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In diesen provisorischen Unterkünften werden in Hongkong bis zu 2800 Covid-Positive mit milden Symptomen isoliert, damit sie ihre Familien nicht anstecken.
In diesen provisorischen Unterkünften werden in Hongkong bis zu 2800 Covid-Positive mit milden Symptomen isoliert, damit sie ihre Familien nicht anstecken. Bild: keystone

Diese Grafik zeigt, dass Hongkong mit der «Zero-Covid»-Strategie gescheitert ist

In keinem Land der Welt sterben aktuell so viele Menschen an Covid-19 wie in Hongkong. Das Vorhaben, die Infektionen im Keim zu ersticken, ist damit gründlich gescheitert.
16.03.2022, 16:2417.03.2022, 11:29
Lea Senn
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Hongkong zählt mit sieben Millionen etwas weniger Einwohner als die Schweiz. Trotzdem wurden am Mittwoch 279 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Schweiz an Spitzentagen im letzten Winter 20/21 verzeichnet hatte – der tödlichsten Phase dieser Pandemie.

Der Anstieg der Todesfälle in Hongkong verlief in den letzten Tagen exponentiell und bewegt sich inzwischen auf international höchstem Niveau.

Besonders betroffen sind ältere Patienten, die nicht geimpft sind. Und davon gibt es viele: Von den über 80-Jährigen haben nur rund ein Drittel mindestens zwei Impfungen erhalten. Ausserdem wurde ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung mit Produkten geimpft, die nicht auf der mRNA-Technologie basieren und nach ersten Erkenntnissen schlechter gegen Omikron schützen.

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Hongkong ist mit der «Zero-Covid»-Strategie lange gut gefahren. Seit Beginn der Pandemie verzeichnete die chinesische Sonderverwaltungszone kaum Corona-Fälle und damit auch täglich nie mehr als fünf Todesfälle. Sobald irgendwo kleinere Infektionsherde auftraten, wurden strikte Lockdowns verhängt. Die Todesfälle gingen damit im letzten Jahr gegen null – das letzte Todesopfer wurde Mitte September 2021 dokumentiert.

Doch dann kam die hochansteckende Omikron-Variante. Von einem Lockdown möchte die Regierung (noch) absehen, empfiehlt den Menschen aber, zu Hause zu bleiben. Doch das reicht mittlerweile nicht mehr aus, um die vielen Ansteckungen zu bremsen. Durch die fehlende Grundimmunität in der Bevölkerung entfalten sich die vollen Konsequenzen von Omikron.

Die folgenden beiden Grafiken zeigen den deutlichen Unterschied zwischen den Situationen in Hongkong und der Schweiz: Das Infektionsgeschehen bewegt sich inzwischen auf ähnlichem Niveau – doch in der Schweiz ist die Sterblichkeit dadurch nur marginal beeinflusst.

Die Regierung Hongkongs erntet inzwischen viel Kritik für ihren Umgang mit der Pandemie. Insbesondere viele Expats haben genug von der «Zero-Covid»-Politik mit ihren Folgen auf die Reisemöglichkeiten, das Gesundheitssystem und die Wirtschaft.

Hongkongs sonst so belebte Strassen sind wegen den hohen Fallzahlen wie leergefegt.
Hongkongs sonst so belebte Strassen sind wegen den hohen Fallzahlen wie leergefegt. Bild: keystone

Bis zum Jahr 2019 verzeichnete Hongkong über mehrere Jahre mehr Einwanderer als Auswanderer – in den Jahren 2020 und 2021 hat sich dieser Trend gewendet. Das stellt die Wirtschaft vor grosse Probleme: «Die jüngste Auswanderungswelle führt zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und wirkt sich auf Unternehmen jeder Grösse aus», sagte etwa Hongkongs Handelskammer kürzlich.

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Leben in Hongkong

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Hongkong hat immer weniger Platz

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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uhl
16.03.2022 16:40registriert Februar 2019
Zero Covid war nichts anderes als das Unvermeidliche hinauszuzögern, um dann doch alle Nachteile des Virus mit voller Härte zu spüren bekommen.
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Urs Kipfert
16.03.2022 17:00registriert Februar 2019
Ein Grund für die im letzten Abschnitt erwähnte Auswanderungswelle könnte aber auch der immer stärker spürbare chinesische Einfluss sein. Nicht jeder Einwohner in Hongkong findet die aktuelle Politik und Stossrichtung wirklich toll. Corona scheint mir da eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.
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