Sängerin Björk fordert Grönlands Unabhängigkeit
Die isländische Sängerin Björk hat die Bewohnerinnen und Bewohner von Grönland dazu aufgefordert, ihre Unabhängigkeit zu erklären.
«Ich wünsche allen Grönländern Segen für ihren Kampf um Unabhängigkeit», schrieb die einflussreiche Musikerin, deren Alben sich millionenfach verkauften, in einem Post auf Instagram. Dazu postete sie ein Bild mit den Umrissen Grönlands in den Farben der Flagge des Landes.
Die Insel Grönland ist zwar mittlerweile weitgehend autonom, gehört aber noch zum dänischen Königreich. US-Präsident Donald Trump hatte erstmals 2019 einen Besitzanspruch auf Grönland geäussert.
Björk schrieb weiter: «Der Kolonialismus jagt mir immer wieder eisige Schauder über den Rücken, und der Gedanke, dass meine grönländischen Landsleute von einem grausamen Kolonialherrn zum nächsten wechseln könnten, ist zu schrecklich, um ihn auch nur zu denken.» Und: «Liebe Grönländer, erklärt eure Unabhängigkeit!»
Island, das Heimatland der Sängerin, ist seit 1944 von Dänemark unabhängig. Björk gehörte laut dem New Yorker Nachrichtenmagazin «Time» im Jahr 2015 zu den 100 einflussreichsten Menschen der Erde.
Reaktionen mit Herz-Emojis, aber auch Kritik
Ihre Fans kommentierten den Post mit Herz-Emojis. Ein User schrieb: «Erklärt die Unabhängigkeit! Lasst euch das nicht gefallen!» Es gibt aber auch Nutzer, die der Sängerin vorwerfen, ihre Unterstützung zur falschen Zeit zum Ausdruck gebracht zu haben und damit den USA in die Hände zu spielen. Einige halten eine Unabhängigkeit für den falschen Schritt: «Grönland muss von der EU und der Nato beschützt werden», heisst es unter anderem.
Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer grössere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Aussen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark – durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein grosser Teil der rund 57'000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark.
Die US-Regierung hatte zuletzt ihre Drohungen hinsichtlich eines Besitzanspruchs auf die Arktisinsel verstärkt und sendete widersprüchliche Signale: Das Weisse Haus schloss einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während Aussenminister Marco Rubio Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel sprach. (sda/dpa)
