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Coronavirus

Corona Schweiz: So extrem leidet die Tourismusbranche unter der Pandemie

La Ramblas is seen empty in Barcelona, Spain, Sunday, March 15, 2020. Spain's government announced Saturday that it is placing tight restrictions on movements and closing restaurants and other establi ...
Die wohl berühmteste Strasse Barcelonas «La Rambla» ist leergefegt – normalerweise tummeln sich hier hunderte Menschen. Bild: AP

Diese Grafiken zeigen, wie dramatisch der Tourismus eingebrochen ist

Overtourism war gestern – durch Corona kämpfen viele Touristenorte ums Überleben. Erste Zahlen zeigen, wie deutlich die Spuren sind, die Covid-19 hinterlässt.
24.05.2020, 14:0025.01.2021, 10:20
Marius Egger
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Lea Senn
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Der internationale Tourismus verzeichnete seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 ein ununterbrochenes, überdurchschnittliches Wachstum. Im Jahr 2018 haben insgesamt 1,4 Milliarden Menschen eine touristische Reise ins Ausland gemacht. Damit ist die Zahl der Auslandreisenden seit 1950 um mehr als das Fünfzigfache gestiegen.

Und ein Ende des Wachstums war nirgends in Sicht. Der Tourismus entwickelte sich so rasend schnell, dass nicht nur viele Orte unter Overtourism klagten, sondern auch die Prognosen schnell überholt schienen: Die 2011 von der Welttourismusorganisation (UNWTO) prognostizierte Zahl von 1,8 Milliarden Touristinnen und Touristen, die ins Ausland reisen, könnte schon Mitte der 2020er Jahre statt 2030 erreicht werden, hiess es noch letztes Jahr.

Prognose aus dem Jahr 2011

Internationale Touristenankünfte Prognose von 2011
Bild: watson/unwto

Dann kam Corona.

Im Mai hat die UNWTO den World Tourism Barometer mit Fokus auf die Covid-19-Krise veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie stark die Branche weltweit eingebrochen ist – und welche Auswirkungen dies hat.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die Tourismus-Branche befindet sich im freien Fall

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Bild: watson/unwto

Noch nie in seiner Geschichte erlebte der internationale Tourismus einen derartigen Einbruch wie im Jahr 2020. Die UNWTO rechnet mit einem Einbruch von 58 bis 78 Prozent der internationalen Touristenankünfte. Damit dürften rund eine Milliarde Ferienreisende auf einen Schlag wegfallen.

Die drei Szenarien gehen von Grenzöffnungen im Juli (Szenario 1), September (Szenario 2) und Dezember (Szenario 3) aus. Dass einzelne Länder nun bereits früher ihre Reiserestriktionen lockern, könnte den Einbruch allenfalls etwas mildern.

Der Start ins Jahr 2020 verlief dramatisch

watson/unwto
*Zahlen für 2020 noch provisorisch.Bild: watson/unwto

Die Coronakrise traf den Tourismus in seiner schwächsten Saison, anfangs Jahres. Auch wenn die Zahlen für die ersten Monate des Jahres 2020 noch provisorisch sind – es wird ein sehr deutlicher Einbruch im Vergleich zu den Vorjahren geben.

In Asien ist der Tourismus schon früh eingebrochen

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Bild: watson/unwto

Besonders früh war der Einbruch in Asien zu erkennen, wo die Pandemie ihren Ursprung hat. Bereits für Februar ist ein ungewöhnlicher Rückgang zu verzeichnen, im März fiel die Zahl dann um rund zwei Drittel.

In Europa verlief der Start ins Jahr gut – doch dann kam Corona

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Bild: watson/unwto

In Europa bewegten sich die Touristenzahlen im Januar und Februar noch im üblichen Rahmen, sogar leicht über den vorherigen drei Jahren. Im März wurde aber deutlich weniger gereist, die Zahlen brachen um rund die Hälfte ein.

Bis zum 20. April hatte jedes Land der Welt Einreisebeschränkungen

Einreisebeschränkungen
Bild: watson/unwto

Diese Zahlen verwundern wenig, hatten doch alle Länder dieser Welt Ende April Einreisebeschränkungen. Anfangs März hatten nebst vereinzelten Staaten erst Länder in Asien und Ozeanien Beschränkungen eingeführt.

Entsprechend brachen die Zahlen ein

watson/unwto
Bild: watson/unwto

Wie sehr die Branche allein in diesen ersten drei Monaten 2020 gelitten hat, zeigen die Vergleiche mit den Vorjahren. Während es zunächst jährliche Zuwachsraten gab, brach die Zahl der Tourismusankünfte schon kurz nach Beginn des Jahres – und nach Ausbruch der Krise in China – ein. Für den Monat April gibt es noch keine Zahlen.

Wie lange es brauchte, bis sich die Branche von früheren Krisen erholte

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Bild: watson/unwto

Wie schnell sich die Industrie erholen wird, ist schwierig abzuschätzen. Einen Anhaltspunkt gibt der Blick auf die Erholungszeit nach den drei letzten Krisen: Die Terroranschläge vom 11. September 2001, das SARS-Virus im Jahr 2003 und die globale Wirtschaftskrise im Jahr 2009.

Bis wieder gleich viele Touristen unterwegs waren, hat es damals zwischen 11 und 19 Monate gedauert. In der aktuellen Krise dürfte es deutlich länger dauern – schliesslich sind die Einbrüche der Zahlen kaum mit den bisherigen zu Vergleichen (siehe Grafik 1).

Betroffene Mitarbeiter

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bild: watson/statista/wttc

Leidet der Tourismus, leiden auch seine Mitarbeiter. Und das sind Millionen: Die Welttourismus-Organisation WTTC geht davon aus, dass jede zehnte Arbeitsstelle weltweit dem Bereich Reisen und Tourismus angehört. Darunter fallen auch Piloten, Köche in Tourismusdestinationen und weitere indirekt durch den Tourismus betroffene Berufe.

Den direkten Anteil machen effektiv auf Freizeit- und Geschäftsreisen betroffene Jobs aus, beispielsweise Angestellte eines Nationalparks. Dieser direkte Teil kommt auf rund 3,3% des weltweiten Bruttoinlandproduktes.

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Coronavirus: Bund rechnet erst 2022 mit Normalisierung des Tourismus

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mira Bond
24.05.2020 14:45registriert Oktober 2016
Der Tourismus hat in den letzten Jahren ungesunde Tendenzen angenommen und laut dieser Statistik wäre der Anstieg in den nächsten Jahren nochmals erheblich gestiegen. Ich reise fürs Leben gerne, doch ich habe schon vor der Coronakrise meine Reisen besser dosiert und angefangen nachhaltiger zu gestalten (dem Klima zuliebe). Ich hoffe, dass das Reisen in Zukunft wieder möglich sein wird, aber bitte nicht im gleichen Stil wie vorher.
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Negan 83
24.05.2020 15:34registriert April 2020
Schade ist es allemal. Aber ich sehe es Positiv. Man kann durch die Stadt laufen ohne Touristen aufläufe!
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Mutzli
24.05.2020 16:57registriert Dezember 2016
Ist wirklich tragisch für die Tourismusindustrie und die damit zusammenhängenden Branchen. Was man jedoch meiner Meinung nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass selbst bei einem guten weiteren Verlauf der Covid-19 Krise (z.B. Impfstoff nächsten Frühling, Behandlungsmethoden etc.), Massentourismus der "alten Schule" leider ohnehin nur ein begrenztes Zeitfenster mehr hat. Ganz besonders der für uns in der Schweiz wichtige Wintertourismus: Eindämmung der Erwärmung auf 1.5° bis 2050 wird immer wie schwieriger & die Tourismusbranche muss sich da dringend was überlegen.
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