International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04045641 A handout videostill provided by ICTY shows former Bosnian Serb military commander Ratko Mladic in the court of the UN Tribunal for former Yugoslavia (ICTY), in The Hague, the Netherlands, 28 January 2014. The former head of the Bosnian Serb military refused to testify in the genocide trial of his political counterpart, saying it could be detrimental both to his health and his own ongoing case. The general, Ratko Mladic, and the political boss, Radovan Karadzic, face separate trials before the UN Yugoslav tribunal (ICTY) for war crimes and crimes against humanity on genocide charges linked to the 1992-95 Bosnian conflict.  EPA/ICTY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic bei einer Anhörung in Den Haag im Januar 2014.  Bild: EPA/ANP / ICTY

Prozess gegen Ex-Armeechef Ratko Mladic geht dem Ende zu



Der Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic ist mit den Schlussplädoyers in seine letzte Phase getreten. Die Anklage des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wies jegliche Zweifel an der Verantwortung des 74-Jährigen für die schlimmsten Verbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.

Mladic muss sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs vor dem UNO-Tribunal verantworten. Ihm droht lebenslange Haft.

Mladic, der auch «Schlächter vom Balkan» genannt wird, wird insbesondere eine Verantwortung für das Massaker von Srebrenica zur Last gelegt, bei dem im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Verantworten muss er sich auch für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo, bei der Schätzungen zufolge 10'000 Zivilisten getötet wurden.

Massaker von Srebrenica

Mladic sei während des Bosnienkriegs (1992 bis 1995) als bosnisch-serbischer Armeechef für die «ethnischen Säuberungen» in den von Serben beanspruchten Teilen Bosniens verantwortlich gewesen. Und er habe diese auch als Verdienst für sich in Anspruch genommen, sagte Chefankläger Alan Tieger am Montag in seinem Schlussplädoyer.

Terror-Kampagne gegen Zivilbevölkerung

«Der General führte eine Terror-Kampagne gegen die zivile Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina», sagte Tieger. «Was in einer Gemeinde nach der anderen passiert ist, war keine unbeabsichtigte Folge der Militäraktion, sondern ihr eigentliches Ziel», erklärte Tieger. «Die Beweise sind überwältigend.»

«Das Leben der Feinde muss unerträglich werden.»

Ratko Mladic zitiert von Chefankläger Alan Tieger

Ankläger Tieger zeigte Dokumente und Videos und verlas Zeugenaussagen. «Das Leben der Feinde muss unerträglich werden», zitierte er den Angeklagten.

Städte wie Srebrenica oder Sarajevo wurden von den Serben massiv unter Beschuss genommen. «Immer wenn ich nach Sarajevo komme, töte ich jemanden», hatte Mladic gesagt. Der Angeklagte wandte sich bei der Präsentation ab und sah zur Zuschauertribüne.

Bosnian Serb wartime leader Radovan Karadzic (R) and his general Ratko Mladic are seen on Mountain Vlasic in Banja Luka in Bosnia and Herzegovina, in this April 1995 file photo. Prosecutors at a U.N. court in The Hague have called for Karadzic to be sentenced to life in prison for his alleged crimes, including the massacre of over 7,000 men and boys in Srebrenica and the shelling of Sarajevo. Mladic, the Bosnian Serbs' military leader is also currently on trial at the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia, where he faces charges of genocide and crimes against humanity.    REUTERS/Ranko Cukovic/Files  

FROM THE FILES PACKAGE “SREBRENICA MASSACRE - 20TH ANNIVERSARY”
SEARCH “SREBRENICA MASSACRE” FOR ALL 15 IMAGES

Ratko Mladic mit dem Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic.  bild: reuters

Mladic war im Mai 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien festgenommen und an Den Haag überstellt worden. Mit den Plädoyers geht sein Prozess nun nach mehr als vier Jahren in die Schlussphase.

Mladic erschien am Montag mit einem grauen Anzug und einer blauweissen Krawatte vor Gericht. Er starrte zunächst mit düsterer Miene die Journalisten und Zuschauer an, bevor er sich in seine Akten vertiefte.

Urteil erst in einem Jahr

Für die Schlussplädoyers der Anklage sind drei Tage eingeplant, am Freitag ist dann Mladics Verteidigung an der Reihe. Mladic weist alle Vorwürfe zurück. Nach Darstellung seiner Anwälte haben sich Mladic und seine bosnisch-serbischen Truppen damals gegen Angriffe bosnischer Truppen verteidigt.

Ein Urteil soll im November 2017 verkündet werden. Der Mladic-Prozess ist der letzte des UNO-Tribunals zu den Verbrechen im Bosnienkrieg (1992–1995), in dessen Verlauf mehr als 100'000 Menschen getötet wurden. (gin/sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Italiens Sozialdemokraten vor Spaltung – Renzi gründet neue, «innovative» Partei

Die Sozialdemokraten (PD) in Italien stehen kurz nach ihrer Rückkehr in die Regierung vor einer Spaltung. Der frühere Ministerpräsident und Ex-PD-Chef Matteo Renzi hat Medienberichte bestätigt, dass er eine neue «innovative, europafreundliche Partei» gründen wird.

«Es besteht in Italien ein riesiger Raum für eine andere Politik. Für eine lebendige Politik aus Leidenschaft und aktiver Beteiligung. Für mich gibt es einen neuen Weg zu gehen», schrieb Renzi, der die Sozialdemokraten von 2013 bis …

Artikel lesen
Link zum Artikel