DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Veteranen der Waffen-SS und Anhänger marschieren in Riga

In Lettland haben Veteranen einer Einheit der deutschen Waffen-SS und ihre Anhänger unter massivem Polizeischutz ihre jährliche Parade veranstaltet. 
16.03.2015, 16:0216.03.2015, 16:16

Lettische Veteranen der Waffen-SS und Anhänger marschieren in Riga

1 / 9
Lettische Veteranen der Waffen-SS und Anhänger marschieren in Riga
quelle: ap/f64 photo agency / roman koksarov
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Rund 1'500 Menschen zogen nach Polizeiangaben am Montag durch die Hauptstadt Riga. An der Parade nahmen die letzten Überlebenden der 140'000 Letten teil, die im Zweiten Weltkrieg in der Waffen-SS gegen die Rote Armee gekämpft hatten. Der Aufmarsch wird von der jüdischen Gemeinde sowie von Russland und der russischsprachigen Minderheit in Lettland scharf kritisiert.

Festnahmen gab es nach Polizeiangaben nicht. Innenminister Rihards Kozlovskis sagte der Nachrichtenagentur AFP, mehrere Radikale, die »nicht nur aus Russland, sondern auch aus benachbarten EU-Staaten« angereist seien, seien von dem Aufmarsch ferngehalten worden.

Gegendemonstranten hatten sich mit der Polizei darauf geeinigt, erst nach dem Ende der Parade gegen den Faschismus zu demonstrieren. Etwa 40 Menschen kamen nach dem Marsch zusammen, um das Freiheitsdenkmal mit Besen zu »desinfizieren«. Efraim Zuroff vom Simon-Wiesenthal-Zentrum zur Verfolgung von Nazitätern sagte, die Parade sei »eine grosse Lüge« und eine »Verzerrung der Geschichte".

Teil der deutschen Waffen-SS

Seit der Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1991 gedenken Veteranen der Lettischen Legion jedes Jahr am 16. März einer Schlacht gegen die Rote Armee im Jahr 1944, bei der die Legion vergeblich versuchte, den Vormarsch der Sowjettruppen aufzuhalten. Die russische Minderheit und die jüdische Gemeinde kritisieren die Gedenkfeier, da die Lettische Legion Teil der deutschen Waffen-SS war.

Die Veteranen hingegen betonen, dass der im Jahr 1943 gegründete Truppenverband ihre Heimat gegen die neuerliche Besetzung durch die Russen verteidigte. Die Sowjetunion hatte Lettland im Jahr 1939 im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts besetzt, mit dem Osteuropa zwischen Berlin und Moskau aufgeteilt wurde. Etwa 15'000 Letten wurden nach Sibirien deportiert.

Als deutsche Truppen im Zuge des Einmarschs in die Sowjetunion im Jahr 1941 auch Lettland eroberten, wurde die Wehrmacht von Teilen der Bevölkerung als Befreier gefeiert. Die deutschen Besatzer ermordeten jedoch 70'000 der 85'000 Juden des Landes. Im Oktober 1944 eroberte die Rote Armee Riga zurück. Derzeit sind Lettland und die Nachbarn Estland und Litauen wegen Russlands Vorgehens in der Ukraine höchst beunruhigt. (whr/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Weinstein vor Gericht in Los Angeles – Prozess voraussichtlich 2022

Der frühere US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat vor einem weiteren Verfahren wegen Sexualstraftaten in Los Angeles eine Niederlage erlitten. Seine Anwälte seien mit ihrem Antrag vor Gericht abgeblitzt, dass die Anklage fallen gelassen werde, wie US-Medien berichteten. Bei einer Anhörung am Dienstag habe Richterin Lisa Lench auf ausreichende Zeugenaussagen und Beweismittel verwiesen, die einen Prozess rechtfertigen würden, schrieb «Rolling Stone Magazine».

Zur Story