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Secretary of State Mike Pompeo visits the White House with family members, Friday, Dec. 11, 2020, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

Laut US-Aussenminister Mike Pompeo sind russische Hacker in die Computersysteme von US-Behörden eingedrungen und haben sie ausspioniert. Bild: keystone

Nach Cyberangriff: Trump spielt Gefahr herunter und nimmt Russen in Schutz



Der amtierende US-Präsident Donald Trump sieht anders als sein Aussenminister Mike Pompeo nicht unbedingt Russland hinter der gross angelegten Cyberattacke auf amerikanische Regierungseinrichtungen – sondern womöglich China.

Es werde immer gleich Russland verdächtigt, wenn etwas passiere, schrieb Trump am Samstag auf Twitter, nachdem er tagelang öffentlich zu der Cyberattacke geschwiegen hatte. Dabei könne es möglicherweise auch China sein, doch diese Option werde «aus überwiegend finanziellen Gründen» nicht diskutiert.

Trump spielte in seinem Tweet das Ausmass und die Gefahr des Hackerangriffs herunter und nutzte den Vorfall, um erneut unbelegte Betrugsvorwürfe zur Präsidentenwahl zu verbreiten. Dies wurde von renommierten IT-Sicherheitsexperten wie Brian Krebs umgehend kritisiert und Twitter stellte zu Trumps Behauptung eine Richtigstellung:

Aussenminister beschuldigt das Putin-Regime

Pompeo hatte zuvor Russland für die massive Cyberattacke verantwortlich gemacht. Es lasse sich nun «ziemlich klar» sagen, dass die Russen hinter dem Angriff steckten, sagte Pompeo am Freitagabend (Ortszeit) in einem Radiointerview.

Das US-Heimatschutzministerium hatte am Montag bestätigt, dass es Attacken auf mehrere Bundesbehörden gegeben habe. Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit. Nach US-Medienberichten sollen das Finanz- und das Handelsministerium sowie weitere Behörden angegriffen worden sein. Am Freitag erklärte das Energieministerium, es sei betroffen.

Die Hacker haben sich nach bisherigen Erkenntnissen über Software der Firma SolarWinds Zugang zu den Systemen von Regierungseinrichtungen und Unternehmen verschafft. Der US-Softwareriese Microsoft teilte mit, dass 40 seiner Kunden betroffen seien, die die angegriffene Software genutzt hätten.

Die «Washington Post» und die «New York Times» hatten bereits vor mehreren Tagen berichtet, bei den Angreifern handele es sich um Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die russische Regierung wies das zurück. «Wir haben nichts damit zu tun», hiess es aus dem Kreml.

Pompeo widersprach dem nun öffentlich und beschuldigte als erster US-Regierungsvertreter öffentlich Moskau in dem Fall. Er sprach von «erheblichen Anstrengungen» der Angreifer.

Trumps langes Schweigen

Trump hatte zuvor tagelang zu dem Hackerangriff geschwiegen und sich nicht öffentlich dazu äussert. Mit seinem Tweet stellte er sich nun schützend vor Russland und brachte dabei unvermittelt - und ohne jeden Beleg - China als möglichen Urheber der Attacke ins Gespräch.

Trump behauptete auch, die Attacke werde in den «lügnerischen Medien» weit grösser dargestellt als sie tatsächlich sei. «Ich wurde umfassend informiert, und es ist alles voll unter Kontrolle», schrieb er.

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) hatte den Hackerangriff dagegen als «ernste Gefahr» für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors eingestuft. Sie teilte am Donnerstag in einer Warnmitteilung mit, das Entfernen des Angreifers aus betroffenen Systemen werde sich voraussichtlich «hochkomplex» gestalten. Der Cyberangriff dauere mindestens seit März an. Der oder die Täter hätten «Geduld, operative Sicherheit und komplexe Handwerkskunst» bewiesen.

Auch im von den Demokraten dominierten US-Repräsentantenhaus äusserten sich die Vorsitzenden mehrerer Ausschüsse höchst alarmiert. Die Attacke «könnte potenziell verheerende Folgen für die nationale Sicherheit der USA haben», hiess es in einem Schreiben von ihnen an Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe, Heimatschutzminister Chad Wolf und an den Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray.

Trump hatte Anfang November die Präsidentschaftswahl gegen seinen demokratischen Herausforderer, Joe Biden, verloren. Bislang hat Trump seine Niederlage bei der Wahl nicht eingeräumt, sondern behauptet, er sei durch massiven Betrug um den Sieg gebracht worden. Beweise dafür hat er nicht vorgelegt. Mehr als 50 Klagen des Trump-Lagers wurden von Gerichten abgewiesen. Auch in seinem Tweet zu der Cyberattacke erhob Trump wieder unbelegte Vorwürfe und schrieb, es könne eine elektronische Manipulation bei der Wahl gegeben haben.

(dsc/sda/dpa)

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