International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Im Video: Hier versucht die Polizei, den Attentäter von Nizza zu stoppen



Der deutsche Journalist Richard Gutjahr von der ARD weilt derzeit in Nizza. Dort wurde er gestern Augenzeuge des Moments, als ein weisser LKW in die Menschenmenge rast.

Gutjahr stand auf seinem Balkon, als sich der Lastwagen näherte. Die Strasse ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich gesperrt, das Strassenfest ist in vollem Gange, eben erst ging das Feuerwerk zu Ende und die Strassenlaternen wurden wieder eingeschaltet. 

«Das war ein absonderliches Bild», sagt Gutjahr im Morgenmagazin der ARD (siehe Video unten). Wegen dieser speziellen Situation zückt Gutjahr seine Handy-Kamera. Er filmt, wie der LKW in langsamen Tempo die Strasse entlang fährt. Er filmt, wie Polizisten den Wagen verfolgen und ein Motorradfahrer unter die Räder kommt. Wie darauf zwei Beamte mehrere Schüsse auf die Fahrerkabine abfeuern und der LKW darauf plötzlich beschleunigt. Wenig später sind mindestens 80 Menschen tot. (meg)

Video: watson.ch

Unser Content-Partner Spiegel Online konnte ebenfalls mit Gutjahr sprechen. Hier das Kurz-Interview:

Spiegel Online: Herr Gutjahr, Sie sind in Nizza, der Anschlag hat sich direkt vor Ihrem Hotel ereignet. Was haben Sie gesehen?
Gutjahr: Ich stand auf dem Balkon meines Hotelzimmers. Das Feuerwerk zum Nationalfeiertag war gerade vorüber. Plötzlich rollte ein weißer Lkw vorbei. Das passte nicht ins Bild, denn die Straßen waren für alle Fahrzeuge gesperrt. Der Lastwagen fuhr sehr langsam, einige Leute haben gebrüllt. Es wirkte eigenartig, deshalb habe ich angefangen, mit meinem Handy zu filmen.

Was ist dann passiert?
Ein Motorradfahrer fuhr an den Lkw heran und versuchte vergeblich, während der Fahrt die Fahrertür zu öffnen. Das war wie in einem Kinofilm. An der Kreuzung haben Polizisten das Feuer eröffnet, dann hat der Fahrer Gas gegeben und die ersten Menschen überfahren. Ob wegen den Schüssen oder ob er es genauso geplant hat, kann ich nicht beurteilen. Das wäre Spekulation.

Sie sind dann runter auf die Straße gegangen. Haben Sie da auch gefilmt?
Ja, ich habe Fotos gemacht und auch weitere Videos. Aber ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden, das Material bei Twitter oder Facebook zu veröffentlichen. Stattdessen habe ich alles an die Redaktion des WDR geschickt. Dort entscheiden Profis, was veröffentlicht werden sollte und wie.

Warum sind Sie in Nizza?
Ich verbringe hier privat ein verlängertes Wochenende. Zum ersten Mal wollte ich den Nationalfeiertag in Frankreich erleben. Den ganzen Donnerstag über fuhren hier Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Militär durch die Straßen. Es war ein Riesenspektakel. Daraus ist am späten Abend schrecklicher Ernst geworden.

Panik und Chaos nach dem Attentat: Polizei sperrt Teile der Innenstadt ab

Mehr zum Anschlag in Nizza

Steine und Spucke für den toten Nizza-Attentäter, Buhrufe für Valls

Link zum Artikel

Der Nizza-Attentäter hatte offenbar Komplizen – und seine Tat lange im Voraus geplant

Link zum Artikel

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Link zum Artikel

Augenzeugen-Berichte aus Nizza: «Ich sah Leute wie Kegel durch die Luft fliegen»

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

#MeTooInceste – ein Vergewaltigungsskandal schlägt in Frankreich hohe Wellen

Des Medienstar Olivier Duhamel sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Es geht um Vergewaltigung in der eigenen Familie. Der Fall schlägt in Frankreich bereits hohe Wellen.

Es ist eine schrecklich banale Zahl: Eines von zehn Kindern werde in Frankreich Opfer sexueller Gewalt durch Familienmitglieder, erklärte die Psychiaterin Muriel Salmona kürzlich. Viele Leute glaubten ihr nicht. Jetzt werden sie eines Besseren belehrt: Hunderte, wenn nicht Tausende Betroffene outen sich seit Wochenbeginn über den Twitter-Hashtag #metooinceste.

Die Nation ist wie vor den Kopf gestossen: Zahllose erwachsene Französinnen und Franzosen berichten, wie sie als Kinder sexuell …

Artikel lesen
Link zum Artikel