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Einig sind sich alle in einem Punkt: Die Digitalisierung wird die Welt weiter verändern. bild: shutterstock

12 Punkte, die zeigen, was die zunehmende Datenerfassung mit uns machen kann

Die Datenerfassung und die Digitalisierung schreiten weiter fort. Aber was macht das mit uns? Eine neue Studie ist dieser Frage nachgegangen. Hier die interessantesten Ergebnisse.



Wie gehen wir mit der fortschreitenden Digitalisierung um? Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer? Wovor haben Schweizer Angst? Und leidet am Ende gar die Solidarität?

Die Forschungsstelle sotomo hat im Auftrag der Stiftung Sanitas Krankenkasse untersucht, was die Digitalisierung und zunehmende Datenerfassung bei uns auswirkt. Hier präsentieren wir euch die wichtigsten Erkenntnisse der heute veröffentlichten, nicht repräsentativen, Studie «Datengesellschaft und Solidarität» (Methodik in Infobox ganz unten):

Was sind die Folgen der Digitalisierung?

Die befragten Menschen in der Schweiz sind insgesamt leicht weniger skeptisch gegenüber der Digitalisierung als noch 2018. Immerhin 41% erkennen im digitalen Fortschritt Möglichkeiten, das sind 6% mehr als noch 2018. Wirklich verunsichert ist rund jeder vierte Befragte aufgrund der digitalen Entwicklung, das änderte sich im vergangenen Jahr kaum.

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Einschätzung der Folgen der Digitalisierung. Bild: Monitor «Datengesellschaft und Solidarität»

Was wird mit der totalen Erfassung persönlicher Daten verknüpft?

Was passiert, wenn immer mehr persönliche Daten von uns erfasst und verknüpft werden? Die meisten Befragten sind skeptisch und so sind die drei häufigsten Nennungen negativ. Immerhin halten sich dahinter drei positive Aspekte mehr oder weniger die Waage.

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Was mit einer Welt der totalen Erfassung persönlicher Daten verknüpft wird. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wer sind die Gewinner und Verlierer?

Die Gewinner und Verlierer sind klar verteilt: Jüngere, Gebildete, Wohlhabende und Flexible profitieren. Wer als einziges Gegenstück auch zu den Gewinnern gezählt wird, sind die Bequemen. Klein ist der Unterschied zwischen Gesunden und Kranken.

Auffallend ist der Unterschied zwischen Jüngeren und Älteren. Obwohl die zweite Gruppe vom Wandel eher verschont bleibt, zählt sie zu den Verlierern. Den Jungen dagegen wird angerechnet, dass sie besser auf die neuen Umstände vorbereitet sind.

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Hauptsächliche Gewinner und Verlierer des digitalen Wandels. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Ist der eigene Arbeitsplatz gefährdet?

Insgesamt ist die Hälfte der Befragten überzeugt, dass der eigene Beruf nicht der Digitalisierung zum Opfer fällt. Total 6% glauben, dass dies dagegen sicher eintreffen wird.

Bei einem genaueren Blick fällt auf: Wer im sozialen Bereich, der Forschung oder der Strategie arbeitet, fürchtet sich weniger vor dem Wandel. Ausgeprägt ist die Angst dagegen im Finanzbereich, in der Beratung/Verkauf und der Produktion/Reparatur/Reinigung.

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Einschätzung, ob die eigene aktuelle berufliche Tätigkeit in 10 Jahren durch Computer/Roboter ersetzt werden kann. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wo wird der gestiegene Leistungsdruck wahrgenommen?

Wie sehr spielt der wachsende Leistungsdruck durch Leistungs- und Lebensdaten eine Rolle? Zwei von fünf Befragten sehen den Druck am Arbeitsplatz durch die Digitalisierung erhöht – das ist damit deutlich die meistgenannte Folge.

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Wahrgenommener Leistungsdruck durch die Vermessung von Leistungs- und Lebensdaten. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Auffallend ist hier bei den Antworten nach Altersgruppen, dass vor allem Jüngere den Druck in den sozialen Medien und im Sport deutlich stärker verspüren:

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Wahrgenommener Leistungsdruck durch die Vermessung von Leistungs- und Lebensdaten – nach Alter. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wie wirkt sich das alles auf die Solidarität aus?

Eine «Datengesellschaft» bringt neue Möglichkeiten mit sich. Aber auch der Leistungs- und Kontrolldruck wächst. Das alles beeinflusst die Solidarität untereinander. Immerhin änderte sich die Meinung seit dem letzten Jahr etwas: Aktuell glauben nur noch 17% der Befragten, dass die Datengesellschaft sich negativ auf die Solidarität auswirkt.

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Auswirkung der Datengesellschaft auf Eigenverantwortung und Solidarität. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Sollen fitte Personen weniger Krankenkassenprämien bezahlen?

Die Datengesellschaft bringt unter anderem mit sich, dass bekannt wird, wer wie gesund lebt. Damit könnte man ja auch die Krankenkassenprämien verknüpfen. Fast die Hälfte der Befragten ist diesem Vorschlag positiv gestimmt – 9% mehr als noch 2018.

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Sollen Personen, die sich fit halten und gesund ernähren weniger Krankenkassenprämien zahlen als andere? bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Was wenig überrascht, ist, dass Menschen, die sich als gesünder als andere einschätzen, die Krankenkassenprämien so berechnen wollen.

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Sollen Personen, die sich fit halten und gesund ernähren weniger Krankenkassenprämien zahlen als andere – nach Einschätzung der eigenen Lebensweise (im Vergleich zu anderen im selben Alter)? bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Welche Gesundheitsdaten zeichnen wir auf?

Viele zeichnen auch jetzt schon eigene Leistungsdaten auf. Klarer Spitzenreiter dabei sind die tägliche Anzahl Schritte. Mehr als die Hälfte hat dies schon mal getan, jeder Dritte macht dies noch. Der häufigste Grund, warum man die Aufzeichnungen nicht mehr macht, ist übrigens: Weil man keinen Nutzen darin sieht.

Fast ein Drittel (28%) gibt an, noch nie eine der genannten Aktivitäten gemessen zu haben:

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Häufigkeit, mit welcher verschiedene Aktivitäten digital aufgezeichnet werden. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wirkt sich Tracking auf die Gesundheitswerte aus?

Was halten Menschen in der Schweiz von der Vorstellung, durch digitales Tracking laufend über die eigenen Gesundheitswerte (zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin) informiert zu werden? Für fast die Hälfte würde dies das Stresslevel erhöhen, ein Drittel glaubt, dass man dadurch mehr Eigenverantwortung übernehmen könnte.

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Einschätzung der Auswirkungen des Trackings der eigenen Gesundheitswerte. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wer gibt Daten, wenn er dafür passenderes Angebot erhält?

Wenn man durch persönliche Daten passende Angebote erhält, sind zwei der fünf Befragten einverstanden, dass die Angaben benutzt werden. Allerdings war die Begeisterung dafür vor einem Jahr noch höher.

Immerhin glauben 66%, dass sie die Kontrolle über die aufgezeichneten eigenen Daten haben. 25% geben an, dass sie sowieso überhaupt nichts zu verbergen hätten – das waren 2018 noch 21%.

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Zustimmung zu verschiedenen Aussagen zur Digitalisierung – Vergleich 2019 zu 2018. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Wann macht es Sinn, dass Dritte Daten aufzeichnen?

Wenn die eigenen Daten durch Dritte aufgezeichnet werden, steigt die Skepsis. Privatsphäre aufgeben, damit die Gesellschaft insgesamt sicherer wird? Das passt vielen nicht. Der einzige Nutzen, den mehr als die Hälfte der Befragten gutheisst: Früherkennung möglicher Gewaltverbrechen.

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Bereiche, in welchen es angebracht ist, die digitalen Datenspuren von Menschen zur Abschätzung von riskanten oder problematischen Handlungsmustern einzusetzen. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Was macht man digital?

Zum Abschluss noch etwas fast in eigener Sache: 63% der Befragten geben an, dass sie News online lesen – das ist mehr als alle anderen Tätigkeiten, die man digital macht. Rund dreimal weniger der Befragten lesen noch die gedruckte Zeitung.

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Tätigkeiten, welche ausgeübt werden – analog und digital. bild: monitor «datengesellschaft und solidarität»

Methodik

Die Stiftung Sanitas Krankenversicherung hat zusammen mit der Forschungsstelle sotomo diesen Monitor erstellt. Die Daten wurden im Februar 2019 durch sotomo erhoben. Mitgemacht haben 1032 Befragte aus dem sotomo-Pool, 1042 über das intervista-Panel. Total machten 2074 Personen mit, die nahe an der Zusammensetzung der Bevölkerung sind.

Da die vorliegende Umfrage zum Teil auf Selbstrekrutierung beruht und daher die Stichprobe in einem strukturellen Sinne nicht repräsentativ für die gewünschte Grundgesamtheit ist, wurde sie im Nachhinein mittels dem IPF-Verfahren (Ite-rative Proportional Fitting auch Raking oder Raking Ratio genannt) gewichtet.

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