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Diese Bilder sollen uns zeigen, wie schlimm Handys sind – das ist nichts anderes als kulturpessimistische Kackscheisse



Diese Fotos von Antoine Geiger verbreiten sich gerade rasant in den sozialen Medien:

Fotoprojekt «SUR-FAKE» von Antoine Geiger

Sie sollen zeigen, dass wir uns von unserer realen Umwelt immer mehr entfremden – und passen in eine Reihe von Fotoprojekten und Studien, die dasselbe oder Ähnliches nahelegen.

Vor ziemlich genau einem Jahr gingen beispielsweise die Aufnahmen eines Fotografen im Netz rum, die den Tod der Konversation festhalten sollen:

Und vor kurzem hielt das Jahrbuch Qualität der Medien eines Forschungsinstituts der Universität Zürich fest: «Junge Menschen sind unterinformiert».

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Nichts gegen die Kritik an Facebook und anderen grossen Web-Plattformen. Nichts gegen das Hinterfragen unseres Medienkonsums. Nichts gegen Hinweise darauf, wie wir mit neuen Gadgets umgehen.

Aber diese überinszenierte, kulturpessimistische Kackscheisse, die mir den Untergang des Mitmenschlichen mitten in die Fresse haut, geht mir total auf den Sack.

Die Bilder von Antoine Geiger können nämlich auch ganz anders interpretiert werden: Die Leute auf den Fotos stehen mit ganz vielen anderen Menschen in Kontakt. Das eben geschossene Selfie wird online geteilt. Dabei macht man sich Komplimente; die gleich aufrichtig oder falsch sind, wie im «realen Leben» (wobei diese Trennung auch nur die Kulturpessimisten machen, denn das virtuelle zählt längst zu unserer Realität). Über diese Geräte findet ebenso ein sozialer Austausch statt. Und vor allem: Es sind Momentaufnahmen. Im nächsten Moment schauen die Menschen wieder auf und achten (auf) einander.

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die Fernsehgeräte in unseren Wohnzimmern Einzug hielten (ja, so alt bin ich schon;). Auch damals ging ein grosses kulturpessimistisches Raunen und Zetern los. Alle Menschen werden nun verdummen und vor den TV-Geräten total vereinsamen. 

Heute können wir mit den kleinen Bildschirmen raus gehen und uns unter die Menschen mischen – und jetzt ist es auch wieder nicht recht!

Letzthin stolperte ich auf Twitter über einen Comic, der diese wiederkehrenden Diskussionen sehr schön auf den Punkt.

kulturpessimismus

bild: xkcd

Deshalb meine Bitte an dich: Höre auf, diesen pauschalen Kulturpessimismus-Schrott zu teilen! Lasse uns differenziert und kritisch über die Menschlichkeit im Allgemeinen und die Veränderung durch den technologischen Wandel im Speziellen diskutieren. Zum Beispiel jetzt. In den Kommentaren 👇

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    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 13.11.2015 12:23
    Highlight Highlight Eine Diskussion mit jemandem, der eine andere Meinung als "Kulturpessimistische Kackscheisse" bezeichnet, dürfte sich wohl erübrigen. Der Verfasser sollte erst einmal der Pubertät entwachsen.
    13 5 Melden
    • philipp meier 13.11.2015 18:19
      Highlight Highlight ich rufe nur aus dem wald, wie die bilder hinein schreien. so gesehen benutze ich dieselbe tonalität. aber das darf man natürlich trotzdem kritisieren 👍
      4 2 Melden
  • fuegy 13.11.2015 11:34
    Highlight Highlight Ich finde es schwierig, wenn es um den gebrauch des Wortes solzial geht. Wie auch wahrheit, glaube u.s.w ist auch sozial vom Standpunkt abhängig. Ich persönlich halte "soziale Medien" in der Realität nicht für sehr sozial. Es wird zwar nicht schneller vorgeurteilt, als wenn ich durch die Strassen einer Stadt gehe (erster Eindruck und so) aber die persönliche Meinung steht im Vordergrund und gilt als einzige Wahrheit. Diese wird ohne Rücksicht auf Verluste hinausgepostet und der kurze Glücksmoment in die eigene Hall of Fame geschrieben. Was daran ist solzial? Der austauch? Bitte um Erklärung!
    4 0 Melden
    • philipp meier 13.11.2015 18:22
      Highlight Highlight im gegensatz zu zeitung, magazin/heftli, radio und tv sind die sozialen medien definitiv sozial. sie sind darauf ausgelegt, sich auszutauschen. dass sie unterschiedlich genutzt werden und beispielsweise die mehrheit nur mitliest und nie was postet und selten kommentiert; ist was anderes. aber so gesehen senden alle «alte medien» viel mehr «ohne rücksicht auf verluste» (wenn ich bei deinen worten bleibe)
      3 0 Melden
  • smoe 12.11.2015 12:59
    Highlight Highlight Dinge, die mich persönlich in einer Gesprächsrunde mehr stören als Smartphones:

    - Jemand, der/die andauernd andere unterbricht, unbedingt im Mittelpunkt stehen will und absolut nichts zum Thema beiträgt.

    - Leute, die lieber aus einem Serienleben erzählen anstatt aus dem eigenem. Es gibt nicht viel, was mich weniger interessiert, als was Sheldon in Situation X sagen oder tun würde.

    - Zu viel Ernsthaftigkeit nach dem 5. Bier.
    13 0 Melden
    • philipp meier 12.11.2015 20:56
      Highlight Highlight auch ein guter ansatz. danke. was stört sonst noch so?

      - ich bin (tendenziell eher;) ein schlechter smalltalker. deshalb nervt mich meistens das reden des redens willens (da tippe ich hier lieber diesen kommentar rein)

      wer macht noch mehr vorschläge?
      2 0 Melden
    • Teufelhart 13.11.2015 16:34
      Highlight Highlight Menschen die dich was fragen und beim ersten ton der antwort bereits schon in ein neues "gespräch" verwikelt sind.
      Ausserdem nervt mich am meisten das teilweise in bars die musik so laut ist das man sein gegenüber anschreien muss...wenn solche form der Kommunikation gewünscht wird soll man doch eine club daraus machen.
      Schönes Wochenende wünsch ich
      1 0 Melden
    • philipp meier 13.11.2015 18:24
      Highlight Highlight super! danke für eure inputs. ich mache daraus nächstens mal ein listicle :)
      0 0 Melden
  • Brienne von Tarth 12.11.2015 11:06
    Highlight Highlight Differenzieren ist das richtig Wort. Aber nicht nur in Bezug auf das was oben geschrieben ist, sondern auch im Bezug auf verschiedene Menschen und verschiedene Situationen. Wir sind alle ein bisschen anders und haben somit andere Vorlieben. Und wenn jemand zwei Wochen nur am Smartphone ist, heisst das nicht, dass das für immer so ist. Philipp hat volkommen recht, malen wir doch nicht den Teufel an die Wand. Das machte man vor 100erten von Jahren alls man sich noch nicht zu jedere Zeit überall infomieren konnte ;)
    4 2 Melden
    • Brienne von Tarth 12.11.2015 11:20
      Highlight Highlight Und im übrigen... Smartphones lösen – in meinem Freundeskreis zumindest – auch zimlich oft Gespräche aus. Z.B. Scrolle ich durch FB, sehe das einer meiner Freunde im Dezember nach LKenia reisst und hilft Weisenhäuser aufzubauen. Und schon ist der Anstoss für eine Diskussion über Entwicklungshilfe gemacht. Usw...
      8 2 Melden
    • philipp meier 12.11.2015 20:57
      Highlight Highlight 👍
      2 0 Melden
  • pascii 12.11.2015 10:18
    Highlight Highlight Natürlich machen uns diese Gadgets nicht asozial. Die Herausforderung ist bloss, dass wir aufpassen müssen, uns nicht nur mit dem Inhalt zufriedenzugeben den wir lieben sondern uns auch dem auszusetzen, was um uns herum passiert.
    In dem Artikel hier – https://goo.gl/DHKq2o –ist mir dieser Aspekt besonders aufgefallen. Wenn man nur noch mit Scheuklappen durch die Gegens läuft, dann verpasst man das Leben.
    4 0 Melden
    • pascii 12.11.2015 11:48
      Highlight Highlight Noch der Rest: Auch ich merke manchmal dass ich mit einem Blick aufs Mobile plötzlich meilenweit von der Wirklichkeit entfernt bin. Ich verstehe die Leute nur zu gut die sich nerven, wenn alle Kumpels plötzlich am telefonstreicheln sind.

      Übrigens finde ich dass der Vergleich mit den Einwegmedien wie Zeitung & TV hinkt da man dort nicht interagieren konnte.
      5 0 Melden
    • philipp meier 12.11.2015 21:04
      Highlight Highlight wow. toller artikel, den du da verlinkt hast. es gibt natürlich auch noch ganz andere scheuklappen. man kann all diese gerätli total doof finden und fast nie online gehen...; was aber noch lange nicht heisst, dass man deswegen total neugierig und weltoffen ist (es wäre jedoch zu pauschal, wenn ich nun schreiben würde, dass es doch oft genau die sind, die über alle und alles motzen, die auch der technologie abgeneigt sind;)
      1 0 Melden
    • philipp meier 12.11.2015 21:05
      Highlight Highlight und noch zu den einwegmedien: umso schlimmer war es damals; denn das machte doch alle passiv und träge. da lobe ich mir die interaktionshektik;)
      2 0 Melden
  • Angelo Hediger 12.11.2015 08:14
    Highlight Highlight Letztens mit meiner Freundin im Cafe gesessen. Da waren 2 etwa 70 Jährige die sich gefühlt eine Stunde angeschwiegen haben.
    Mit der Menschheit gehts nicht bergab. Es stagniert nur ;D
    10 3 Melden
  • Noëmi Laux 12.11.2015 07:45
    Highlight Highlight Ein sehr gelungener Beitrag. Thanks for that!
    14 5 Melden
  • dä dingsbums 11.11.2015 18:40
    Highlight Highlight Nicht die Techonologie ist das Problem sondern der Umgang damit. Wenn ich mit einem Kollegen ein Bier trinken gehe, dann nervt es gewaltig wenn das Gespräch alle 2-3 Minuten ins Stocken gerät, weil wieder was auf dem Smartphone los ist.
    Mag alles kulturpessimistische Kackscheisse sein, aber vielfach geht es einfach nur um Anstand.
    Ist man ein Kulturbanause wenn man im Prado Museum sitzt und umgeben von Meisterwerken, Katzenbilder anschaut? Sicher. Aber es könnte auch sein, dass die Kids mehr Infos über ein Gemälde oder Künstler abrufen.
    40 0 Melden
  • jogli5er 11.11.2015 17:55
    Highlight Highlight Kleiner Hinweis: Der Comic stammt von XKCD (http://xkcd.com/1601/)
    16 3 Melden
    • philipp meier 12.11.2015 21:52
      Highlight Highlight danke. habe die quelle nun direkter verlinkt.
      1 0 Melden
  • Scaros_2 11.11.2015 17:30
    Highlight Highlight Darum immer in Bars gehen die Offline-Glässer anbitten :D

    User Image
    46 3 Melden
  • Madison Pierce 11.11.2015 17:21
    Highlight Highlight Früher war in der Tat nicht alles besser, man hat nicht mit der alten Dame an der Bushaltestelle übers Wetter gesprochen. Man war vertieft in sein Buch, seinen Gameboy oder seinen Walkman.

    Aber was früher anders war: das waren alles Dinge, die nicht zeitkritisch waren. Man hat sie auf die Seite gelegt, während dem man mit einem Kollegen gesprochen oder im Restaurant gesessen ist. Niemals hat man während eines Gesprächs mal kurz sein Buch aufgeklappt und eine Zeile gelesen oder ein paar Takte auf dem Walkman gehört. Das ist jetzt mit den Smartphones leider oft anders, Notifications sei Dank..
    50 2 Melden
    • philipp meier 11.11.2015 17:48
      Highlight Highlight früher starrte man bei gelangweilten gesprächen auf die uhr, den teppich oder eben doch auf die zeitung, die nebenan auf dem tisch lag.

      klar. es ist gut möglich, dass es leute gibt, die dieses «voll in die fresse» brauchen, um daran erinnert zu werden, dass es anders auch geht. bei mir sind es jedoch am ehesten die nächsten menschen, die mir das sagen oder zu spüren geben. diese auseinandersetzungen mit dem eigenen handeln ist wichtig. das wird sich aber bestimmt wieder einpendeln; zumindest, bis die smarte brille kommt;)
      26 5 Melden
    • Madison Pierce 11.11.2015 18:01
      Highlight Highlight Das stimmt, die Bilder sind überflüssig. Während eines Gesprächs aufs Smartphone zu schauen ist ein Charakter- oder Erziehungsproblem, und die löst man nicht mit Bildern, sondern im persönlichen Gespräch.

      Zudem: vielleicht ist die Jugend ja besser multitasking-fähig als ich und es ist gar kein Problem. :) Ich kann das sowieso nur von aussen betrachten, da meine Kollegen aus dem Chat-Alter raus sind. War zu Zeiten des 3210 ein "Problem" mit einem SMS-Junkie. Wobei das dort noch cool war, wenn man es sich leisten konnte. :)
      10 0 Melden
    • Angelo Hediger 12.11.2015 08:15
      Highlight Highlight Ich lege mein Handy immer beiseite wenn ich mit jemanden Essen gehe.
      5 0 Melden
  • Menel 11.11.2015 16:57
    Highlight Highlight Ich geb wieder mein Lieblingsbild zu dem Thema zum Besten 😜

    Wir waren schon immer (a)sozial und werden es auch bleiben 😉
    User Image
    27 4 Melden
    • KAMPFPANZER 11.11.2015 17:40
      Highlight Highlight Ich bin total mit der Botschaft des Bildes einverstanden, ausser dass die werten Herren die in die Zeitungen starren nach Kurzarbeit bzw. Tagesarbeit suchen, und diese nicht nur aus Zeitvertrieb und zum Spass lesen. (Yes I am fun at parties.)
      35 0 Melden
  • Leowind Pilz 11.11.2015 16:44
    Highlight Highlight Naja, ein wenig recht hast du schon, aber ich komme mir trotzdem doof vor, wenn ich mit 3 Kumpels im Restaurant am Tisch sitze und die 3 starren alle ununterbrochen aufs Handy. Man sollte öfter das Handy auch mal weglegen können und sich einfach miteinander unterhalten, auch auf die "Gefahr" hin, etwas zu verpassen.
    41 3 Melden
    • tebezett 11.11.2015 18:22
      Highlight Highlight das ist doch wohl ein wenig die frage: wann/in welcher situation zueckt jemand das smartphone und warum? geht es darum, sich selbst eine wartezeit zu vertreiben? will man unbedingt gerade jetzt etwas nachschlagen? koennte man etwas verpassen, wenn man mal ne stunde nicht draufschaut? koennte der scheff noch in die vermeintliche freizeit reingefunkt haben, was man nicht verpassen duerfte? bin ich allein oder mit jemandem zusammen?
      ich finde "kulturpessimistische kackscheisse" ziemlich schoen. aber es oft auch nicht angebracht, wann das hantli gezueckt wird. oder gezueckt werden muss (freizeit?)
      8 2 Melden

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