Ein Luchs auf der Suche nach der grossen Liebe: «Juro» schwimmt durch den Rhein
Die FVA wertet Juros Rhein-Querung als wichtigen Hinweis darauf, wie entscheidend die Vernetzung von Lebensräumen für den Luchs ist. «Dass Wildtiere ein Gewässer schwimmend queren, ist durchaus möglich, auch die Nutzung von Brücken ist denkbar», sagte Luchs-Expertin Eva Klebelsberg. «Für uns ist das trotzdem eine kleine Sensation, weil wir diese Bewegung zum ersten Mal auch anhand der Daten, die ein Halsbandsender liefert, beobachten und analysieren können.»
«Juro» war bislang im Südschwarzwald unterwegs
Juro war Ende August 2025 erstmals bei Schopfheim in Baden-Württemberg durch einen Riss nachgewiesen und besendert worden. Seitdem streifte er durch ein Gebiet von 780 Quadratkilometern zwischen Kandern und Wehr und gilt seit Ende Februar im Südschwarzwald als territorial, also als sesshaft. Mit Beginn der Paarungszeit Anfang Februar schlug Juro aber laut FVA immer wieder den Weg zur Schweizer Grenze ein.
Ob der Luchskuder in der Schweiz ein Revier und ein Weibchen findet oder in den Südschwarzwald zurückkehrt, ist laut FVA offen. Es gebe dazu einen engen Austausch mit der Stiftung KORA, die das Schweizer Luchsmonitoring koordiniere sowie mit den betreffenden Kantonen.
Zu viele Männchen: Weibchen werden ausgewildert
Bis zuletzt gab es in Baden-Württemberg nur sesshafte männliche Luchse. Um die Situation der Luchse im Land und somit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, werden im Rahmen des Projekts «Luchs Baden-Württemberg» seit 2023 einzelne, auch weibliche Luchse im Schwarzwald ausgewildert.
Wichtig für eine stabile Luchspopulation im Dreiländereck sei auch der Austausch zwischen den Schweizer und den Baden-Württembergischen Luchsvorkommen. «Juro liefert uns daher auch Anhaltspunkte dafür, welche Korridore unbedingt zu erhalten sind, um die Wanderungen der Luchse zu ermöglichen», sagte Luchs-Expertin Klebelsberg. (dab/sda/dpa)
