Schwere Erschütterung: Tsunami-Warnung nach 7,8-Erdbeben vor Philippinen
Das Beben ereignete sich am Morgen um 7.37 Uhr (Ortszeit). Laut dem örtlichen Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) hatte das Beben auf der Insel Mindanao eine Stärke von 7,8. Die US-Erdbebenwarte bezifferte die Stärke zunächst gar auf 8,2. Demnach fand das Beben in einer relativ geringen Tiefe von 55 Kilometern statt. USGS zufolge gab es auch zahlreiche, teilweise starke Nachbeben. 7,8 respektive 8,2 sind hohe Werte, wenn auch nicht ganz so heftig wie bei den verheerenden Katastrophen von Fukushima 2011 (9,0) und in Südostasien 2004 (9,1).
Tsunami-Wellen sind dennoch wahrscheinlich, Phivolcs gab eine entsprechende Warnung heraus. Menschen in Küstennähe sollten sich schnellstens in Sicherheit bringen. Demnach sind bis zu drei Meter hohe Wellen möglich. «Auf Grundlage aller verfügbaren Daten werden gefährliche Tsunami-Wellen für einige Küstenabschnitte vorhergesagt», schrieb auch USGS. Lokale Radiosender berichteten, dass die Schulen in der betroffenen Region geschlossen bleiben sollen.
Örtlichen Medien zufolge sollen auch Häuser ganz oder teilweise eingestürzt sein, darunter auch eine Schule. Jedoch befand sich nach Angaben des Direktors zum Zeitpunkt der Erdstösse niemand in dem Gebäude. Der philippinische Katastrophenschutz teilte mit, es gebe Berichte über «erhebliche Schäden an verschiedenen Infrastrukturen», Strom- und Kommunikationsnetze seien ebenfalls betroffen. Ob es Tote oder Verletzte gebe, sei noch unklar. Auch der General Santos International Airport auf Mindanao wurde geschlossen.
Warnungen auch in Indonesien und Japan
Das Beben war auch in Indonesien deutlich zu spüren, speziell auf der Insel Sulawesi. Mindanao und Sulawesi liegen nicht weit voneinander entfernt. Auch in dem Nachbarstaat gab es eine Tsunami-Warnung. Japan warnte für einige Landesteile entlang des Pazifiks ebenfalls vor möglichen Flutwellen. Die Region in Südostasien liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel intensiver tektonischer Aktivität rund um den Pazifik, in dem besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche auftreten.
Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, dass die Behörde zunächst keine Meldungen über hohe Wellen nach der Tsunami-Warnung erhalten habe. Die Behörde wollte die Lage aber noch mehrere Stunden überwachen.
Präsident fordert zu Eile auf
Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete am Morgen umgehend Hilfs- und Schutzmassnahmen an und rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. «Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht», erklärte Marcos in einer Mitteilung. Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
Der Präsident betonte, die Regierung habe alle zuständigen Behörden angewiesen, sofort zu handeln. Er ordnete ausserdem die Aussetzung des Unterrichts auf allen Bildungsstufen in den betroffenen Gebieten Mindanaos an. «Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität», sagte er.
(sda/dpa/con)
