Brexit
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Eleven British lawmakers who have joined new political party 'The Independent Group' pose for a photograph after a press conference in Westminster in London, Wednesday, Feb. 20, 2019. Cracks in Britain's political party system yawned wider Wednesday, as three pro-European lawmakers - Soubry, Allen and Wollaston - quit the governing Conservatives to join a newly formed centrist group of independents who are opposed to the government's plan for Britain's departure from the European Union. (AP Photo/Alastair Grant)

Die «Elferbande» der abtrünnigen Labour- und Tory-Abgeordneten. Bild: AP/AP

Brexit-Exodus mit harten Vorwürfen: Ist Theresa May fremdenfeindlich?

Der Brexit bringt das britische Parteiensystem aus den Fugen. Proeuropäische Abgeordnete von Labour und Tories haben ihre Partei verlassen, unter teilweise heftigen Nebengeräuschen.



In fünf Wochen tritt Grossbritannien aus der Europäischen Union aus. Noch immer zeichnet sich keine Lösung ab im Streit um den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten «Scheidungsvertrag», den das Unterhaus im Januar wuchtig verworfen hatte. Die Unsicherheit setzt nicht zuletzt den britischen Unternehmen zu, die um den Zugang zum europäischen Markt bangen.

Der EU-freundliche Schatzkanzler Philip Hammond bezeichnete den Brexit am Donnerstag in einem BBC-Interview als «grosse schwarze Wolke» über der Wirtschaft des Landes. Er warnte eindringlich vor den Gefahren eines No-Deal-Brexit am 29. März. Die Austrittsdebatte zieht aber nicht nur die Wirtschaft in Mitleidenschaft, sondern auch das politische System im Königreich.

Chaka Umunna speaks alongside Luciana Berger during a press conference to announce the new political party, The Independent Group, in London, Monday, Feb. 18, 2019. Seven British Members of Parliament say they are quitting the main opposition Labour Party over its approach to issues including Brexit and anti-Semitism. Many Labour MPs are unhappy with the party's direction under leader Jeremy Corbyn, a veteran socialist who took charge in 2015 with strong grass-roots backing. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Die Ex-Labour-Abgeordneten Chuka Umunna und Luciana Berger bei der Ankündigung der neuen Fraktion. Bild: AP/AP

Diese Woche kam es in den beiden grossen Parteien zum Knall. Am Dienstag traten sieben Abgeordnete aus der Labour-Partei aus, darunter Chuka Umunna. Der Sohn eines Nigerianers war ein kommender Mann der Partei. Am Mittwoch folgten eine weitere Labour-Frau sowie drei Abgeordnete der Konservativen Partei. Sie schlossen sich zu einer neuen unabhängigen Fraktion zusammen.

Radikale im Aufwind

Die elf «Abtrünnigen» vereint ihre Ablehnung des Brexit sowie der Entwicklung in ihren Parteien, in denen zunehmend die radikalen Kräfte den Ton angeben. Bei den Tories sind es die Brexit-Hardliner, die Theresa May vor sich her treiben. In der Labour-Partei werden gemässigte Abgeordnete von den Anhängern des altlinken Parteichefs Jeremy Corbyn bedrängt.

Der Brexit-Exodus ist nicht nur für sich ein kleines Erdbeben. Er wird von Nebengeräuschen begleitet. Dafür besorgt war unter anderem Anna Soubry. Die nun ausgetretene Konservative hat aus ihrer proeuropäischen Haltung nie einen Hehl gemacht. Sie leitet gemeinsam mit Chuka Umunna die «People's Vote»-Kampagne, die sich für eine zweite Brexit-Abstimmung einsetzt.

Am Mittwoch unterstellte sie Theresa May in der BBC-Sendung «Newsnight» fremdenfeindliche Motive. Sie lehne die Zugehörigkeit zum EU-Binnenmarkt einzig wegen der Personenfreizügigkeit ab, meinte Soubry: «Ehrlich gesagt denke ich, dass sie ein Problem mit der Einwanderung hat.» Hinweise darauf habe es schon während Mays Amtszeit als Innenministerin gegeben.

British MPs from left, Sarah Wollaston, Anna Soubry and Heidi Allen, during a press conference in London, Wednesday, Feb. 20, 2019. Cracks in Britain's political party system yawned wider Wednesday, as three pro-European lawmakers - Soubry, Allen and Wollaston - quit the governing Conservatives to join a newly formed centrist group of independents who are opposed to the government's plan for Britain's departure from the European Union. (Stefan Rousseau/PA via AP)

Sarah Wollaston, Anna Soubry und Heidi Allen (von links) richten schwere Vorwürfe an Theresa May. Bild: AP/PA

Der Vorwurf wiegt schwer. Tatsächlich aber hat sich die Premierministerin seit der Abstimmung vor mehr als zweieinhalb Jahren nie ernsthaft um einen breiten Konsens zum Brexit bemüht, sondern primär die Hardliner in ihrer Partei umgarnt. Anna Soubry und die beiden anderen «Abtrünnigen» Heidi Allen und Sarah Wollaston werfen Theresa May deshalb «erbärmliches Versagen» vor.

Antisemitismus bei Labour

Bei Labour drehen sich die internen Querelen neben dem Brexit vor allem um die Antisemitismus-Kontroverse, von der die mitgliederstärkste Partei Westeuropas seit einiger Zeit verfolgt wird. Luciana Berger, eine jüdische Abgeordnete aus Liverpool, sah sich in den sozialen Medien wiederholt mit Attacken aus den eigenen Reihen konfrontiert, weshalb sie sich den «Deserteuren» angeschlossen hat.

Die Vorwürfe fallen letztlich auf den Parteichef zurück. Jeremy Corbyn war seit dem Beitritt 1973 ein Gegner der EU-Mitgliedschaft Grossbritanniens. Er gilt deshalb als verkappter Brexiteer. Ausserdem neigt er zu der in linken Kreisen verbreiteten einseitigen Parteinahme für die Palästinenser, bei der die Grenzen zwischen Israelkritik und Judenhass fliessend sind.

100 Tories auf dem Absprung?

Selbst Kritiker attestieren Corbyn, er sei persönlich kein Antisemit. Im Umgang mit der Kontroverse wie beim Brexit aber macht er alles andere als eine glückliche Figur. Er verhält sich wie immer, wenn seine einbetonierten Überzeugungen erschüttert werden: wegschauen, abwiegeln, lavieren. So wehrt sich Corbyn trotz innerparteilichem Druck stur gegen ein neues Brexit-Referendum.

Was hält die Jugend vom Brexit?

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Video: srf

Die Austritte der elf Abgeordneten kamen folglich nicht aus heiterem Himmel. Sie haben sich abgezeichnet. Und weitere könnten folgen. Die Ex-Konservative Heidi Allen sagte am Mittwoch, rund 100 Kollegen seien über den Kurs ihrer Partei frustriert. Das wäre ein Drittel der Fraktion. Zwei prominente Tories erklärten, sie würden bei einem No-Deal-Brexit ebenfalls austreten.

Brexiteer oder Remainer

Von EU-freundlichen Labour-Politikern gibt es ähnliche Wortmeldungen. Damit geriete das auf zwei starke Parteien zugeschnittene britische System weiter in Schieflage. Die neue Fraktion hat bereits jetzt gleich viele Abgeordnete wie die Liberaldemokraten. Deren Parteichef Vince Cable meinte, bei Tories wie Labour seien «sehr radikale Veränderungen im Gange».

Sie sind letztlich eine Folge der Brexit-Abstimmung von 2016, wie die Politologin Sara Hobolt von der London School of Economics gegenüber CNN erklärte: «Man identifiziert sich heute eher als Brexiteer oder Remainer denn als Anhänger eine Partei.» Beide Seiten würden einander zutiefst misstrauen, meinte die Professorin, was einem Bruch mit der alten Parteipolitik entspreche.

Mays Mehrheit auf der Kippe

Diese Entwicklung kann nur beunruhigen. Der Brexit treibt das Vereinigte Königreich in Richtung einer tiefen Polarisierung, wie man sie in den USA erlebt. «Beim Brexit ging es eigentlich nie um die EU-Mitgliedschaft, sondern um die Frage, ob man in einem progressiven, globalen UK leben oder sich in ein traditionelleres Land zurückziehen will», sagte Rob Ford von der Universität Manchester zu CNN. Er veröffentlicht demnächst ein Buch mit dem Titel «Brexitland».

Die Parteiaustritte dürften deshalb nur ein Vorgeschmack sein auf das, was noch kommt. Nur eine scheint davon unbeeindruckt zu sein: Theresa May. Am Mittwoch weilte sie einmal mehr zu einer erfolglosen Verhandlungsrunde in Brüssel. Eine Woche später muss sie im Unterhaus erneut Bericht erstatten. Dann dürfte es zu einem weiteren Showdown in Sachen Brexit kommen.

Die Lage hat sich durch die neue Fraktion der Unabhängigen noch einmal verkompliziert. Falls nur drei weitere Torys die Partei verlassen, verfügt Theresa May auch mit den nordirischen Unionisten nicht mehr über eine Mehrheit im Parlament. Neuwahlen wären wohl unvermeidlich, und das wenige Wochen vor dem EU-Austritt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hoppla! 22.02.2019 19:50
    Highlight Highlight Na ja, das ganze Abstimmungsresultat war rassistisch motiviert. Mit "weniger Ausländer" (die ja bekanntlich Job, Wohnung und Frau klauen) wäre das britische Problem mit der EU massiv kleiner.
  • Cpt. Jeppesen 22.02.2019 16:52
    Highlight Highlight Mit Stand heute haben die Briten noch 35 Tage bis zum Austritt. Nach 2 Jahren haben sie nichts, aber auch gar nichts geregelt bekommen.
    Wenn sie schlau wären, würden sie jetzt die Reisleine ziehen und den Brexit absagen. Aber nein, aus gekränkter Eitelkeit heraus lassen die führenden Politker beider Fraktionen das Land lieber an die Wand knallen.
    Mir tut es einfach leid um die jungen Briten. Corbyn und May werden schon lange Tod sein, wenn die heutige Jugend noch mit den Folgen des Austritts kämpfen wird.
    • Gonzolino_2017 22.02.2019 23:36
      Highlight Highlight Komische Vorstellung mit einem - wenn auch knappen - Volksentscheid umzugehen!? Wenn ich nicht meine Wunschlösung bekomme, dann sage ich den Brexit einfach ab, als ob nichts gewesen wäre. Es ist auch keine gekränkte Eitelkeit, sondern vielmehr ein Machtkampf, den May - egal was sie tut - nicht gewinnen kann - was ihr von den linken Medien als Versagen untergeschoben wird. Sie kann gar nicht erfüllen, die eine Hälfte möchte keinen Brexit, für die andren kann er gar nicht „hart“ genug sein, zumindest was die Forderungen angeht. Und nein, die EU ist nicht alles - die Jugend hat es in der Hand ...
    • losloco 23.02.2019 10:43
      Highlight Highlight @Gonzolino, der Brexit wurde sehr wohl knapp angenommen. Das Problem jedoch ist, dass die Briten von den Brexit-Kapitänen auf übelste hinters Licht und angelogen wurden. Schön der Reihe nach gaben diese Feiglinge den Rüchtritt. Den Scherbenhaufen haben nun tatsächlich die Jungen. Und ja die EU ist nicht alles aber sie ist wohl oder übel unser Schutzsschild!
    • Cpt. Jeppesen 23.02.2019 12:37
      Highlight Highlight @Gonzolino: UK ist nicht CH. Referenden in UK sind NICHT rechtlich bindend, nur das Parlament kann entscheiden. Somit hätten sie einen Austritt auch auf die (z.B.) nächsten 10 Jahre planen können um erst mal zu sehen ob es gut gehen würde. Niemand sagte sie müssen in 2 Jahren draussen sein. Jedoch wäre dann mindestens eine Neuwahl dazwischen gewesen.
      Dann noch etwas, 80% aller Zeitungen in UK gehören vier (4!) Leuten. Schon mal eine englische Tageszeitung gesehen? Die wollen heute noch Rache für den 2ten Weltkrieg. Das hat doch nichts mehr mit der Realität zu tun.
  • die Freiheit die ich meine 22.02.2019 16:28
    Highlight Highlight Jesass Buntschi..!

    Meinen (kritischen aber höflichen) Kommentar mal wieder nicht aufgeschaltet. (derjenige von den Sharia Wächter in London)

    Und ich dachte, wir hätten das besprochen.
    Wir wollten in Zukunft doch nicht mehr so machen.
    Wollten fair und aufrichtig durchs Leben gehen.

    Schon beim ersten SolpersteinCHEN alles pustekuchen?

    Nääi...?
  • orangenschale 22.02.2019 12:03
    Highlight Highlight nicht direkt zum brexit: warum muss bei chuka umunna erwähnt werden, dass sein vater nigerianer ist? (und bei keiner anderen person wird irgendwas zu herkunft oder ähnlichem gesagt?)
    • ACuriousOne 23.02.2019 00:02
      Highlight Highlight Nuja - mich hätt’s sonst schon gewundert warum er denn so einen altehrwürdigen britischen Namen hat .... und dank der Bermerkung habe ich auch blitzschnell dank meines scharfen und wachen Verstandes auch zu später Stunde (ist 00:00 während ich das schreibe) noch realisiert, dass der Name nicht zur Frau rechts auf dem Bild, sondern zum Mann links gehört....
  • Hecate 22.02.2019 11:44
    Highlight Highlight "Einseitige Parteinahme für die Palestinänser?" "Antisemitismus und Kritik an Israel's Politik - die Grenzen sind fliessend!" WIRKLICH? Ist das die neue Brise der Toleranz gegenüber den regelmässigen Bombing von unschuldigen Kinder in Gaza, ein verschleierter Versuch Corbyn zu discreditieren oder sind manche wegen ihrer Vergangenheit unantastbar, auch wenn sie jahrzehntelang Greueltaten gegen einen Teil der Bevölkerung ausüben? Vielleicht ein Versuch eine politischeTaboo-thema zu verharmlosen, in dem man absichtlich die klare Grenzen verwischen will? BITTE...
  • Der Kaktuszüchter 22.02.2019 11:01
    Highlight Highlight Stad Showdown hab ich Show gelesen .
    Was es ja eigentlich ist .
  • Matterhorn 22.02.2019 10:20
    Highlight Highlight Die Ewiggestrigen verbrauchen nur viel Energie, während die Wirtschaft handelt!
  • Triple A 22.02.2019 10:20
    Highlight Highlight V.a. die aktuellen Entwicklungen in den USA, Türkei, Russland, Ungarn, .... machen mir Sorgen. Westeuropa sollte als „Werteunion“ näher zusammenrücken, aber das Gegenteil ist der Fall! Das wiederum freut Russland, die Türkei, ....
  • Bert der Geologe 22.02.2019 09:57
    Highlight Highlight Ich finde die Stelle im Artikel mit der Parteinahme für die Palästinenser und dem fliessenden Uebergang zum Judenhass kritisch. Was soll da fliessend sein? Oder Umgekehrt: wird da nicht Judenhasskeule für Kritik an der Politik des Staates Israel eingesetzt?
    • Magnum 22.02.2019 17:28
      Highlight Highlight Dieser Denkfehler greift um sich. Auch im Editorial vom Tagi Magi 1-2019 behauptet Finn Canonica, dass Antizionismus auch nur eine Form von Antisemitismus sei.
      Zionismus behauptet, dass Juden als einzige ein Recht auf den Landstreifen zwischen Sinai und Golan haben - und mehr Rechte als andere Völker vor Ort. Zudem ist die Vorstellung, wonach Juden aus der Diaspora zwecks Rettung ins geheiligte Land geholt werden müssen, mE eher eine Kapitulation vor dem Antisemitismus.
      Kritik an der rassistischen Politik der Regierung Netanyahu hat mit Antisemitismus meines Erachtens gar nichts zu tun.
  • WÖTSÖN ÜSER 22.02.2019 09:31
    Highlight Highlight Irgendwie erinnert mich die ganze Situation um den BREXIT aus der Sicht von Theresa May an den DOK-Film über das Musikfestival "FYRE" und dessen Veranstalter.
    Es glaubt niemand mehr so richtig daran, dass eine anständige Lösung zustande kommt, doch aufgeben kann man auch nicht, da viel zu viel auf dem Spiel steht. Ganz nach dem Motto:
    Benutzer Bild
  • Quacksalber 22.02.2019 09:17
    Highlight Highlight So kommts, wenn man über Jahrzehnte mit Inbrunst verbal EU Ablehnung pflegt und das Ding jetzt plötzlich zum zerfleischen serviert bekommt. Nennt man glaub ich, sich verbeissen.
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 22.02.2019 08:44
    Highlight Highlight „... Diese Entwicklung kann nur beunruhigen. Der Brexit treibt das Vereinigte Königreich in Richtung einer tiefen Polarisierung„
    Mehr Parteien und damit mehr Meinungen und Auswahl für die Wähler ist doch positiv. Und auch das Gegenteil von Polarisierung.
    • DemonCore 22.02.2019 13:02
      Highlight Highlight UK wählt nach Majorzsystem, was ansich eine Schande für eine moderne Demokratie ist, das wird niemals ein Mehrparteiensystem.
  • Karl33 22.02.2019 08:40
    Highlight Highlight Ich habe nur den Titel gelesen. Ich frage mich: Ist es nicht normal, dass irgendwann jeder der nicht links denkt, von den Linken beschuldigt wird, ein 'Nazi', ein 'Fremdenhasser', 'toxisch' oder dergleichen zu sein?

    Stichwort Framing. Wie das Deutsche staatliche Fernsehen ARD argumentiert hat: Man muss etwas nur lange genug wiederholen, und die Leute beginnens zu glauben.
    • Astrogator 22.02.2019 09:51
      Highlight Highlight "Ist es nicht normal, dass irgendwann jeder der nicht links denkt, von den Linken beschuldigt wird, ein 'Nazi', ein 'Fremdenhasser', 'toxisch' oder dergleichen zu sein?"
      Nein.

      Aber wirklich ein hervorragendes Beispiel für Opferhaltung und Selbstmitleid.
    • Cityslicker 22.02.2019 15:17
      Highlight Highlight @Karl: Ich habe mir nur die Bewertungen deines Beitrags angeschaut und einfach mal fröhlich mitgeblitzt. - Nein, im Ernst: Wenn es dir zu mühsam ist, einen Artikel zu lesen, solltest du dir auch die Zeit fürs Kommentieren sparen. (Bei „staatliches Fernsehen“ hattest du dir deinen Blitz dann aber doch verdient ;-) )
  • Skeptischer Optimist 22.02.2019 08:20
    Highlight Highlight Es ist ein ziemlich gemischtes Häufchen. Die Motivation für die Austritte der Labour Abgeordneten liegt nicht primär am Brexit, sondern am Umstand, dass sie Corbyns pazifistischen und pro-palästinensischen aussenpolitischen Kurs ablehnen. Etlichen hat die "Deselection" in ihren Wahlkreisen gedroht. Ob sie Neuwahlen überleben könnten ist nicht sicher.
  • walsi 22.02.2019 08:02
    Highlight Highlight Es ist eigentlich nicht so kompliziert. Das Parlament und die Regierung hat vom Volk den Auftrag erhalten, GB aus der EU zu führen. Die Regierung will das machen und hat dem entsprechend verhandelt. Das Parlament weigert sich.

    Jetzt werden die paar schlauen kommen und sagen, dass diese Volksabstimmung in England eher den Charakter einer Befragung als eine Abstimmung hat. Da stelle ich die Gegenfrage, wenn man das Ergebnis nicht akzeptieren will, wenn es nicht passt, warum führt man dann eine Volksbefragung durch?
    • DemonCore 22.02.2019 09:29
      Highlight Highlight Was ist damit, dass jetzt remain eine Mehrheit hat? Bist du plötzlich nicht mehr so für Demokratie?
    • walsi 22.02.2019 10:03
      Highlight Highlight @DemonCore: Habe ich etwas verpasst, gab es eine zweite Abstimmung? Einfach zur Erinnerung in einer Demokratie zählen nicht Umfragen, es zählen Abstimmungsresultate.
    • DemonCore 22.02.2019 11:54
      Highlight Highlight Bist aber auch gegen eine zweite Abstimmung
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  • Rumbel the Sumbel 22.02.2019 08:01
    Highlight Highlight Am Mittwoch unterstellte sie Theresa May in der BBC-Sendung «Newsnight» fremdenfeindliche Motive......Oje. Wenn andere Argumente zuwenig bringen, dann kommt noch das. Wer hätte es gedacht.
  • marcog 22.02.2019 07:31
    Highlight Highlight Wenn es nicht traurig wäre, wäre es lustig...
    • Der Kaktuszüchter 22.02.2019 11:01
      Highlight Highlight Es ist lustig 🤣🤣🤣🤣🤣
      🙊🙉🙈
  • Majoras Maske 22.02.2019 07:23
    Highlight Highlight Tja, es scheint kaum ein glückliches Ende zu nehmen. Am Schluss haben sie die Wahl zwischen Unterwerfung und Wohlstand oder Souveränität und Krise. Je 50% der Bevölkerung werden enttäuscht werden, Existenzen von Angestellten ebenso vernichtet wie Steuereinnahmen. Am Schluss verlieren alle, nur weil das Land eine Identitätskrise hat.
    • DerTaran 22.02.2019 08:11
      Highlight Highlight Unterwerfung? Die Briten haben, bis vor kurzen, den Kurs der EU aktiv mitbestimmt. Die EU ist keine Diktatur, genausowenig wie die Eidgenossenschaft. Sie ist nur eine grössere, demokratisch legitimierte Organisation, die von ihren Mitglieder Zugeständnisse fordert.
    • DemonCore 22.02.2019 08:23
      Highlight Highlight Subtile Propaganda mit dem eingestreuten 'unterwerfung'. Gratuliere. UK war wirtschaftlich und diplomatisch eine Führungsnation in der EU und hat sie wesentlich geprägt (single Market, europäischer Gerichtshof, Art. 50). Tibet ist unterworfen, die Kurden sind unterworfen, nicht das VK.
    • bokl 22.02.2019 09:08
      Highlight Highlight Kleine Korrektur:
      "Am Schluss haben sie die Wahl zwischen Zusammenarbeit und Wohlstand oder Nationalismus und Krise."
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