Die Hamas, der Palestinian Islamic Jihad (PIJ) und die Hisbollah, sie alle haben grosse Schwierigkeiten, ihr blutiges Geschäft im internationalen Bankensystem abzuwickeln. Die Alternative liegt auf der Hand: Kryptos. Wie das «Wall Street Journal» berichtet, sind Bitcoin & Co. daher zu einem wichtigen Bestandteil der Terror-Szene geworden.
Gemäss Angaben der zuständigen Behörden Israels soll die PIJ zwischen dem August 2021 und dem Juni 2023 mindestens Kryptos im Wert von 93 Millionen Dollar erhalten haben. In Wallets, die der Hamas zugerechnet werden, flossen im gleichen Zeitraum 41 Millionen Dollar. Das meldet die in Tel Aviv ansässige Softwarefirma BitOK.
Transaktionen in Kryptos sind bekanntlich nicht einfach nachzuverfolgen. Daher stellt das «Wall Street Journal» fest: «Die Krypto-Transaktionen zeigen auf, wie die Vereinigten Staaten und Israel grosse Mühe haben, die Terrorgruppen von ihren ausländischen Sponsoren abzuschneiden. Terror-Experten des Westens und ehemalige hohe Beamte erklärten, die PIJ und die Hamas seien deswegen in der Lage gewesen, unter der Nase der israelischen Regierung Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände anzusammeln, mit dem sie den schlimmsten Durchbruch durch die Grenzzäune seit 1973 geschafft haben.»
Die israelischen Behörden vermuten, dass die Terroristen gegen 70 Konten bei Binance, der weltweit grössten Kryptobörse, unterhalten. Sie fordern im Gleichschritt mit den Amerikanern, dass diese Konten konfisziert werden. Binance verspricht Kooperation. «In den letzten Tagen hat unser Team rund um die Uhr gearbeitet, um diese Bemühungen zu unterstützen.»
Hamas fordert ihre Anhänger seit 2019 auf, mit Bitcoin zu spenden und hat auch eine entsprechende Wallet-Adresse veröffentlicht. Inzwischen hat sie damit aufgehört, um die Anonymität ihrer Spender sicherzustellen.
Die Terrorgruppen sammeln nicht nur Spenden in der Form von Kryptos ein, sie benutzen sie auch, um untereinander Geld zu verschieben. Dabei setzen sie in der Regel auf die Stablecoin Tether, welche an den Dollar gebunden ist. Kryptos zu benutzen sei «viel einfacher als Cash über die Grenze zu Ägypten zu schmuggeln», erklärt dazu Matthew Price, ein ehemaliger Detektiv der amerikanischen Steuerbehörden IRS.
Der Terroranschlag hat klargemacht, dass es eine neue «Achse des Bösen» gibt: Russland, der Iran, China gegen den Westen. Will der Westen in diesem Kampf um eine neue Weltordnung bestehen, muss er geeinigt auftreten. Präsident Joe Biden muss daher die knifflige Aufgabe lösen, nicht nur Israel die nötige militärische Unterstützung zu gewähren, sondern auch zu verhindern, dass diese Hilfe gegen die Hilfe an die Ukraine ausgespielt wird.
Genau dies ist der Plan von ein paar «Verrückten» bei den Republikanern. So fordert etwa Josh Hawley, ein rechtsextremer Senator aus dem Bundesstaat Missouri, dass die Militärhilfe an die Ukraine sofort an Israel umgeleitet wird. Andere «Verrückte» wie die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene stimmen ihm zu. Die Forderung ist absurd. Israel benötigt ganz andere Waffen als die Ukraine.
Obwohl sich Joe Biden bedingungslos hinter Israel gestellt hat, versuchen die Republikaner, ihm zumindest eine Teilschuld in die Schuhe zu schieben. So behaupten sie tatsachenwidrig, die sechs Milliarden Dollar, die der Iran kürzlich im Zug eines Gefangenenaustausches erhalten hat, seien zur Finanzierung des Massakers verwendet worden. Bei diesem Geld handelt es sich nicht um Geld des amerikanischen Steuerzahlers, sondern um eingefroren Guthaben des Irans. Und bisher ist noch kein Cent davon an die Ajatollahs geflossen.
Dabei sind es die Republikaner, die einer raschen Hilfe an Israel Steine in den Weg legen. Sie haben ihren Anführer im Abgeordnetenhaus, den Speaker, gefeuert, ohne eine Alternative zu haben. Daher muss befürchtet werden, dass es nun ein wochenlanges Gerangel um den Posten des Speakers geben wird, und dass in dieser Zeit kein Hilfspaket verabschiedet werden kann.
Dabei versuchen selbst gemässigte Republikaner die «Verrückten» zur Vernunft zu bringen. Mitch McConnell, der Minderheitsführer der Grand Old Party im Senat, fordert in einem Kommentar im «Wall Street Journal» seine Kollegen im Abgeordnetenhaus auf, auf keinen Fall Israel gegen die Ukraine auszuspielen und möglichst rasch wieder beschlussfähig zu werden. Der Kampf gegen die Hamas und den Iran sei der gleiche Kampf wie derjenige der Ukraine gegen Russland, so McConnell.
«Wir müssen die vertiefte Partnerschaft zwischen Teheran und Moskau zur Kenntnis nehmen», schreibt McConnell. «Die gleichen iranischen Drohnen, die Teheran den Terroristen zur Verfügung gestellt hat, benutzen auch die Russen bei ihrem Überfall auf die Ukraine.»
Klar geht auch OTC aber dann könnten die involvierten Personen auch direkt mit Fiat handeln.
Aehm, genau das Gegenteil. Gerade auf und durch die Blockchain sind die Transaktionen gerade einfach und oeffentlich nachverfolgbar (waehrend Bank Transaktionen bspw. dem Bankgeheimnis unterliegen und nur auf juristischem Weg offengelegt werden koennen).
Was ihr meint ist, dass eine Wallet (meist) nicht einer eindeutigen Entitaet zugewiesen werden kann. Erst dadurch und mithilfe von quasi "Banken" bzw. Boersen, ohne oeffentlich einsehbare Transaktionen, laesst sich der Strom verschleiern.