgehbeschränkungen hatte Musk zunächst versucht, eine Ausnahmeerlaubnis für den Weiterbetrieb der Tesla-Fabrik in Fremont bei San Francisco zu bekommen. Tesla machte geltend, dass Autohersteller als kritische Infrastruktur zählen würden. Die Bürger bräuchten «Zugang zu Transport und Infrastruktur, und wir sind essenziell dafür, ihn bereitzustellen», argumentierte Tesla damals – scheiterte aber damit an den Behörden.

Wenn Trump plötzlich vernünftiger als Musk wirkt

Teslas Erfolg tat dies bislang wenig Abbruch – am Mittwoch erst feierte das Unternehmen mit dem dritten Quartalsgewinn in Folge seine bislang längste Strecke der Profitabilität seit Gründung im Jahr 2003. Der Aktienkurs ist trotz der starken Verluste am Freitag seit Jahresbeginn um über 80 Prozent gestiegen – obwohl die Corona-Pandemie die Automobilindustrie stark belastet.

Tesla schreibt Gewinne und zeigt sich in der Coronakrise wenig grosszügig:

(oli/sda/dpa)

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