Die Schweizer und ihre (teuren) Handys – Comparis-Studie lässt tief blicken
Laut der neusten Comparis-Studie ist das iPhone inzwischen für fast jeden zweiten Erwachsenen in der Schweiz zum unverzichtbaren Begleiter geworden. Doch viele Android-User halten ihrer Plattform die Treue.
In diesem Beitrag erfährst du, wie Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ihre Smartphone-Situation einschätzen und was sie daran ändern möchten.
Wer hat eine Chance gegen Apple?
Bis auf eine Ausnahme, niemand.
Wenn man die Resultate der Comparis-Befragung (von Ende 2025) nimmt, ist der iPhone-Hersteller unangefochtener Spitzenreiter in der Schweiz und weiter auf dem Vormarsch. Demnach hat Apple inzwischen mit einem Marktanteil von 49,3 Prozent gut die Hälfte des hiesigen Smartphone-Marktes erobert. Zum Vergleich: 2020 betrug Apples Anteil noch 44,8 Prozent.
Es gibt einen weiteren Platzhirsch: Der südkoreanische Hersteller Samsung hat laut Befragung einen Marktanteil von 37,2 Prozent und dominiert damit den Verkauf neuer Handys mit Android-Betriebssystem.
Weit dahinter folgen andere Hersteller von Android-Handys, die überwiegend aus China stammen. Xiaomi nimmt den dritten Platz ein, mit einem tiefen Marktanteil von 3,2 Prozent. Google folgt mit 2,2 Prozent. Oppo und Huawei liegen mit 1,8 beziehungsweise 1,6 Prozent dicht beieinander. Es folgt Sony mit 0,8 Prozent – die Japaner bedienen mit ihren Premium-Geräten eine Nische.
Das europäische Fairphone (in China produziert) sucht man in der Comparis-Auflistung vergebens.
Die Preisentwicklung des günstigsten (neuen) iPhone-Einstiegsmodells in der Schweiz ist tatsächlich vielsagend. Aber nicht erfreulich für Preisbewusste.
2020 war das iPhone SE (2. Generation) mit 64 Gigabyte internem Speicher noch für 450 Franken zu haben. In den Folgejahren erhöhte der Hersteller den Preis in kleinen Schritten: 2025 gab es das iPhone 16e (mit nun 128 GB) für 500 Franken im Apple-Store. Im laufenden Jahr setzt Apple den Einstiegspreis auf 600 Franken fest; mit dem iPhone 17e (mit 256 GB Speicher). Wobei preis- und umweltbewusste User natürlich auch die Möglichkeit haben, ein Second-Hand-Gerät zu erwerben.
PS: watson verspricht, erst wieder von Budget-iPhones zu sprechen, wenn sie diesen Namen verdienen.
Warum sind Android-User zufriedener?
Die Umfrageergebnisse zeigen laut Comparis «bemerkenswerte Unterschiede in der Zufriedenheit der Nutzenden mit ihren aktuellen Smartphones».
- Zunächst: Fast 40 Prozent der Befragten seien mit ihrem aktuellen Gerät rundum zufrieden.
- Beim Betriebssystem seien Android-User mit knapp 43 Prozent anteilig deutlich häufiger zufrieden als Apple-User mit gerade mal 34 Prozent.
Erklärversuche für die Diskrepanz, respektive die tiefere Zufriedenheit bei iPhone-Usern:
- Wer viel Geld für ein iPhone ausgibt, hat eine höhere Erwartungshaltung. Sollte dann etwas nicht perfekt sein, sinkt die Zufriedenheit schneller. Konkret: Nach der Lancierung von iOS 26 im Herbst 2025 häuften sich Rückmeldungen unzufriedener User massiv.
- Android-User hingegen könnten ihre Geräte-Wahl stärker verteidigen, um die Richtigkeit ihrer Kaufentscheidung gegenüber dem Marktführer Apple zu unterstreichen. Nennt sich «Loyalitätseffekt».
Dazu passt eine weitere Erkenntnis aus der Comparis-Studie: 90 Prozent der aktuellen Apple-User möchten wieder ein Phone kaufen und nur 3,2 Prozent der Android-User wollen zu Apple wechseln. Die Plattform-Treue unter Android-Usern ist also auch sehr hoch.
Und noch ein interessanter Fakt: Apples iPhones sind tendenziell häufiger bei jüngeren Personen unter 36 Jahren beliebt (konkret: bei über 55 Prozent der Befragten). Bei den älteren Altersgruppen sind es hingegen über 50 Prozent, die ein Android-Geräte bevorzugen.
Wie lang wird das eigene Handy genutzt?
Ende 2025 gaben fast 16 Prozent der Befragten an, ihr Hauptgerät seit 4 Jahren oder länger zu besitzen. Diese Zahl stellt gemäss Studie den höchsten Wert der letzten fünf Jahre dar. 2020 lag der Anteil bei 8,9 Prozent.
Erfreulich für die Umwelt: Etwa 80 Prozent der CO₂-Emissionen eines Smartphones fallen während der Herstellung und des Transports (nach Europa) an. Wer sein Handy vier statt zwei Jahre nutzt, halbiert rechnerisch die jährlichen produktionsbedingten Emissionen.
Ein längerer Handy-Lebenszyklus reduziert aber auch den Bedarf an seltenen Erden, deren Abbau oft mit massiven Umweltschäden und schlechten Arbeitsbedingungen verbunden ist.
Und damit zurück in die teure Gegenwart.
Laut Comparis gaben 65 Prozent der Befragten an, ihre Smartphones wegen der gestiegenen Preise länger zu nutzen. Das sei ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2020, als der Anteil bei knapp 54 Prozent lag.
Ein Blick auf die Sprachregionen zeigt zudem bemerkenswerte Unterschiede: In der Romandie nutzen über 76 Prozent der Befragten ihre Smartphones länger. In der von Armut besonders stark betroffenen italienischsprachigen Schweiz liegt dieser Wert sogar bei fast 80 Prozent. Hingegen geben in der Deutschschweiz weniger Leute an, ihr Handy länger zu nutzen (60 Prozent).
Bei Personen, die ihr Gerät seit vier Jahren oder länger besitzen, ist der Anteil bei Apple- und Android-Usern gleich hoch. Unter den Langzeitnutzenden sind gemäss Studie anteilig deutlich häufiger Personen mit tiefem (20,1 Prozent) und mittlerem Einkommen (16,6 Prozent) vertreten als solche mit einem Haushaltseinkommen von 8000 Franken oder mehr (12,5 Prozent).
Was stört die Leute an ihrem aktuellen Handy?
Hier lassen wir die Infografik sprechen:
Interessant: Mehr befragte Android-User beurteilten die Kameraqualität kritischer (12,6 Prozent) als iPhone-User (7,7 Prozent). Der Speicherplatz wird von jeder zehnten befragten Person als unzureichend empfunden.
Apropos Cloud-Speicher: 68 Prozent der iPhone-User verwenden Cloud-Dienste, während keine 50 Prozent der Android-User das tun. Obwohl Apples Speicherpreise höher als jene von Android-Herstellern sind. Dafür profitiere «Apples Ökosystem stark von der Vernetzung der verschiedenen Apple-Geräte über iCloud», hält Comparis-Studienverfasser Jean-Claude Frick fest.
Eine Sorge bleibt, plattformübergreifend:
Wie viel darf das Neue kosten?
Das möchten wir zunächst von dir wissen, bevor wir auf die Ergebnisse der Comparis-Studie eingehen:
Bereit für die Auflösung? Dann scrolle bitte weiter...

Gemäss der Comparis-Studie zeigte sich, dass die Leute bei einem bevorstehenden Geräte-Neukauf im Durchschnitt 574 Franken einplanen. Das sei deutlich mehr als 2020, als der Mittelwert bei 517 Franken lag.
Interpretation: Das Smartphone sei (weiterhin) das zentrale Element des digitalen Alltags, und die Leute seien auch bereit, dafür immer mehr Geld auszugeben.
Auch hier spielt wohl die Psychologie mit: Da das iPhone in der Schweiz ein Statussymbol ist, könnten Befragte ihr Budget höher ansetzen, um ihre Zugehörigkeit zur kaufkräftigen Schicht zu signalisieren.
Wer gibt mehr aus, Frauen oder Männer?
Zwischen den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede, wie aus der Comparis-Studie hervorgeht. Männer planen durchschnittlich 615 Franken für ihr nächstes Handy auszugeben. Frauen zeigen sich sparsamer und wollen im Schnitt «nur» 534 Franken hinblättern.
Ein gewichtiger Faktor bei der finanziellen Ausgabebereitschaft ist das Alter: Personen zwischen 18 und 35 Jahren beabsichtigen laut Studie, 628 Franken auszugeben – deutlich mehr als die 529 Franken, die von Personen ab 56 Jahren angegeben wurden. Und auch mehr als die 563 Franken der 36- bis 55-Jährigen.
Was ist mit Second-Hand-Handys?
Laut Comparis-Studie haben 10 Prozent der Befragten ihr aktuelles Smartphone gebraucht gekauft. Bei einem Einkommen bis zu 4000 Franken betrug der Anteil der Gebrauchtkäufe im letzten Jahr gut 16 Prozent. Das sei deutlich mehr als in höheren Einkommensgruppen, in denen der Anteil jeweils unter 9 Prozent lag.
Was rät der Experte?
Jean-Claude Frick hat mehrere Spar-Tipps:
Oft lohnt sich auch ein ebenfalls kostengünstiger Akkutausch, wenn ein Gerät ansonsten noch einwandfrei funktioniert.»
Wer dennoch ein neues Gerät brauche, solle unbedingt die Preise vergleichen und prüfen, ob ein günstigeres oder älteres Modell den eigenen Bedürfnissen bereits genüge. Zudem lohne es sich, den tatsächlichen Speicherbedarf sowie die gesamten Kosten inklusive Abo und Versicherung realistisch einzuschätzen.
Wie wurde untersucht?
Im Dezember 2025 führte das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Comparis eine repräsentative Befragung durch. In allen Regionen der Schweiz wurden 2091 Personen übers Internet befragt. Wobei es sich dabei nicht um frei zugängliche Online-Umfragen handelt, wie die Verantwortlichen erklären.
Anzumerken bleibt das «Phänomen der sozialen Erwünschtheit». Das ist in der Marktforschung eine der grössten Hürden, wenn es darum geht, das tatsächliche (Konsum-)Verhalten von Menschen zu erfassen.
Grund: Es gibt eine wissenschaftlich belegte Tendenz, dass die Leute bei Befragungen nicht vollkommen ehrlich sind. Vielmehr antworten wir häufig so, dass wir vor uns selbst und vor anderen als «gute», «vernünftige» oder «moralisch korrekte» Personen dastehen.
Gerade bei einem emotionalen Thema wie der Umweltbelastung durch häufigen Kauf neuer Smartphones ist das Phänomen zu berücksichtigen.
Quellen
- comparis.ch: Medienmitteilung
- comparis.ch: Comparis-Smartphone-Studie 2025 (PDF)
