DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Elefanten in Vietnam werden weiter für den Tourismus ausgebeutet – trotz drohenden Verbots

13.05.2022, 07:4213.05.2022, 07:45

Im vietnamesischen Hochland werden Elefanten weiter für Touristentouren ausgenutzt – obwohl lokale Behörden bereits 2020 versprochen hatten, die umstrittene Praxis zu verbieten.

Speziell am malerischen Lak-See in der Provinz Dak Lak ist das Elefantenreiten, bei dem auf dem Rücken der Dickhäuter Metallsitze für die Urlauber festgeschnallt werden, weiter eine viel genutzte Attraktion. Tierschützer sind wütend: «Die Regierung von Dak Lak muss jetzt einen mutigen Schritt unternehmen und die Ausbeutung vollständig beenden», forderte Thanh Nguyen, Tierschutzbeauftragter bei Animals Asia.

Turisten reiten auf einem Elefanten, Januar 2021. Foto zur Verfügung gestellt von der Tierschutzorganisatin Animals Asia.
Turisten reiten auf einem Elefanten, Januar 2021. Foto zur Verfügung gestellt von der Tierschutzorganisatin Animals Asia.Bild: keystone

«Es ist traurig zu sehen, dass in einigen Touristengebieten der Provinz immer noch Elefanten geritten werden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Lokalregierung habe zwar vor eineinhalb Jahren zugestimmt, die Touren einzustellen – «aber sie haben keinen Zeitplan dafür angegeben».

Elefantenknochen seien nicht darauf ausgelegt, schwere Lasten zu tragen. «Es gibt genügend wissenschaftliche Beweise, die die negativen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit von Tieren in dieser Industrie belegen», betonte Thanh Nguyen. Die Ausbeutung der Dickhäuter für touristische Zwecke verkürze ihre Lebenserwartung deutlich.

Tierschutzorganisationen beklagen schon lange, dass die Elefanten dabei erheblichem körperlichen und emotionalen Stress ausgesetzt sind. Meist bekommen sie keine angemessene Ernährung und sind angekettet, wenn sie nicht zur Arbeit gezwungen werden. Ausserdem werden wilde Elefantenkälber oft ihren Müttern gestohlen, um sie später für den Tourismus auszunutzen. Bevor sie für die Touren eingesetzt werden können, müssen die Tiere zudem «gebrochen» werden - was bedeutet, sie brutal zur Unterwerfung zu zwingen.

Die Stiftung Animals Asia lobt derweil nachhaltigere Modelle des Elefantentourismus in der Region, so etwa im Yok-Don-Nationalpark in der gleichen Provinz. Hier können Besucher die Rüsseltiere in ihrem natürlichen Lebensraum sehen – reiten dürfen sie nicht.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Mosha, der Elefant mit der Beinprothese

1 / 7
Mosha, der Elefant mit der Beinprothese
quelle: x02943 / athit perawongmetha
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mysteriöses Massensterben von Elefanten in Botswana

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Neues Gesetz im US-Bundesstaat Oklahoma verbietet fast alle Abtreibungen

Im US-Bundesstaat Oklahoma sind künftig fast alle Abtreibungen untersagt. Gouverneur Kevin Stitt unterzeichnete am Mittwoch (Ortszeit) ein Gesetz, das bis auf wenige Ausnahmen so gut wie alle Abtreibungen ab dem Zeitpunkt der Befruchtung untersagt. Es gelten nur wenige Ausnahmen. Das Gesetz sei das strengste Verbot im ganzen Land, schrieb die «Washington Post».

Zur Story