Die US-Regierung wirft Adobe vor, Konsumenten in teure Abofallen zu locken und Gebühren für vorzeitige Kündigungen zu verheimlichen. Das US-Justizministerium hat deswegen am Montag auf Hinweis der US-Konsumentenschutzbehörde FTC eine Klage eingereicht.
Im Fokus steht die Gebühr, die Adobe bei vorzeitiger Kündigung eines Jahresabos mit monatlicher Zahlung verlangt. Dabei werden 50 Prozent des restlichen Vertragswerts fällig. In der eingereichten Klage heisst es, dass Adobe beim Aboabschluss nicht angemessen auf diese Gebühr hinweise, sondern sie im «Kleingedruckten und hinter optionalen Textfeldern und Weblinks» verstecke.
Diese sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für das Jahresabo könne sich «auf Hunderte Dollar belaufen», heisst es in der Klage. Erst beim Kündigungsversuch werde die Gebühr offensichtlich.
Wenn Kunden versuchten zu kündigen, müssten sie ein «lästiges und kompliziertes» Kündigungsverfahren durchlaufen, bei dem sie durch mehrere Webseiten und Pop-ups navigieren müssten. Anschliessend würden die Kunden laut US-Justizministerium mit einer Vorfälligkeitsentschädigung «überrumpelt», was sie von einer Kündigung abhalten könnte.
Diese Bedingungen hielten «Konsumenten in Abonnements gefangen, die sie nicht mehr wollen», argumentiert das US-Justizministerium. Kunden stiessen zudem auf ähnliche Hindernisse, wenn sie versuchten, ihre Abonnements telefonisch oder über Live-Chats zu kündigen. In der Klage wird behauptet, dass «die Anrufe oder Chats der Abonnenten entweder abgebrochen oder unterbrochen wurden und sie bei der Wiederherstellung der Verbindung den Grund für ihren Anruf erneut erklären mussten».
Das Unternehmen verstosse daher gegen US-Gesetze zum Konsumentenschutz.
Adobe reagierte auf die Klage umgehend mit einer kurzen Stellungnahme und schreibt:
Adobe, die US-Entwicklerfirma von Bild- und Videobearbeitungssoftware wie Photoshop, Premiere Pro oder Illustrator, bezeichnet Software-Abos als «bequem, flexibel und kostengünstig». Sie ermöglichten es den Nutzern, «den Plan zu wählen, der ihren Bedürfnissen, ihrem Zeitplan und ihrem Budget am besten entspricht.»
Auch in der Schweiz kann man bei Adobe ein Jahresabo mit monatlicher Abrechnung nur in den ersten 14 Tagen nach Abschluss kostenlos kündigen. Beim Kauf heisst es auf der Webseite: «Bei Kündigung nach 14 Tagen oder später fallen Gebühren an.» Dass diese 50 Prozent betragen, wird in den Vertrags- und Kündigungsbedingungen ersichtlich.
Alternativ kann man ein Monatsabo lösen, das jederzeit ohne Gebühren kündbar, aber insgesamt deutlich teurer als das Jahresabo ist.
Bereits 2012 ging Adobe dazu über, seine Kreativ-Software nicht mehr auf Lebenszeit zu verkaufen, sondern ein monatliches oder jährliches Abonnement für seine Produktreihe zu verlangen.
Anfang Juni dieses Jahres wurden die neuen Nutzungsbedingungen von Adobe öffentlich kritisiert, nachdem einige User sie dahingehend interpretiert hatten, dass Adobe sich das Recht herausnehme, ihre Werke für das Anlernen von KI-Modellen zu nutzen. Adobe versicherte darauf, dass dies nicht der Fall sei.
(oli)
Klar hätte ich das schneller merken können; aber das hatte schon was richtig räuberisches von Adobe. War auch ein wahrer Marathonlauf, das Abo zu kündigen. Chat mit Support war natürlich auch nicht verfügbar.
Die Firma ist bei mir komplett untendurch.
Wenn sie etwas schlechter machen können, dann geben sie sich sehr viel Mühe dabei.
Der Grund ist, dass Adobe sich offenbar das Recht einräumt, private Daten in der Cloud zum "Verbessern seiner Dienste" zu nutzen.
Das lesen nicht wenige so, als wolle Adobe seine KI mit den Arbeiten der Nutzer trainieren. So oder so haben sie aber Zugang zu den Daten in der Cloud, was vor allem für Kunstschaffende mit Vertraulichkeitsvereinbarungen ein Problem zu sein scheint.
Ich selber bin übrigens schon lange bei Affinity und damit ziemlich zufrieden.