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Lockdown-Panik jetzt auch in Peking: Massentests und Hamsterkäufe

25.04.2022, 08:0225.04.2022, 10:37

Nach der Entdeckung von einigen Dutzend Corona-Infektionen in Peking müssen sich seit Montag alle 3.5 Millionen Einwohner des grössten Stadtteils Chaoyang in drei Runden alle zwei Tage testen lassen. Die Behörden warnten, dass das Virus sich schon seit einer Woche unentdeckt in der 21-Millionen-Metropole verbreitet habe, sodass mehr Fälle entdeckt werden dürften.

Die Angst vor strengen Ausgangssperren auch in der chinesischen Hauptstadt sorgte für Hamsterkäufe und leere Regale in Supermärkten.

Die Regale in Pekings Supermärkten leeren sich wegen Hamsterkäufen, China, 25. April 2022.
Die Regale in Pekings Supermärkten leeren sich wegen Hamsterkäufen, China, 25. April 2022.Bild: keystone

Börsen in China fallen aus Angst vor weiteren Corona-Lockdowns

Angesichts neuer Sorgen um Chinas Wirtschaft und eine Ausweitung der Corona-Ausgangssperren auf die Hauptstadt Peking sind die Aktienmärkte in China stark gefallen. Der Shanghai Composite Index sackte am Montag zum Handelsschluss um 5,13 Prozent auf 2928 Punkte ab. Es war der niedrigste Stand seit zwei Jahren.

Der Shenzhen Component Index gab sogar um 6,08 Prozent auf 10 379 Punkte nach. Auch der Hang Seng Index in Hongkong geriet unter Druck und fiel um 3,69 Prozent auf 19 876 Punkte. «Es gibt Sorgen, dass sich die Covid-Lage in Peking in etwas entwickelt wie in Shanghai mit anhaltenden Lockdowns, die der Wirtschaft schaden», sagte Kevin Li von GF Asset Management (Hong Kong) Ltd. der Finanzagentur Bloomberg.

Lehren aus dem Lockdown in Shanghai

Ob ein Lockdown über ganz Peking oder Teile verhängt werde, hänge von der Ausbreitung des Virus ab, sagte ein Experte des nationalen Gesundheitsamtes der parteinahen Zeitung «Global Times».

Nachdem am Wochenende bereits einzelne Wohnblocks mit Infektionen abgeriegelt worden waren, verhängten die Behörden am Montag auch über mehrere Nachbarschaften im östlich liegenden Chaoyang-Distrikt einen Lockdown. Die Bewohner dürfen das Gebiet vorerst nicht verlassen. Auch wurden dort Restaurants und Unterhaltungsstätten geschlossen.

Roboterhunde im Lockdown in Shanghai

Video: watson/nfr

Mit dem schnellen Vorgehen will die ohnehin besonders geschützte Hauptstadt auch Lehren aus dem Corona-Ausbruch in Shanghai und anderen Provinzen ziehen, wie es hiess. So gab es Kritik an einem zunächst langsamen Vorgehen in der ostchinesischen Hafenstadt, wo die Lage trotz weitgehender Ausgangssperren seit fast einem Monat immer noch nicht unter Kontrolle ist. Auch gibt es Klagen über unzureichende Lieferungen von Nahrungsmitteln und schlechte medizinische Versorgung. Von Dienstag an werden auch alle 26 Millionen Einwohner Shanghais erneut getestet.

China verfolgt eine Null-Covid-Strategie, die mit der Ankunft der sich schnell verbreitenden Omikron-Variante auf die Probe gestellt wird. Im Zentrum der grössten Corona-Welle in China seit Beginn der Pandemie vor gut zwei Jahren steht Shanghai. Die Hafenmetropole meldete mit 51 Toten am Sonntag im Zusammenhang mit Covid-19 die höchste Zahl des Ausbruchs. Bis dahin waren schon 87 Tote berichtet worden. Nach Angaben der Gesundheitskommission wurde der Grossteil der landesweit 23'000 neuen Infektionen am Sonntag in Shanghai entdeckt – die meisten asymptomatisch.

(yam/sda/dpa)

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Menschen schreien von ihren Balkonen in Shanghai

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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jjjj
25.04.2022 10:47registriert Dezember 2015
Schon etwas speziell, wie vor kurzem die ZeroCovid Fraktion China noch als Musterland gelobt hat. in einer Dystopie leben möchte, dann aber wohl doch auch keiner...
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El_Chorche
25.04.2022 09:06registriert März 2021
Sehr gut - je mehr Chinesen die Fürsorge ihrer geliebten Staatspartei abkriegen, desto besser. Mal sehen, wie lange sie ihr unmenschliches System für überlegen halten.

Gruss aus einer nicht perfekten, aber maskenfreien Gesellschaft!
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Musikuss
25.04.2022 10:39registriert September 2016
Das ist vielleicht ein Horror! Und die schweizer Schwurbler behaupten immer noch, in einer Diktatur zu leben…
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