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Coronavirus

Omikron greift in Europa rasant um sich – diese Länder sind im Lockdown

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Auch gegen die neue Variante Omikron hilft vor allem die Impfung. Bild: getty images

Omikron greift in Europa rasant um sich – diese Länder sind im Lockdown

19.12.2021, 12:07

Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Europa atemberaubend schnell aus und droht mancherorts die Gesundheitsversorgung zu überlasten. Um die Infektionswelle zu bremsen, verhängten die deutschen Nachbarländer Dänemark und die Niederlande kurz vor Weihnachten nun eilends einen strengen Lockdown.

Zudem schottet sich Deutschland auch gegenüber Grossbritannien ab, wo Omikron in den Landesteilen England und Schottland schon dominiert. Ab Montag gilt die ganze Insel als Virusvariantengebiet, damit gelten drastische Beschränkungen für Reiserückkehrer. Die Lage im Einzelnen:

Niederlande

Die Regierung in Den Haag hat wenige Tage vor Weihnachten einen neuen strengen Lockdown verhängt. Seit Sonntag müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schliessen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante erzwinge die harten Massnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.

People walk down a street in Amsterdam, the Netherlands, Saturday, Dec. 18, 2021. Dutch government ministers are meeting Saturday to discuss advice from a panel of experts who are reportedly advising  ...
Am Samstag waren in Amsterdam noch viele Leute unterwegs. Am Sonntag sind fast alle Geschäfte wieder geschlossen. Bild: keystone

Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten. Eine Ausgangssperre soll es vorerst nicht geben.

Die Omikron-Variante breitet sich nach Angaben von Experten viel schneller aus als erwartet. In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Bereits vor Weihnachten werde diese Variante in der Hauptstadt dominant sein, hiess es. Zurzeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen zwar. Doch die Krankenhäuser stehen unter hohem Druck, so dass sie nach Befürchtung der Experten einen weiteren Zustrom von Patienten nicht auffangen könnten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden lag am Samstag bei 617. Zum Vergleich: In Deutschland wurden zuletzt knapp 322 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen registriert.

Dänemark

Auch Dänemark fährt grosse Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. In dem Nachbarland mit knapp sechs Millionen Einwohnern steigen die Corona-Zahlen seit einigen Wochen wieder stark an. Am Freitag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen einen Rekordwert von rund 12 000. In mehr als einem Fünftel der Fälle handele es sich um die Omikron-Variante. Die strengeren Regeln gelten zunächst bis Mitte Januar.

Grossbritannien

Die Omikron-Mutante ist in England schon dominierend: Sie mache nun 60 Prozent aller Fälle aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid im Sky News-Interview. Allein am Samstag waren im Vereinigten Königreich 10 059 neue Omikron-Fälle gemeldet worden - dreimal so viele wie am Tag zuvor.

Um die Ausbreitung von Omikron in Deutschland zu verlangsamen, hat die Bundesregierung Grossbritannien zum Virusvariantengebiet erklärt. Dies bedeutet, dass Einreisende 14 Tage in Corona-Quarantäne müssen - auch, wer geimpft ist oder eine Erkrankung überstanden hat. Diese Frist kann auch nicht durch einen Test verkürzt werden. Zudem dürfen nur noch Bundesbürger und Menschen mit deutschem Wohnsitz ins Land. Bislang waren keine europäischen Länder Virusvariantengebiete.

Gleichzeitig spitzt sich in Grossbritannien, wo bislang noch weitreichende Freiheiten gelten, die Debatte um schärfere Corona-Massnahmen zu. London hat schon den Katastrophenfall ausgerufen. Medienberichten zufolge laufen Diskussionen über eine Art Wellenbrecher-Lockdown nach den Weihnachtstagen.

In this photo issued by UK Parliament, Britain's Prime Minister Boris Johnson speaks during Prime Minister's Questions in the House of Commons, London, Wednesday Dec. 15, 2021. (Jessica Taylor/UK Parl ...
Gemäss Medienberichten diskutiert man in England derzeit über einen Wellenbrecher-Lockdown nach Weihnachten. Bild: keystone

Wissenschaftliche Berater fordern eine möglichst schnelle Verschärfung der Beschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Man sei «fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag» in England gebe - also eine hohe Dunkelziffer. Einige Modellierer warnten dem «Guardian» zufolge, ohne schärfere Massnahmen drohten bis zum Jahreswechsel bis zu zwei Millionen Neuinfektionen täglich.

Frankreich

Die Regierung in Paris greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Januar kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht wird. Vor wenigen Tagen begannen die Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahre. Das zu Silvester geplante Feuerwerk und Konzert auf den Champs-Élysées fällt wegen der vielen Neuinfektionen aus.

Zudem gelten die Nachbarländer Dänemark und Frankreich wegen steigender Fallzahlen und Omikron in Deutschland seit Mitternacht nun als Hochrisikogebiete. Dies hatte das RKI bereits am Freitag bekanntgegeben. Mit Ausnahme von Luxemburg sind nun alle deutschen Nachbarländer Hochrisikogebiete. Wer aus einem solchen Gebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss zehn Tage in Quarantäne. Frühestens fünf Tage nach der Einreise kann man sich mit einem Test davon befreien.

Die EU-Kommission erwartet, dass Omikron schon im Januar in ganz Europa die dominierende Variante sein wird. (sda/dpa)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Barth Simpson
19.12.2021 13:40registriert August 2020
Man wird diese Variante im besten Fall etwas eindämmen können und mit Glück bringt sie auch weniger schwer Symptome mit.

Aber das Problem, was ich befürchte ist, dass über unbestimmte Zeit sehr viele Menschen und Arbeitskräfte gleichzeitig krank sein werden und ausfallen.

Davon betroffen sind nicht nur Pflegeberufe, welche schon jetzt am Anschlag laufen, sondern Z.B. auch Post, Bahn, Verwaltung und möglicherweise sogar die tägliche Lebensmittelversorgung.

Ich möchte nicht Pessimismus verbreiten, aber einfach wird diese Geschichte nicht werden.
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(isb)
19.12.2021 14:37registriert April 2021
Eigentlich schon tragisch: sogar nach bald 2 Jahren Pandemie sind die Massnahmen immer noch +/- gleich ineffizient und geradezu Hilflos, und die Gründe warum man jeweils zuwartet primär politischer Natur. Erst wenn es zu spät ist und wirklich nicht anders geht wird richtig durchgegriffen… nicht dass ich jetzt ein Fan wäre von totalitären Systemen, im Gegenteil, aber ein frühzeitiges “Überreagieren” würde zumindest das spätere “Nach-Hecheln” weniger notwendig machen.
Klar fühlen sich einige zu eingeschränkt. Man kann es nie allen recht machen: warum soll/ muss es jetzt plötzlich anders sein?
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Lil-Lil
19.12.2021 12:46registriert Februar 2021
Hoffen wir mal, Omikrin verursacht bei gleichen Voraussetzungen tatsächlich tiefere Hodpitalisierungszahlen. Aufgrund der 3-4x höheren Reproduktionszahl ist wohl ein Shutdown unausweichlich. Leider.
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