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International
China

High Noon auf dem Meer: Zwei Kriegsschiffe der USA und China kollidieren beinahe

High Noon auf dem Meer: Zwei Kriegsschiffe der USA und China kollidieren beinahe

02.10.2018, 13:0102.10.2018, 14:07

Die Beziehung zwischen den USA und China sackt weiter in den Keller: Handelskrieg, Gesprächsabsagen, US-Vorwürfe der Wahleinmischung – und jetzt noch ein gefährlicher Zwischenfall im Südchinesischen Meer.

Zwischen zwei Kriegsschiffen von den USA und China kam es in einem umstrittenen Seegebiet des Südchinesischen Meeres beinahe zu einer Kollision. Die US-Marine warf dem chinesischen Schiff «unsichere und unprofessionelle Manöver» vor, während das chinesische Aussenministerium am Dienstag in Peking von einem «provokativen Einsatz» des US-Schiffes sprach.

In this Oct. 13, 2016, photo provided by the U.S. Navy, guided-missile destroyer USS Decatur (DDG 73) operates in the South China Sea as part of the Bonhomme Richard Expeditionary Strike Group (ESG).  ...
US-Lenkwaffenzerstörer «USS Decatur».Bild: AP/U.S. Navy

Wegen des Handelskrieges der USA mit China sind die Beziehungen zwischen den beiden grössten Wirtschaftsnationen ohnehin auf einen Tiefstand gefallen.

Annäherung auf 40 Meter

Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntag nahe der von China beanspruchten Spratley-Inseln. Das chinesische Schiff hatte den amerikanischen Lenkwaffenzerstörer «USS Decatur» aufgefordert, das Seegebiet zu verlassen. Es versuchte dann offenbar, das US-Schiff abzudrängen.

Beide seien sich bis auf 40 Meter nahe gekommen, bis die «Decatur» ausgewichen sei, um einen Zusammenstoss zu vermeiden, berichteten US-Medien unter Hinweis auf Angaben der US-Marine.

Umstrittene Insel

Die USA erkennen die Ansprüche Chinas nicht an und schicken immer wieder Kriegsschiffe in die Nähe der umstrittenen Insel, um demonstrativ für die Freiheit der Navigation in dem Seegebiet einzutreten.

Chinas Aussenamtssprecherin Hua Chunying kritisierte in Peking, das US-Schiff sei «ohne Erlaubnis der chinesischen Regierung» durch die Gewässer um die Inseln und Riffe gefahren, über die China «unbestreitbare» Souveränität ausübe.

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 80 Prozent des rohstoffreichen Seegebietes, durch das auch wichtige Schifffahrtsstrassen gehen. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies 2016 die Ansprüche Chinas zurück, doch ignoriert Peking das Urteil.

Verärgerung in Peking

Nicht nur der Handelskrieg belastet die Beziehungen. China liess auch ranghohe Sicherheitsgespräche platzen, zu denen US-Verteidigungsminister Jim Mattis laut Medienberichten Mitte Oktober nach Peking reisen wollte. China ist verärgert, weil die USA als Folge ihrer Sanktionen gegen Russland vergangene Woche auch Strafmassnahmen wegen russischer Waffenverkäufe an China gegen das chinesische Militär verhängt hatte.

China baut Riffs zu Stützpunkten aus

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China baut Riffs zu Stützpunkten aus
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Für weitere Verärgerung in Peking sorgten die Vorwürfe Trumps, China mische sich in die wichtigen Kongresswahlen Anfang November ein. Als Beweis hatte der US-Präsident auf bezahlte Beilagen der englischsprachigen staatlichen Zeitung «China Daily» mit Kritik an Trump und seinen Sonderzöllen in amerikanischen Blättern verwiesen.

Der US-Präsident hat Strafzölle auf die Hälfte aller Importe aus China verhängt. Er fordert von Peking eine grössere Marktöffnung, ein Ende staatlicher Subventionen und ein wirksames Vorgehen gegen Technologieklau. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Peking hat die Handelsgespräche auf Eis gelegt. Trump seinerseits hält eine Wiederaufnahme der Verhandlungen für «verfrüht». (whr/sda/dpa)

So sieht das Kriegsschiff der Zukunft aus

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So sieht das Kriegsschiff der Zukunft aus
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US-Zerstörer kollidiert bei Singapur mit Tankschiff

Video: srf
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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Focke
02.10.2018 13:35registriert September 2016
Pest und Cholera grüssen sich. 🤝
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MaxHeiri
02.10.2018 14:18registriert März 2016
Immerhin sind die Amerikaner die einzigen die genug Mumm haben ein Gerichtsurteil des international annerkanten Strafgerichtshof aufrecht zu erhalten.
China nimmt sich im asiatischen Raum was es will ohne Rücksicht auf die Ansprüche der Nachbaren.
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ralck
02.10.2018 13:23registriert Juni 2015
Kinder, kommt aus dem Sandkasten, wascht eure Hände und setzt euch brav an den Tisch fürs Abendessen.
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