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Saugroboter-Hersteller iRobot bankrott, Chinesen sollen Firma übernehmen

Staubsaugerroboter / Saugrotober im Einsatz (Symbolbild)
Hoch die Füsse!Bild: imago-images.de

Saugroboter-Hersteller iRobot bankrott – Chinesen sollen Firma übernehmen

Die Aktionäre des US-Unternehmens gehen wohl leer aus.
15.12.2025, 11:0715.12.2025, 15:40

Der amerikanische Saugroboter-Hersteller iRobot hat in den USA einen Insolvenzantrag gestellt und soll von seinem chinesischen Auftragsfertiger übernommen werden.

Trotz der Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) erwartet iRobot, den Betrieb ohne Unterbrechung fortzusetzen und seine Produktentwicklung fortzuführen.

Die Firma wurde 1990 gegründet und baute ursprünglich Roboter für militärische Zwecke. Sie lancierte aber nach dem ersten kommerziellen Saugroboter «Trilobite» (2001) des schwedischen Herstellers Electrolux im Folgejahr ihren ersten Saugroboter «Roomba».

Dem aktuellen Insolvenzplan zufolge sollen bisherige Aktionäre leer ausgehen und der Auftragsfertiger Picea Robotics soll künftig 100 Prozent der Anteile halten, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Nach der Übernahme durch die Chinesen soll das Insolvenzverfahren bereits im Februar abgeschlossen werden.

EU-Kommission blockierte Kauf durch Amazon

Die US-Firma aus Massachusetts war mit ihren Saugrobotern der Marke Roomba einst einer der Vorreiter in dem Geschäft. Doch iRobot machte schon seit längerer Zeit die Konkurrenz chinesischer Hersteller mit ihren zumeist günstigeren Geräten zu schaffen.

Den Befreiungsschlag suchte iRobot in der Übernahme durch Amazon. Doch der im August 2022 vereinbarte Deal scheiterte am Widerstand europäischer Wettbewerbshüter. Die EU-Kommission sah die Gefahr, dass Amazon auf seiner Handelsplattform Konkurrenten von iRobot behindern könnte.

Im Oktober teilte iRobot dann mit, dass der letzte Kaufinteressent abgesprungen sei. Damals erwähnte die Firma auch hohe ausstehende Zahlungen an den Haupt-Auftragsfertiger.

iRobot hat gemäss eigenen Angaben weltweit über 30 Millionen Heimroboter verkauft. 2023 war das Unternehmen in einen Datenschutz-Skandal verwickelt. Damals wurden höchst private User-Fotos auf Social-Media-Plattformen verbreitet. Testnutzer wurden unter anderem auf der Toilette sitzend fotografiert.

Schweden schlägt China – zumindest bei diesem «Kacke-Test» 😅

Quellen

(dsc)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
15.12.2025 11:26registriert Juni 2016
Das Doofe ist: Chinesische Firmen können hier alles aufkaufen, umgekehrt geht das aber nicht. China erlaubt meist nur Beteiligungen an Firmen, keinen vollständigen Kauf.

Warum machen wir das nicht genauso? Was ist los mit unseren Politikern?? Und die Schweiz will es den Chinesen sogar noch einfacher machen – warum???
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Ilovepies
15.12.2025 11:29registriert Februar 2015
Jetzt braucht man sich zumindest nicht mehr über den Datenschutz aufzuregen. Die Chinesen haben das ja im Griff.
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Regenmaker
15.12.2025 11:14registriert Juni 2018
Und alle eure Daten werden mitverkauft? Hat sich die EU wohl anders vorgestellt.
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