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Ein ungewohntes Bild: Viele Fussgänger auf einem Haufen. Bild: shutterstock

Diese Länder setzen #StayAtHome am besten um – die Schweiz gehört nicht dazu

Bewegungsdaten des US-Technologiekonzerns Apple zeigen, wie strikt die Lockdowns in den verschiedenen Ländern umgesetzt werden. Die Schweiz schneidet dabei nicht besonders gut ab.



Wer mit Apple Maps auf seinem Smartphone den Weg in einen Shop sucht, füttert automatisch Apples Datenbank mit Bewegungsdaten. Diese wurden kürzlich – in anonymisierter Form – auf der Webseite von Apple veröffentlicht.

Für die meisten Länder und sogar für einige Grossstädte sind die Bewegungsdaten abrufbar. Allerdings sind keine konkreten Distanzen in Kilometern ablesbar, sondern nur die Abweichung in Prozent zu einem «normalen» Tag vor der Coronazeit – im Falle von Apples Datensatz ist das der Montag, 13. Januar 2020.

Ist also für ein Land ein Wert von 60 Prozent angegeben, kann das bedeuten, dass sich nur noch knapp zwei Drittel nach draussen begeben haben und ein Drittel zuhause blieb – oder dass alle Einwohner des Landes ihre Aktivitäten eingeschränkt haben und im Schnitt somit nur noch knapp zwei Drittel der normalen Strecke für Freizeit, Arbeitsweg und Co. zurück gelegt haben.

Wie sich die Schweiz bewegt

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Schweiz. Die Angaben von Apple decken sich im Grossen und Ganzen mit den Erhebungen vom Kanton Zürich, die wir auf watson mehrfach verfolgt haben.

Bewegungsdaten Schweiz

Bewegungsdaten Apple

Bild: watson

Bereits am Wochenende vor dem offiziellen Lockdown blieben Herr und Frau Schweizer vermehrt zu Hause. Ab dem 17. März waren dann die meisten Geschäfte, Kinos und Co. geschlossen – ab da sackten die Bewegungsdaten in den Keller.

Der Alphornblaeser David Reimann von der Alphornvereinigung Kriens-Pilatus blaest um 19:00 Uhr wie viele andere Alphornblaeser in der Schweiz zum Dank fuer alle im Einsatz stehenden Menschen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie, am Dienstag, 21. April 2020, in Kriens. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Er verbringt sein Wochenende nach Vorschrift: Der Alphornbläser David Reimann aus Kriens LU. Bild: KEYSTONE

Gegen Ende März bewegte man sich in der Schweiz nur noch rund ein Drittel so stark wie am Referenztag im Januar. Inzwischen scheint die Bevölkerung in unserem Land aber etwas «lockdownmüde» zu sein: Der Trend zeigt klar nach oben, obwohl bis zum heutigen Tag noch keine Lockerungen vom Bundesrat in Kraft traten.

Wie sich unsere Nachbarn bewegen

Ein ähnliches Phänomen wie in der Schweiz ist auch in Deutschland zu beobachten – allerdings sind dort bereits erste Lockerungen in Kraft getreten. Seit Montag (und von diesem Tag stammen die aktuellsten Zahlen von Apple) sind kleinere Geschäfte in Deutschland wieder geöffnet.

Etwas zurückhaltender sind die Österreicher, obwohl auch bei Ihnen einige Geschäfte wieder offen sind. Keinen Schritt in Richtung Normalität machen die Franzosen und Italiener. In beiden Ländern bewegen sich die Leute nur rund einen Viertel so viel wie im Januar.

Schweiz und Nachbarländer

Bewegungsdaten Apple

Bild: watson

Wer nach wie vor aktiv ist

Wer hat sich seit Anfang März am meisten eingeschränkt? Vergleichen wir die Bewegungsradien der Fussgänger aller von Apple untersuchten Länder, sticht ein Land heraus: Japan.

Die Japaner haben sich seit dem 1. März 2020 im Schnitt sogar mehr bewegt als am Referenztag Mitte Januar. Allerdings wurde dort auch erst vor gut zwei Wochen der Notstand ausgerufen – seither schränkten die Japaner ihren Bewegungsradius auch deutlich ein. Ihr Tagesschnitt in Bezug auf die Bewegung dürfte also in Kürze fallen.

Ähnliches ist zurzeit in Russland zu erkennen: Erst seit Anfang April sind Einwohner weniger unterwegs. Obwohl das Coronavirus vorher schon seit Wochen weltweit Thema Nummer Eins war, hat Apple kaum weniger Bewegungen in Russland aufgezeichnet.

epa08376990 General view of a deserted Red Square in Moscow, Russia, 20 April 2020. Russian President Vladimir Putin extended the current nationwide lockdown with stay-at-home orders until the end of April in a bid to quell the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/YURI KOCHETKOV

Inzwischen ist der Rote Platz in Moskau auch menschenleer – bis vor wenigen Wochen sah das noch anders aus. Bild: EPA

Anders ist es in Taiwan: Hier blieben die Bewohner auch in den letzten Tagen kaum vermehrt Zuhause. In der langfristigen Tendenz bewegen sich die Leute zwar leicht weniger – insbesondere an Wochenenden steigen die Zahlen aber fast wieder auf die Vergleichswerte vom Januar.

Und auch in Schweden, das mit seiner «Durchseuchungs»-Strategie einen Sonderfall darstellt, zeigen die Bewegungsdaten nur einen vergleichsmässig kleinen Rückgang. In den letzten Tagen bewegten sich die Schweden etwa zwei Drittel so stark, wie noch im Januar.

Japan, Taiwan, Russland und Schweden

Bewegungsdaten Apple

Bild: watson

Wer im Stillstand ist

Seit dem 1. März 2020 ist das Leben auf den Strassen Spaniens nicht wiederzuerkennen. Und das widerspiegelt sich auch in den Zahlen von Apple. Die Bewegungsdaten sind um rund 90% eingebrochen im Vergleich zum Referenztag Mitte Januar. Das kommt nicht von ungefähr: Spanien ist von der Pandemie stark betroffen, das öffentliche Leben extrem stark eingeschränkt.

Auch die beiden Nachbarländer Portugal und Marokko bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Das bereits erwähnte Italien, das vom Coronavirus sehr stark betroffen war, steht ebenfalls nach wie vor still. Obwohl der Lockdown dort verhältnismässig früh verhängt wurde, zeigt die Bewegungs-Kurve noch immer nicht nach oben. Die Italiener bleiben noch immer zu Hause – obwohl sie schon seit Wochen in ihre Häuser verbannt sind.

Spanien, Portugal, Marokko, Italien

Bewegungsdaten Apple

Bild: watson

Woher die Daten stammen

Apple hat seine gesammelten Bewegungsdaten online anonymisiert zur Verfügung gestellt. Die Daten wurden durch Suchanfragen für Wegbeschreibungen via Apple Maps erhoben. Da Apple keine demographischen Angaben zu den Bewegungsdaten speichert, gibt es keine Garantie, dass die Aussagen repräsentativ sind. Bei den meisten Regionen standen Fussgänger-, ÖV- und Strassenverkehrsdaten zur Verfügung. Für unsere Auswertungen haben wir uns auf die Fussgänger-Daten beschränkt. Daten zur Volksrepublik China sind nicht vorhanden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mandalayon 23.04.2020 18:07
    Highlight Highlight Diese Daten sind praktisch wertlos. Erstens sind die Massnahmen in manchen Ländern sehr viel stärker einschränkend als in anderen. Zweitens werden nur Suchanfragen für Routen gewertet. Sämtliche Wege, die ich bereits kenne - und das sind ausserhalb des Urlaubs fast alle - muss ich nicht suchen, laufe ich aber trotzdem: Einkaufen, Arbeiten gehen, Spaziergang im Wald etc. Drittens: Wenn an diesem einen Stichtag aus irgendeinem Grund in einem Land besonders viel oder wenig gesucht wurde (z.B. Grossanlass oder Feiertag: Ausflüge?), verzerrt dies die ganze Statistik. Und nicht zuletzt: Apple Maps?
  • Panic4Clicks 23.04.2020 12:58
    Highlight Highlight Ist das der mentale Lockdown oder der Index der Rückgratlosen?
  • p4trick 23.04.2020 08:28
    Highlight Highlight Wie viele Menschen sich bewegen ist irrelevant. Interessanter wären Daten wie:
    - wieviele Menschen bewegen sich pro km2
    - wieviele Begegnungen wurden pro Person im Durchschnitt registriert (Tracing)
    - wieviele Menschen halten sich gleichzeitig an Orten auf draussen und bewegen sich nicht
  • Stratosurfer 23.04.2020 04:49
    Highlight Highlight Wer benutzt schon Apple Maps? Seit dem Start hinkt der Kartendienst Google Maps hinterher. Ich kenne keinen Apple-User der diesen Dienst nutzt. Ergo sind die Zahlen repräsentativ?
    • Tessinerli 23.04.2020 14:10
      Highlight Highlight Das habe ich mir auch gedacht, ich selber benutze Apple Maps nie. Auch lässt diese “Studie” alle Bewegungen ausser acht, die nicht mit Apple Maps gemacht werden (z.B. von zu Hause zum Supermarkt etc.).

      Ebenfalls werden hier alle Android Nutzer ausser Acht gelassen. Meiner Meinung nach müssten diese für ein kompletteres Bild ebenfalls miteinbezogen werden.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 23.04.2020 04:23
    Highlight Highlight Natürlich gehören wir nicht dazu. Wir haben auch nicht einen Lockdown, nur eine lockere Einladung um zu Hause zu bleiben.
  • Egü 22.04.2020 23:10
    Highlight Highlight
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  • Thadic 22.04.2020 22:51
    Highlight Highlight Die Anzahl Bewegungen korrelieren nicht gezwungenermassen mit der Anzahl neuer Kontakte. Deshalb nerven mich diese Statistiken. In Italien werden Leute die sich draussen in der freien Natur bewegen verfolgt. Wenn aber jemand sich innerhalb von seinem Wohnblock von Wohnung zu Wohnung bewegt, dann wird das nicht einmal wahrgenommen.
  • Hans Jürg 22.04.2020 21:46
    Highlight Highlight Wenn ich richtig verstehe, sind das nur die Bewegungsdaten von Iphone-Benutzern. Also kann man einzelne Länder doch gar nicht 1:1 vergleichen? Es gibt Länder, wo der Anteil von Apple Kunden im Vergleich zu Kunden anderer Betriebssystemen sehr tief ist und umgekehrt. Ist es dann nicht ein Àpfel mit Birnen-Vergleich? Oder wurde das in der Auswertung von Apple entsprechend gewichtet?
    • Asho 23.04.2020 02:04
      Highlight Highlight Die Daten wurden durch Suchanfragen für Wegbeschreibungen via Apple Maps erhoben, nicht mit Bewegungsdaten. Der 13.01. wurde als Stichtag definiert und die nachfolgenden Tage mit diesem verglichen (gab es mehr oder weniger Suchanfragen als am 13.01.)

      Da es am 13.01. wohl ähnlich viele Apple-Maps-User in den entsprechenden Ländern gab wie heute, ist das schon vergleichbar. Wie gesagt, die Statistik gibt keinen Aufschluss über die effektive Mobilität der Bevölkerung. Sie zeigt bloss auf, wie häufig die Apple-Routenplanung benutzt wurde im Vergleich zum 13.01.
    • Hans Jürg 23.04.2020 08:47
      Highlight Highlight Danke für die Erklärung.
      Also ist diese Statistik für den Eimer und total nutzlos.
  • Beasty 22.04.2020 20:54
    Highlight Highlight Sorry, wieder mal so ein Artikel ohne Kontext. Natürlich sind unsere Bewegungsdaten höher, wir haben a) keine Ausgangssperre und b) arbeiten viele Leute noch am Arbeitsplatz. Nur logisch, haben wir andere Werte als Länder, die einen vollständigen Lockdown haben.
    • Alnothur 22.04.2020 21:11
      Highlight Highlight Und darüber hinaus, nur weil man rausgeht, heisst das ja nicht, dass man sich nicht an Dinge wie social distancing usw. hält. Ich bin die letzten Wochen viel raus an die frische Luft, wohl sogar öfter als vorher, und hatte trotzdem fast keinen Kontakt zu anderen.
  • Hanspeter Bloch 22.04.2020 19:56
    Highlight Highlight Ich bin in 3 Fussminuten im grossen Wald , wäre blöd würde ich es nicht nutzen !
  • Töfflifahrer 22.04.2020 19:37
    Highlight Highlight Da wird aber Äpfel mit Birnen verglichen. Einige Staaten haben eine Ausgangssperre und in einigen Ländern dürfen nur noch sog. Key-Worker zur Arbeit und um rausgehen zu dürfen, brauchen die einen triftigen Grund. In der Schweiz können wir noch raus unter Wahrung der geltenden Regelungen !
    • KarlWeber 22.04.2020 20:55
      Highlight Highlight Ja der Informationsgehalt dieses Artikels geht tatsächlich gegen 0...
    • Resistance 23.04.2020 09:48
      Highlight Highlight Und das zum guten Glück!
  • lilie 22.04.2020 19:23
    Highlight Highlight Irgendwie ein unvollständiger Artikel: Logisch sind die Bewegungsdaten der Länder mit Ausgangssperre tiefer als bei uns. Das ist ja keine Leistung jener Leute.

    Hingegen fehlt mir bei Ländern wie Taiwan oder Marokko eine Angabe, was der derzeitige Stand der Massnahmen ist. Wie sonst soll man die Daten interpretieren?
    • h@ku 23.04.2020 10:03
      Highlight Highlight Taiwan zB. hat ein eigenes "Centers for Disease Control". Nach SARS wurde dies eingerichtet um schnell reagieren zu können. Die Einwohner wissen, wie sie zu agieren haben und die kleinsten waschen sich die Hände korrekt. Daher läuft da das Leben mehr oder weniger gleich weiter.
      Gab letztens einen guten TV-Bericht darüber.
    • master dave 23.04.2020 15:02
      Highlight Highlight Einverstanden. Besonders in Taiwan, wo ich mich gerade aufhalte, ist die Lage komplett anders. In Taiwan gab es bisher rund 400 Fälle, die überwiegende Mehrheit davon wurde aus dem Ausland importiert. Inländische Übertragungen gab es kaum. Der Alltag hier ist dementsprechend weitgehend normal. Sämtliche Personen, die einreisen (Ausländer seit 19.3. grds. nicht mehr), müssen 14 Tage in Quarantäne. Die Regierung hat Social Distancing Guidelines eingeführt und setzt die laufend um. In den öffentlichen besteht eine Maskenpflicht. Das sind so die Einschränkungen, that's it.

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