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Chaos pur: Twitter bittet entlassene Mitarbeiter zurückzukehren

The Twitter logo is seen on a cell phone, Friday, Oct. 14, 2022, in Boston. While amount of chaos is expected after a corporate takeover, as are layoffs and firings, Elon Musk
Chaotische Zustände: Twitter bittet entlassene Mitarbeitende anscheinend um eine Rückkehr.Bild: keystone

Chaos pur: Twitter bittet «versehentlich» entlassene Mitarbeiter um Rückkehr

Einem Bericht von «Bloomberg» zufolge wendet sich Twitter nach der Massenentlassung durch Elon Musk an ehemalige Mitarbeiter und bittet diese, zurückzukommen. Einige Kündigungen seien versehentlich passiert.
07.11.2022, 07:3907.11.2022, 19:54

Nachdem Elon Musk Twitter für 44 Milliarden Dollar übernommen hatte, machte er Nägel mit Köpfen. Er entliess nebst der Führungsetage auch rund die Hälfte aller Mitarbeitenden.

Womöglich war er in seinem Vorgehen aber ein wenig voreilig. Denn nun berichtet das US-Nachrichtenmagazin Bloomberg, dass sich Twitter an Dutzende Mitarbeiter wendet, die zuvor entlassen wurden, und um ihre Rückkehr bittet.

Angeblich wurden einige der Personen «versehentlich» entlassen, wie es heisst. Andere wiederum hätten den blauen Brief erhalten, noch bevor die neue Führungsriege des Kurznachrichtendiensts erkannt hatte, dass ihre Arbeit und Erfahrung notwendig sein könnten – um beispielsweise neue Funktionen zu entwickeln, die von Elon Musk konkret geplant werden. Bloomberg bezieht sich auf zwei Quellen innerhalb von Twitter. Diese wollen dem Magazin zufolge anonym bleiben.

Twitter hatte in der vergangenen Woche nach der turbulenten, teils chaotischen Übernahme durch Elon Musk mit einem radikalen Kahlschlag für Aufsehen gesorgt. Um die 3700 Mitarbeiter wurden kurzerhand vor die Tür gestellt, um die Kosten massiv zu reduzieren.

Twitter schrieb in jüngerer Vergangenheit unter der ehemaligen Führung von CEO Jack Dorsey rote Zahlen. Musk hatte am Samstag auf Twitter erklärt, dass es unglücklicherweise keine andere Möglichkeit als den Personalabbau gebe, weil das Unternehmen täglich vier Millionen Dollar Verlust verbuche.

Laut Bloomberg ist der Druck auf die verbliebenen Mitarbeiter gewaltig. So soll Musk die rasche Entwicklung neuer Funktionen fordern, Mitarbeitende hätten deswegen sogar im Büro übernachtet.

Viele der geplanten neuen Funktionen zielen darauf ab, mehr Geld mit Twitter zu verdienen und das Unternehmen damit rentabel zu machen. So sollen beispielsweise die blauen Verifizierungshäkchen künftig acht Dollar pro Monat kosten.

Elon Musk will den populären Kurznachrichtendienst nicht nur in monetärer Hinsicht in eine neue Richtung steuern, er bekräftigte auch immer wieder, dass er aus Twitter eine Plattform des «Bürgerjournalismus» machen wolle. Dabei betonte er mehrfach, wie wichtig freie Meinungsäusserung sei, und betrieb auch Medienschelte gegenüber etablierten Zeitungen wie beispielsweise der «New York Times», wonach diese die Meinungsfreiheit untergrüben.

Aufgrund von Musks Äusserungen gab es Bedenken, dass Twitter künftig die Moderation von Inhalten vernachlässigen und damit beispielsweise auch Verschwörungstheorien eine Plattform bieten könnte. Musk beteuerte aber jüngst, dass es weiterhin Content-Moderation geben werde, und dass diese Abteilung auch nicht vom Personalabbau betroffen sei.

Quellen

(con)

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100 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dä dingsbums
07.11.2022 08:13registriert April 2015
44 Milliarden für ein Unternehmen bezahlen, dass 4 Millionen pro Tag Verlust macht?

Kann man machen.
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Asmodeus
07.11.2022 08:08registriert Dezember 2014
Ich würde mir den Hintern vergolden lassen um zurück zu kommen nur um dann die Zeit zu nutzen um mir eine andere Stelle zu suchen.

Musk hat mal wieder bewiesen, dass er keine Ahnung von nichts hat.
Wie wurde entschieden welche Programmierer gekündigt werden? Anhand dessen wieviel Zeilen Code sie in den letzten Monaten produziert haben.

Wer auch nur ein wenig Ahnung vom Programmieren hat, fasst sich dabei an den Kopf.

Das ist als würde ich die LKW-Fahrer kündigen die in den letzten 6 Monaten am wenigsten Benzin verbraucht haben.
Oder die Reporter die am wenigsten Buchstaben verbraucht haben.
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J.B.R
07.11.2022 08:11registriert September 2020
"Versehen?" Das grösste Versehen ist, dass Twitter an Musk verkauft worden ist....
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