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China

Greenpeace erwartet weniger Zubau bei Chinas Kohlekraft

FILE - Trucks operate in the Huaneng Yimin open-pit coal mine in Hulunbuir in northern China's Inner Mongolia province China, Sept. 15, 2025. (AP Photo/Ng Han Guan, File)
Climate COP30 Emissions  ...
Eine Kohlemine in der Inneren Mongolei.Bild: keystone

Greenpeace erwartet weniger Zubau bei Chinas Kohlekraft

Laut Greenpeace ist China auf dem Weg, ein weiteres Jahr in Folge weniger Kapazität bei Kohlekraftwerken zuzubauen.
25.11.2025, 05:0225.11.2025, 05:02

Wie Greenpease East Asia mitteilte, genehmigte Peking in den ersten drei Quartalen 41,77 Gigawatt an neuer Kapazität aus Kohleenergie.

Sollte der Trend anhalten, würde die Volksrepublik demnach 2025 das zweite Jahr in Folge weniger Kapazitäten genehmigen. «Der Höhepunkt der Emissionen im chinesischen Energiesektor ist schon 2025 in Reichweite», sagte Greenpeace-Expertin Gao Yuhe. Zudem wäre es nach 2021 das Jahr mit der zweitniedrigsten Menge an genehmigter Leistung im Zeitraum des 14. Fünfjahresplanes, der in diesem Jahr endet.

Kohle weiterhin wichtig

China stösst weltweit am meisten Kohlenstoffdioxid aus und bleibt bei seinem Ziel, bis 2030 den Höhepunkt seiner klimaschädlichen Emissionen erreicht zu haben. Das Land setzt für seine Stromerzeugung weiter auch auf Kohle und nutzt sie ausserdem, um Chemikalien oder Gas herzustellen, wofür die Industrie sonst Öl benötigt – ein Rohstoff, bei dem die Volksrepublik von Importen abhängig ist.

Während des Klimagipfels im brasilianischen Belém, bei dem China auch vertreten war, konnten sich die Verhandler nicht auf einen Plan für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle, Öl und Gas einigen. Peking hielt sich dabei eher zurück. Chinas im September angekündigten Klimaziele bis 2035 hielten Experten für unzureichend.

Wie China seinen Kohleausbau rechtfertigt

Die von Greenpeace untersuchten offiziellen Dokumente zeigten, dass China seit 2024 vor allem in den westlichen Provinzen des Landes mehr Kohlekraft-Kapazität zubaut, etwa in Xinjiang, Gansu und der Inneren Mongolei. China begründete den Zubau bei Kohlekraft laut Gao zunehmend mit Versorgungssicherheit und Systemflexibilität.

Doch die Expertin warnt, dass diese Anlagen zu rasch an Wert verlieren könnten, während China weiter stark erneuerbare Energien ausbaut. Laut der nationalen Energiebehörde übertrafen Chinas Kapazitäten bei Solar- und Windenergie Anfang des Jahres erstmals jene von Strom aus Kohle. Ende September entfielen 2'200 Gigawatt an Leistung auf erneuerbare Energien – ein Anteil von etwa 59,1 Prozent an der insgesamt in China installierten Kapazität zur Stromerzeugung. (sda/dpa)

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