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epa08084501 NSW Rural Fire Service crews fight the Gospers Mountain Fire as it impacts a structure at Bilpin, in the Blue Mountains, west of Sydney, New South Wales (NSW), Australia, 21 December 2019. According to media reports, conditions are expected to worsen across much of the state as temperatures exceed 40 degrees Celsius.  EPA/DAN HIMBRECHTS AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Ein Feuerwehrmann in Bilpin, Westsydney am 21. Dezember 2019. Bild: EPA

Nächste Hitzewelle rollt an: Australien stehen brenzlige Tage bevor

Eine neue Hitzewelle droht: Der Bundesstaat New South Wales erwartet kritische Brandbedingungen.

Urs Wälterlin aus Canberra / ch media



Die australische Regierung will verstärkt die Armee beim Kampf gegen die verheerenden Waldbrände einsetzen. Das gab Verteidigungsministerin Linda Reynolds gestern bekannt. Verbindungsoffiziere sollen künftig in den Einsatzzentralen der Feuerwehren sitzen und bei der Koordination von Brandeinsätzen helfen. Dadurch würden «mehr Feuerwehrleute frei für ihre eigentlichen, spezialisierten Aufgaben in der Brandbekämpfung», so die Ministerin.

Die Ankündigung folgt wachsender Kritik, die Bundesregierung würde die Gliedstaaten zu wenig bei der Bekämpfung der Buschbrände unterstützen, die seit September acht Menschenleben gefordert hatten. Mindestens 1000 Gebäude, darunter über 800 Wohnhäuser, sind in den letzten Wochen Opfer der Flammen geworden. Brandbekämpfung ist Aufgabe der Gliedstaaten.

Buschbrände in Australien im Dezember 2019

Gestern Nachmittag brannten im bevölkerungsreichen Bundesstaat New South Wales noch knapp hundert Feuer. Nach einer leichten Abkühlung in den letzten Tagen erwarten die Behörden für die kommende Woche eine Verschärfung der Situation. Bei Tagestemperaturen bis zu 45 Grad könnten mehrere Grossfeuer ausser Kontrolle geraten, so die Warnung. Tausende von Freiwilligen sind seit Wochen im Einsatz. Auf Druck politischer Kreise soll jetzt geprüft werden, ob sie zumindest für ihre Kosten entschädigt werden sollen oder gar eine geringe Abfindung für verlorene Einkünfte erhalten könnten.

Der Bedarf an Einsatzkräften ist gross: Zeitweise werden die Freiwilligen von Feuerwehrleuten aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland unterstützt. Millionen von Nutz- und Wildtieren sind in den letzten Wochen in den Flammen umgekommen. Ersten Schätzungen zufolge sollen rund 30 Prozent der Koala-Population nördlich von Sydney vernichtet worden sein. Eine jahrelange Trockenperiode, die laut Wissenschaftern durch den Klimawandel verstärkt worden ist, hat zu einer deutlichen Eskalierung der Brandgefahr geführt.

Innenministerium warnte bereits im Mai

Derweil muss sich Premierminister Scott Morrison erneut vorwerfen lassen, er messe der Ernsthaftigkeit der Lage zu wenig Bedeutung zu. Am Donnerstag war er an einem Strand von Sydney beim Baden fotografiert worden – nur Tage nach seinem Urlaub auf Hawaii, aus dem er nach Druck der Öffentlichkeit einen Tag früher als geplant heimgekehrt war.

Recherchen der Tageszeitung «The Guardian» brachten zutage, Morrisons wiedergewählte Regierung sei kurz nach den Wahlen im Mai vom Innenministerium gewarnt worden, dass Australien häufigeren und schwereren Hitzewellen und Buschfeuern ausgesetzt sei und «die Lebensgrundlagen auf dem Kontinent ohne wirksame Massnahmen gegen den Klimawandel beeinträchtigt» würden.

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