Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eine Zugladung von Opfern, die fuer das Konzentrationslager in Auschwitz bestimmt sind. Die Reichsbahn hat eine  wesentliche Rolle bei der Deportation von Millionen Opfern des Holocausts in die Todeslager gespielt. Die Deutsche Bahn dokumentiert diese Rolle ab Mittwoch, 23. Januar 2008, in der Ausstellung

Eine Zugladung von Opfern, für das Konzentrationslager in Auschwitz bestimmt. Bild: AP

YouTube will Videos mit Holocaust-Leugnung weltweit löschen



Mit den Änderungen setzen sich im Prinzip die strikten europäischen Vorgaben gegen Hassrede weltweit durch.

Googles Videoplattform verschärft das Vorgehen gegen extremistische Inhalte und will nun unter anderem Videos mit Holocaust-Leugnung weltweit entfernen.

Ausdrücklich verboten werden auch Videos, in denen Nazi-Ideologie verherrlicht wird. Das teilte YouTube in einem Blogeintrag am Mittwoch mit.

Diese Änderungen sind sehr wichtig für die USA, wo es – im Gegensatz zu europäischen Ländern – nicht strafbar ist, den Massenmord an den Juden in der Nazi-Zeit zu verneinen. Dort bleiben solche Ansichten unter Hinweis auf die Meinungsfreiheit oft auf den Online-Plattformen.

Insgesamt wurden durch die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden ermordet, 500'000 Sinti und Roma, Hunderttausende Homosexuelle, psychisch Kranke und politisch Andersdenkende.

Empfehlungen verhindern

Grundsätzlich werden bei YouTube alle Videos verboten, in denen behauptet wird, dass eine Gruppe einer anderen überlegen sei, ausgehend von Merkmalen wie unter anderem Alter, Geschlecht, Rasse, Religion oder sexuelle Orientierung. Das ist eine breite Definition, unter Verweis auf die YouTube künftig viel konsequenter Hassrede aller Art bekämpfen könnte.

Zugleich will YouTube den Algorithmus für Videovorschläge so ändern, dass Inhalte mit falschen Informationen nicht empfohlen werden. YouTube-Kanäle, die wiederholt mit Hassrede auffallen, werden die Möglichkeit verlieren, Werbung zu schalten.

Shoah-Gedenken in Auschwitz-Birkenau

abspielen

Video: YouTube/euronews (deutsch)

«Schädliche Falschinformationen»

YouTube teilte mit, ausserdem werde die Verbreitung von Videos eingeschränkt, deren Inhalte fast an die Grenze zur Regelverletzung kämen.

In den USA laufe bereits seit Januar ein entsprechendes Pilotprojekt, mit dem die Empfehlung solcher Videos auf der Plattform begrenzt werde. Dadurch seien diese Videos in den Vereinigten Staaten nur noch halb so oft angesehen worden.

Betroffen von dieser Massnahme seien auch Videos, die «schädliche Falschinformationen» transportierten – etwa solche, dass es eine Wunder-Heilbehandlung für ernsthafte Krankheiten gebe oder dass die Erde eine Scheibe sei.

Soziale Medien wie YouTube geraten zunehmend unter Druck, gegen extremistische Inhalte und deren Verbreitung vorzugehen. Nach YouTube-Angaben werden Videos, die die Regeln der Plattform verletzten, schneller denn je zuvor entfernt.

«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht

(dsc/sda/dpa)

Ein Film wie ein Grab

Wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte

Play Icon

Mehr zu YouTube

YouTube verbietet «gefährliche» Streiche und Stunt-Videos – was du wissen solltest

Link zum Artikel

Alles für die Klicks? Die grössten Skandale der YouTube-Stars

Link zum Artikel

11 Millionen Dislikes in einer Woche – das sind die 10 meistgehassten YouTube-Videos

Link zum Artikel

So verwandeln Pädophile YouTube in ein Portal für kinderpornografische Inhalte

Link zum Artikel

Wird YouTube wegen der EU gelöscht? – Das solltest du jetzt wissen

Link zum Artikel

«Creep Catcher» machen Jagd auf Pädophile im Internet – eine riskante Form von Selbstjustiz

Link zum Artikel

Gratis-Musik bei YouTube: So versucht Google die Piraterie zu bekämpfen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amateurschreiber 06.06.2019 13:29
    Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich gegen Zensur. Besonders wenn sie gegen Verschwörungstheoretikern gerichtet ist. Denn so können diese ihre Theorien unwidersprochen(!) auf anderen, eher inoffiziellen Kanälen verbreiten.
    Ein wichtiges Argument der Holocaust - Leugner ist z.B., dass man an den Wänden der Gaskammern fast keine Gift-Rückstände gefunden hat. "Dummerweise" stimmt das ja auch! Allerdings hat das seine (mehrfach erwiesenen) Gründe und ist überhaupt kein Beweis gegen den Holocaust! Die Leugner erwähnen das natürlich nicht. Und wenn niemand da ist, der ihnen widerspricht...
  • rodolofo 06.06.2019 09:09
    Highlight Highlight Der Umgang mit "Fake News" ist eine schwierige und heikle Gratwanderung!
    Sie zu löschen, zu verbieten und zu kriminalisieren erscheint nämlich erst mal genau gleich, wie die totale Kontrolle des Chinesischen Überwachungsstaates und wie die Bücherverbrennungen der Nazis selber, die man damit eigentlich verhindern will.
    Und genau diesen verstörenden Umstand machen sich die Neo-Nazis zu Nutze, indem sie denjenigen, die Meinungsfreiheit und Rassismus/Kultur-Rassismus auseinanderhalten wollen, Nazi-Methoden vorwerfen, womit sie dann noch mehr Verwirrung stiften, als mit den Fake-News alleine...
    • Petitsuisse 06.06.2019 10:13
      Highlight Highlight Danke Rodolfo, dessen scheint sich der Autor wohl nicht bewusst zu sein.
    • Hercanic 06.06.2019 15:41
      Highlight Highlight Naja ist nicht wirklich das Gleiche.

      Du kannst nämlich als Bürger weiterhin eine eigene Webseite, einen Blog, ein Forum, Videodienst etc. machen und dort alles posten was in deinem Land unter die Meinungsfreiheit fällt.
      Ein US-Bürger könnte also auch weiterhin die im Artikel genannten Dinge posten und dies veröffentlichen.
      Einfach nicht auf den Servern und Diensten von Google.
  • Schso 06.06.2019 08:49
    Highlight Highlight Danke, YouTube.
  • Petitsuisse 06.06.2019 08:43
    Highlight Highlight Mein erster Gedanke war: Super, das ist mal eine gute Idee. Aber dann: Halt, ist das jetzt so eine Situation, wo die Sieger die Geschichte schreiben? Ich meine, muss man nicht auch dem letzten Idioten sein Recht auf Meinungsfreiheit lassen? Ich denke, das wäre moralische Überlegenheit, denn unterdrücken tun doch nur totalitäre Systeme, oder etwa nicht?
    • @schurt3r 06.06.2019 10:01
      Highlight Highlight Nein.

      Das ist vielmehr so eine Situation, wo das unsägliche, menschenverachtende Holocaust-Leugner-Pack (hoffentlich für immer) von einer grossen Online-Plattform verschwindet!
    • Petitsuisse 06.06.2019 10:11
      Highlight Highlight Hm okay, interessant. Du weiss schon dass diese Aussage verdächtig radikal klingt. Verstehe mich nicht falsch, ich hasse die Nazis wohl mehr als Du, aber ich habe auch meine demokratischen Prinzipien, und die werde ich mir weder von links noch von rechts nehmen lassen. Mir ist im Zeitalter des "grossen" T rump bewusst dass inzwischen so politisiert wird wie es gemäss political correctness sich gehört. Wenn wir aber anfangen dieselben Töne und Phrasen zu spucken wie die Dölfis und Klumpfüssis jener Zeit haben wir das Modell Demokratie weder verstanden noch verdient.
    • Kramer 06.06.2019 12:13
      Highlight Highlight Es ist sicher schwierig die Linie genau zu ziehen, aber es gibt auch sehr klare Fälle, die zur Zeit noch toleriert werden (Holocaust Leugner zum Beispiel, „flat earther“ kann man zwar nicht ernst nehmen, aber auch das ist keine Meinung, sondern eine Lüge)
      Anders sieht es zum Beispiel bei Verschwörungstheorien aus (9/11, Elvis lebt...), da wird es schon schwieriger.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 06.06.2019 08:30
    Highlight Highlight Die Youtube-Zensur scheint mit Augenmass betrieben zu werden. Trotzdem ist sie ein Spiel mit dem Feuer. Denn wenn Empfehlungen mal manipuliert werden, können auch andere Inhalte manipuliert werden und keiner würde es merken. Wenn man Zensur betreibt, so sollte diese nicht willkürlich durch private Akteure, sondern staatlich auf Grund demokratisch legitimierter Prozesse erfolgen.
    • @schurt3r 06.06.2019 10:04
      Highlight Highlight YouTube ist eine kommerzielle, von einem profitorientierten Konzern betriebene Online-Plattform, die möglichst viele Daten über die User sammelt, um personalisierte Werbung zu verkaufen.

      Die Google-Tochter darf eigene Regeln aufstellen und durchsetzen. Und selbstverständlich müssen die geltenden Gesetze eingehalten werden.
    • Petitsuisse 06.06.2019 10:12
      Highlight Highlight Danke Ökonometriker, sehe ich auch so, und alles mit profitorientiertem Denken zu rechtfertigen läuft letztendlich darauf hin, dass recht hat, wer mehr zahlt.

      Wehe den Anfängen
  • Freddie Quecksilber 06.06.2019 07:19
    Highlight Highlight Schauen wir wie gut der Algorithmus funktioniert und am Ende nicht noch solche Videos löscht, die z.B. die Flatearthler auf die Schippe nehmen.
    • Hayek1902 06.06.2019 07:58
      Highlight Highlight Prognose: es wird ein fiasko ubd tausende von unabhängigen dokus über solche Gruppen, unabhängige journalisten und historiker werden davon betroffen sein. Comedy auf youtube ist quasi sowieso tod wenn nicht mainstream late night talk oder fremdfinanziert.

Neues EU-Urheberrecht ist in Kraft – das müssen Schweizer Internet-User wissen

Die umstrittene EU-Urheberrechtsreform ist am Donnerstag in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten haben nun zwei Jahre Zeit, um die Bestimmungen umzusetzen.

Ziel der Reform ist es, das EU-Urheberrecht aus dem Jahre 2001 an das Zeitalter des Internets anzupassen.

Zwei höchst umstrittene Neuerungen laut Kritikern:

Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, wird das neue EU-Urheberrecht hierzulande nicht gelten – theoretisch. Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass grosse internationale Unternehmen (wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel