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Mehrere Tote an armenisch-aserbaidschanischer Grenze

28.07.2021, 11:08
Bild: keystone

Armenien hat nach neuen Schusswechseln an der Grenze mit Aserbaidschan in der Region Kelbadschar den Tod von drei eigenen Soldaten beklagt.

In der Nacht zum Mittwoch habe es massiven Beschuss von aserbaidschanischer Seite gegeben; dabei seien drei Soldaten getötet und zwei verletzt worden, teilte das armenische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Eriwan mit.

Demnach kam es zu der Eskalation im Nordosten der armenischen Grenze zu Aserbaidschan unweit des Sees Sewan. Das Gebiet liegt ausserhalb der Gebiete der im November umkämpften Konfliktregion Berg-Karabach.

Russland vermittelte einen neuen Waffenstillstand, der nach Angaben der Verteidigungsministerien Aserbaidschans und Armeniens am Morgen in Kraft trat. Beide Seiten kündigten an, sich daran zu halten. Die Lage in dem Grenzgebiet zwischen den verfeindeten Ex-Sowjetrepubliken im Südkaukasus ist gespannt. Das Ministerium in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku warf der armenischen Seite Provokationen und Falschinformationen vor. Zwei aserbaidschanische Soldaten seien verletzt worden, hiess es.

Baku und Eriwan geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation. Unabhängig überprüfen lassen sich die Vorwürfe kaum.

Das Aussenministerium in Eriwan warf Baku vor, unter Berufung auf historische Ansprüche in armenisches Kernland vorzudringen. Armenien werde nach internationalem Recht auch mit militärischen Mitteln seine territoriale Unversehrtheit verteidigen, hiess es. Bereits seit Mai werde das Gebiet «infiltriert» und immer wieder angegriffen. Aserbaidschan wiederum rief Armenien zu friedlichen Verhandlungen über den Verlauf der Staatsgrenze auf.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken hatten vom 27. September bis zum 9. November um die Konfliktregion Berg-Karabach gekämpft. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebietes zurück. Mehr als 6500 Menschen starben bei den Kämpfen. Russland hat nach einem unter seiner Vermittlung geschlossenen Waffenstillstand in Berg-Karabach rund 2000 Friedenssoldaten stationiert. (sda/dpa)

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