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Millionen Menschen betroffen – Horn von Afrika wird zur Hunger-Hölle

Millionen Menschen betroffen – Horn von Afrika wird zur Hunger-Hölle

13.06.2022, 14:5113.06.2022, 16:24
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A malnourished two year-old sits by his mother, left, who was recently displaced by drought, at a malnutrition stabilization center run by Action against Hunger, in Mogadishu, Somalia Sunday, June 5,  ...
Unter dem Hunger leiden die Kleinsten am meisten.Bild: keystone

Nach zwei Dürrejahren in Folge sind am Horn von Afrika mehr als 18.4 Millionen Menschen von Lebensmittelmangel, Hunger und Unterernährung bedroht.

Bis September könnte die Zahl der Betroffenen in Äthiopien, Somalia und Kenia nach Angaben des UN-Nothilfeprogramms OCHA vom Montag sogar auf 20 Millionen steigen. Demnach gelten mehr als 7.1 Millionen Kinder in den betroffenen Regionen als unterernährt, darunter seien etwa zwei Millionen schwer unterernährte Kinder.

Zu der sich zuspitzenden Lage habe auch beigetragen, dass wegen Wasser- und Futtermangels rund sieben Millionen Tiere verendet seien. Für die Nomaden und Halbnomaden in den Dürregebieten bedeutet der Verlust von Rindern, Schafen und Ziegen der Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz, das Fehlen von Milch habe zudem zur Unterernährung der Kinder beigetragen, hiess es. Zudem hat der Krieg in der Ukraine Auswirkungen auch auf die Lebensmittelpreise am Horn von Afrika, ausbleibende Getreidelieferungen erschweren die Versorgungslage und Hilfsprogramme.

FILE - Somalis who fled drought-stricken areas sit at a makeshift camp on the outskirts of the capital Mogadishu, Somalia on Feb. 4, 2022. Two U.N. food agencies issued stark warnings on Monday, June  ...
Bild: keystone

Viele Wasserquellen seien versiegt und die Preise für Wasserlieferungen seit November 2021 um 71 Prozent angestiegen, hiess es weiter. Der Wassermangel führe zudem zu einer Verschlechterung der hygienischen Bedingungen und mehr gesundheitlichen Problemen. Seit Januar 2021 hätten bereits mehr als eine Million Menschen ihre Dörfer verlassen, darunter allein 805 000 Menschen in Somalia. Bisher sei nur ein geringer Teil der Mittel aufgebracht worden, damit die Regierungen der betroffenen Länder und Hlfsorganisationen die Folgen der Dürre bekämpfen und den Menschen helfen könnten, so die UN. In den kommenden Monaten würden umgerechnet 1.6 Milliarden Euro benötigt.

Eine Entwarnung ist nicht in Sicht: Langfristigen meteorologischen Prognosen zufolge könnte auch die im Oktober beginnende nächste Regenzeit keine Abhilfe schaffen. (aeg/sda/dpa)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba ♀️
13.06.2022 15:12registriert Januar 2014
Das sind Bilder, die ich noch aus meiner Kindheit ("Biafra") kenne. Einfach grauenhaft...

Jene, die den Klimawandel negieren werden meinen Kommentar als "Beweis" nehmen, "dass es schon früher Hungersnöte" gab. Euch sei gesagt: Nö, NICHT das Gleiche - wenn schon, ist da die Hungersnot in Biafra mit jener im Jemen vergleichbar, also sehr unmittelbar menschgemacht durch Krieg. Ja, auch die Hungerkrise in Ostafrika wird durch den Ukraine-Krieg verschärft, aber es sind eben auch mehrere Regenzeiten KOMPLETT ausgefallen.

Ich fühle mich so unglaublich hilflos, angesichts solcher Katastrophen.
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nature
13.06.2022 15:14registriert November 2021
Der Klimawandel schlägt in Afrika schon jetzt erbarmungslos zu und es wird leider nicht besser werden😔
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