International
Deutschland

Inlandsgeheimdienst sieht Risiko von Sabotageakten in Deutschland

Deutscher Inlandsgeheimdienst warnt vor russischen Sabotageakten

22.05.2023, 12:46
Mehr «International»
A radio mast for mobile communications is seen over the town of Bottrop, Germany, Tuesday, March 7, 2023. German mobile network operators have to reassess previously installed Chinese-made components  ...
Bild: keystone

Der deutsche Inlandsgeheimdienst hält russische Sabotageakte auch in Deutschland für möglich.

Es gebe dafür ein «erhöhtes Risiko», sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, am Montag bei einem Symposium seiner Behörde in Berlin. «Diese Fähigkeiten sind faktisch vorhanden und können im Bedarfsfall auch gegen deutsche Ziele und vor allen Dingen kritische Infrastrukturen eingesetzt werden.»

Die Intensität, der Umfang und die Komplexität der Tätigkeit russischer Nachrichtendienste hätten seit Beginn des Krieges in der Ukraine spürbar zugenommen, sagte Haldenwang. Die konventionellen Zugänge zu Informationen hätten sich für Russland nicht zuletzt wegen der europaweiten Ausweisung mehrerer hundert russischer Nachrichtendienst-Mitarbeiter drastisch reduziert. «Jetzt sind sie gezwungen, ihr hohes Aufklärungsinteresse durch alternative Methoden zu stillen.»

Dies geschehe zum Beispiel durch Cyberangriffe, klassische Agenten oder sogenannte eingeschleuste Illegale mit falscher Identität. «Für Deutschland sind damit die Risiken gestiegen. Hier verbietet sich jede Naivität», warnte Haldenwang.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) berichtete auch von einer «hohen Intensität» bei den Aufklärungsaktivitäten der chinesischen Nachrichtendienste. Hier stehe nach wie vor der Transfer von Know-how im Zentrum. «Aber für das erklärte Ziel der globalen, politischen, militärischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Führungsrolle setzt Peking auch für Spionageoperationen unverändert enorme menschliche und finanzielle Ressourcen ein.» (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
7immi
22.05.2023 14:09registriert April 2014
Ich erinnere mich an einen WK 2019, als wir die Raffinerie in Cressier beschützen mussten. Sowohl medial wie auch in der Truppe wurden wir belacht. Das Thema war wohl aktueller, als man glaubte. Knapp vier Jahre später warnt der Geheimdienst des Nachbarlandes davor...
232
Melden
Zum Kommentar
1
Deutsches Auswärtiges Amt: Deutsche sollen den Iran verlassen – auch das EDA rät ab

Das Auswärtige Amt in Berlin hat alle deutsche Staatsangehörige im Iran aufgefordert, das Land zu verlassen. Zugleich warnte es vor Reisen in den Iran. «Die derzeitigen Spannungen in der Region, insbesondere zwischen Israel und Iran, bergen die Gefahr einer plötzlichen Eskalation», teilte das Auswärtige Amt am Freitagabend mit.

Zur Story